Kurzantwort: Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten, also eine Schneedecke an allen drei Tagen vom 24. bis 26. Dezember, lag 1991–2025 an der mittleren von 293 DWD-Stationen bei 9,1 % der Jahre, unter 300 m Höhe bei 6,7 %. Weihnachten liegt dabei nicht in der schneereichsten Zeit: Im Mittel der 293 Stationen war der 31.12. öfter schneebedeckt (28,4 %) als Heiligabend (22,7 %), der 27. Januar fast doppelt so oft (42,7 %). Unter 300 m stehen 14,2 % an Heiligabend gegen 28,3 % am 5. Januar. Ein weißer Ostersonntag ist noch seltener als ein weißer Heiligabend (8,3 % gegen 22,6 %, 288 Stationen). Datenbasis: Auswertung von 293 DWD-Stationen, Weihnachten 1991–2025.
Stand: Oktober 2026 · Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, 1991–2026
Wer in Köln, Düsseldorf, Bremen oder Essen wohnt, hat seit 1991 an der Wetterstation seiner Stadt genau eine weiße Weihnacht gesehen: 2010. In 33 gültigen Messjahren lag dort nur damals an allen drei Feiertagen Schnee. Trotzdem stellt sich jedes Jahr im Dezember dieselbe Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten diesmal ist, und je nach Quelle fallen die Antworten sehr unterschiedlich aus.
Dieser Artikel aus der Rubrik Frost-Wissen ordnet die Zahlen mit einer eigenen Auswertung von 293 DWD-Stationen: wie oft Weihnachten in Ihrer Stadt und Höhenlage weiß war, in welchen Jahren, wie stark der Schnee seit 1961 abgenommen hat und wann im Winter Ihre Chancen am größten sind.
Was die Kurzantwort nicht abdeckt: Der Median verdeckt eine enorme Spanne, von der Zugspitze mit Schnee an allen 35 Weihnachten bis zu einer Station in Südbaden ohne ein einziges weißes Fest in ihren gültigen Jahren. Den größten Teil dieser Spanne erklärt die Höhe; ab welcher Höhe Weihnachten regelmäßig weiß wird, zeigt der Abschnitt zur Höhenregel.
Wie oft Weihnachten weiß ist: drei Definitionen, drei verschiedene Zahlen
Weiße Weihnachten sind in Deutschland selten: An der mittleren Station lag 1991–2025 in 9,1 % der jeweils gültigen Jahre an allen drei Feiertagen Schnee. Der Deutsche Wetterdienst spricht von weißen Weihnachten, wenn vom 24. bis 26. Dezember an allen drei Tagen eine Schneedecke liegt; wir setzen die Schwelle bei mindestens 1 cm im Tageswert der Schneehöhe. Wer in Medienberichten sehr unterschiedliche Prozentwerte findet, sieht oft unterschiedliche Definitionen und Zeiträume. Die Tabelle trennt die drei gängigen Größen:
| Kennzahl (Weihnachten 1991–2025, 293 Stationen) | Mittel der Stationen | Median (mittlere Station) | 10 % der Stationen liegen unter | 10 % der Stationen liegen über |
|---|---|---|---|---|
| Weiße Weihnachten (Schneedecke an allen drei Tagen) | 15,4 % | 9,1 % | 3,2 % | 35,1 % |
| Schnee an mindestens einem der drei Tage | 30,7 % | 25,8 % | 11,6 % | 55,6 % |
| Weißer Heiligabend (nur 24.12.) | 22,7 % | 17,6 % | 8,6 % | 42,5 % |
Anteil der jeweils gültigen Weihnachten je Station (25 bis 35 Jahre). Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.
Das Mittel liegt höher als der Median, weil einige Bergstationen mit fast jährlichem Schnee es nach oben ziehen; für die typische Lage taugt der Median. Die 9,1 % entsprechen rein rechnerisch einem weißen Fest je 11 Jahre, eine Häufigkeit, keine Vorhersage eines regelmäßigen Abstands.
Im Flachland ist der Wert noch niedriger. An den 161 untersuchten Stationen unter 300 m lag der Median des Anteils weißer Weihnachten 1991–2025 bei 6,7 % der jeweils gültigen Jahre. Das entspricht rein rechnerisch einem Ereignis je 15 Jahre. Der DWD nannte 2021 für die meisten Menschen ungefähr zehn Jahre. Das ist nicht dieselbe Bezugsgröße: Wir verwenden den ungewichteten Median ausgewählter Stationen unter einer festen 300-m-Grenze und einen bis 2025 erweiterten Zeitraum. Wie viel diese Unterschiede zur Abweichung beitragen, haben wir nicht untersucht.
Die häufigste Gruppe sind Stationen mit zwei bis drei weißen Weihnachten (124 von 293). Höchstens einmal war es an 45 Stationen (15,4 %), unter 300 m an 40 von 161 (24,8 %); bei 35 dieser 45 fehlen allerdings einzelne Jahre in der Reihe. Nie weiß war es nur in Rheinfelden (283 m) am Hochrhein, 18-mal und öfter an 16 Stationen.
Weiße Weihnachten in 22 Großstädten: die Statistik je Station
In 20 der 22 Großstädte der Tabelle war Weihnachten 1991–2025 ein- bis viermal weiß; 19 der 22 waren zuletzt im Jahr 2010 weiß. Ausnahmen sind Kiel (zuletzt 2021), München (2003) und Freiburg (1996). Die vier Stationen am Tabellenende zeigen zum Vergleich, wie stark die Höhe die Wahrscheinlichkeit verschiebt.
| Station | Höhe | gültige Jahre | Weiße Weihnachten (Anzahl) | Schnee an mind. einem Tag | zuletzt weiß |
|---|---|---|---|---|---|
| Berlin-Dahlem (FU) | 51 m | 35 | 5,7 % (2×) | 25,7 % | 2010 |
| Bremen | 4 m | 33 | 3,0 % (1×) | 15,2 % | 2010 |
| Chemnitz | 416 m | 34 | 14,7 % (5×) | 47,1 % | 2010 |
| Dresden-Klotzsche | 228 m | 35 | 8,6 % (3×) | 28,6 % | 2010 |
| Düsseldorf | 37 m | 33 | 3,0 % (1×) | 9,1 % | 2010 |
| Erfurt-Weimar | 317 m | 34 | 11,8 % (4×) | 35,3 % | 2010 |
| Essen-Bredeney | 150 m | 33 | 3,0 % (1×) | 12,1 % | 2010 |
| Frankfurt/Main | 100 m | 35 | 8,6 % (3×) | 20,0 % | 2010 |
| Freiburg | 237 m | 26 | 3,8 % (1×) | 11,5 % | 1996 |
| Hamburg-Fuhlsbüttel | 11 m | 35 | 5,7 % (2×) | 17,1 % | 2010 |
| Hannover | 55 m | 35 | 8,6 % (3×) | 20,0 % | 2010 |
| Kiel-Holtenau | 28 m | 33 | 6,1 % (2×) | 21,2 % | 2021 |
| Köln/Bonn | 91 m | 33 | 3,0 % (1×) | 9,1 % | 2010 |
| Leipzig/Halle | 131 m | 35 | 5,7 % (2×) | 28,6 % | 2010 |
| Magdeburg | 79 m | 35 | 11,4 % (4×) | 28,6 % | 2010 |
| München-Stadt | 515 m | 34 | 11,8 % (4×) | 35,3 % | 2003 |
| Nürnberg | 314 m | 35 | 11,4 % (4×) | 20,0 % | 2010 |
| Potsdam | 81 m | 35 | 11,4 % (4×) | 31,4 % | 2010 |
| Regensburg | 365 m | 34 | 17,6 % (6×) | 32,4 % | 2010 |
| Rostock-Warnemünde | 5 m | 34 | 5,9 % (2×) | 20,6 % | 2010 |
| Saarbrücken-Ensheim | 319 m | 31 | 9,7 % (3×) | 22,6 % | 2010 |
| Stuttgart-Echterdingen | 371 m | 34 | 8,8 % (3×) | 20,6 % | 2010 |
| Hof (Vergleich) | 565 m | 34 | 35,3 % (12×) | 55,9 % | 2024 |
| Oberstdorf (Vergleich) | 806 m | 34 | 61,8 % (21×) | 76,5 % | 2024 |
| Brocken (Vergleich) | 1.135 m | 34 | 76,5 % (26×) | 91,2 % | 2024 |
| Zugspitze (Vergleich) | 2.956 m | 35 | 100,0 % (35×) | 100,0 % | 2025 |
Weihnachten 1991–2025, Anteil der gültigen Jahre an der jeweiligen DWD-Station; die Werte gelten für den Stationsstandort (Köln/Bonn und Düsseldorf sind Flughafenstationen). Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.
Schnee an mindestens einem Feiertag lag in allen 22 Städten deutlich öfter als an allen dreien, in Leipzig/Halle in 28,6 % gegenüber 5,7 % der Jahre; in München zuletzt 2025. Selbst die schneereichsten Großstädte, Regensburg (17,6 %) und Chemnitz (14,7 %), erreichen höchstens die Hälfte des Werts von Hof (35,3 %), das mit 565 m höher liegt als jede von ihnen.
Die Höhenregel: Erst ab etwa 600 Metern wird Weihnachten regelmäßig weiß
Die Auswertung nach Höhenklassen zeigt große Unterschiede bei weißen Weihnachten: In den drei Höhenklassen unter 600 m blieb der Median der Stationen 1991–2025 unter 15 %, in der Klasse 600–799 m sprang er auf 37,1 %. Ab 800 m war Weihnachten an der mittleren Station in mehr als der Hälfte der Jahre weiß.
| Höhenlage | Stationen | Weiße Weihnachten (Median) | Mittel | Schnee an mind. einem Tag (Median) | Stationen mit höchstens einem weißen Fest |
|---|---|---|---|---|---|
| unter 200 m | 119 | 6,2 % | 7,1 % | 20,6 % | 33 (27,7 %) |
| 200–399 m | 83 | 8,8 % | 10,2 % | 25,7 % | 10 (12,0 %) |
| 400–599 m | 53 | 14,8 % | 17,0 % | 34,3 % | 2 (3,8 %) |
| 600–799 m | 21 | 37,1 % | 37,7 % | 57,1 % | 0 |
| 800–1.199 m | 13 | 58,8 % | 57,8 % | 79,4 % | 0 |
| ab 1.200 m | 4 | 91,1 % | 92,0 % | 98,2 % | 0 |
Weihnachten 1991–2025, 293 Stationen. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.
In 100-m-Stufen ist 600–699 m die erste mit mindestens 8 Stationen, in der der Median 25 % erreicht; 50 % erreicht keine Stufe mit dieser Mindestbesetzung, nur dünner besetzte ab 750 m. Für die Zukunft zieht der DWD die Grenze höher: Oberhalb von etwa 1.500 bis 2.000 m sei auch künftig meist mit weißen Weihnachten zu rechnen.
💡 Faustregel: Unter 400 m ist ein weißes Fest die Ausnahme (Median unter 10 %), zwischen 400 und 600 m etwa jedes siebte Jahr, ab 600 m an der mittleren Station jedes dritte Jahr oder öfter.
Die Höhe erklärt viel, aber nicht alles. Görlitz (239 m) und Freiburg (237 m) liegen gleich hoch; Görlitz hatte sechs weiße Weihnachten (17,1 %), Freiburg in 26 gültigen Jahren eine (3,8 %). Konstanz am Bodensee kommt trotz 428 m auf eine in 35 Jahren (2,9 %).
Wann es in Deutschland am ehesten Schnee gibt: Ende Januar, nicht an Weihnachten
Weihnachten liegt im Winter zu früh für eine sichere Schneedecke. Im Mittel der 293 Stationen war Heiligabend in 22,7 % der Jahre schneebedeckt, Silvester in 28,4 %. Den Höchstwert erreicht die Kurve am 27. Januar mit 42,7 %, rund 1,9-mal so hoch wie an Heiligabend; selbst der Valentinstag ist mit 34,4 % öfter weiß.
Im Flachland liegt das Maximum früher. An den 161 Stationen unter 300 m lag an Heiligabend in 14,2 % der Jahre Schnee, an Silvester in 19,8 %, am 5. Januar in 28,3 %, dem Höchstwert des Winters. Unter den zwölf verglichenen Monatsdekaden hatte der 1.–10. Januar in den Wintern 1991/92 bis 2025/26 an den Stationen unter 300 m den höchsten mittleren täglichen Anteil von Jahren mit Schneedecke (24,1 %).
Die folgende Tabelle mittelt über Monatsdekaden mit zehn, elf beziehungsweise Ende Februar acht Tagen:
| Zeitraum | Schneedecke, alle 293 Stationen | Schneedecke, 161 Stationen unter 300 m |
|---|---|---|
| 1.–10. Dezember | 20,3 % | 11,5 % |
| 11.–20. Dezember | 22,5 % | 11,1 % |
| 21.–31. Dezember | 25,7 % | 16,2 % |
| 1.–10. Januar | 34,0 % | 24,1 % |
| 11.–20. Januar | 33,1 % | 21,1 % |
| 21.–31. Januar | 38,6 % | 23,5 % |
| 1.–10. Februar | 33,6 % | 21,3 % |
| 11.–20. Februar | 31,8 % | 20,2 % |
| 21.–28. Februar | 27,2 % | 15,8 % |
| 1.–10. März | 19,3 % | 9,9 % |
| 11.–20. März | 13,5 % | 6,7 % |
| 21.–31. März | 10,6 % | 4,5 % |
Anteil der Jahre mit Schneedecke ab 1 cm, Mittel der Stationsanteile je Kalendertag, gemittelt über die jeweils genannten Kalendertage. Dezember 1991–2025, Januar bis März 1992–2026. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.
Über alle Stationen ist die letzte Januar-Dekade mit 38,6 % die weißeste, unter 300 m die erste mit 24,1 %. Wichtig für den Vergleich: Die Kurve misst einzelne Kalendertage. Ein weißer Heiligabend (22,7 % im Mittel der Stationen) ist deshalb häufiger als weiße Weihnachten an allen drei Tagen (15,4 %).
Weiße Ostern sind noch seltener
Ostern liegt zwischen dem 22. März und dem 25. April, im schneeärmsten Teil der Kurve oder dahinter. An den 288 Stationen mit genügend Daten für beide Feste war Ostersonntag (1992–2026) im Mittel der Stationsanteile in 8,3 % der Jahre schneebedeckt, Heiligabend (1991–2025) in 22,6 %; an 280 dieser Stationen lag der Osteranteil niedriger. Unter 300 m stehen 4,2 % gegen 14,2 %.
2010, 2001, 1996: die wenigen Jahre mit Schnee im Flachland
Weiße Weihnachten ballen sich in Deutschland auf wenige Jahre. 2010 war seit 1991 das einzige Jahr, in dem an der Mehrheit der jeweils auswertbaren Stationen unter 300 m an allen drei Weihnachtstagen Schnee lag: an 142 von 160. Über alle Stationen waren es 89,0 %, Schnee an mindestens einem Feiertag meldeten alle 291 Stationen mit Werten. Laut DWD lagen damals in Potsdam 30 cm, in Hamburg 20 cm Schnee.
| Jahr | Stationen mit Wert | weiße Weihnachten (alle Stationen) | Schnee an mind. einem Tag | weiße Weihnachten unter 300 m |
|---|---|---|---|---|
| 1994 | 264 | 28,0 % | 37,5 % | 1,4 % |
| 1996 | 274 | 65,0 % | 69,0 % | 45,9 % |
| 2001 | 266 | 65,4 % | 93,6 % | 44,0 % |
| 2003 | 247 | 31,2 % | 64,8 % | 4,3 % |
| 2010 | 291 | 89,0 % | 100,0 % | 88,8 % |
| 2015 | 285 | 0,4 % | 0,4 % | 0,0 % |
| 2021 | 289 | 11,8 % | 43,3 % | 13,9 % |
| 2024 | 282 | 12,4 % | 18,4 % | 0,0 % |
| 2025 | 283 | 4,2 % | 11,7 % | 0,0 % |
Anteil der Stationen mit Wert im jeweiligen Jahr. Die fünf weißesten Jahre 1991–2025 waren 2010, 2001, 1996, 2003 und 1994. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.
Neben 2010 kamen nur 1996 (45,9 %) und 2001 (44,0 %) in die Nähe einer Mehrheit im Flachland. In 18 der 35 Jahre hatten weniger als 10 % aller Stationen weiße Weihnachten.
Seit 2011 ist das Tiefland fast durchgehend ohne weiße Weihnachten geblieben. Unter 300 m lag der Anteil nur in zwei Jahren über null: 2012 mit 0,6 % und 2021 mit 13,9 %. Aus 2021 stammen die letzten weißen Weihnachten in Kiel und Schwerin. 2024 war Weihnachten an 12,4 % der Stationen weiß, aber ausschließlich an Stationen über 300 m, etwa in Hof, Oberstdorf und auf dem Brocken.
Weiße Weihnachten werden seltener: etwa halb so häufig wie 1961–1990
Im Mittel der 172 verglichenen Stationsanteile waren weiße Weihnachten 1991–2025 etwa halb so häufig wie 1961–1990; an 170 dieser Stationen war der Anteil niedriger. Das Mittel fiel von 30,1 % auf 15,9 %, rund 47 % weniger. Verglichen wurden nur Stationen mit mindestens 25 gültigen Weihnachten in beiden Zeiträumen (Median der Höhe 280 m).
Der Median fällt noch stärker, von 23,3 % auf 8,8 %; je Station ging der Anteil im Median um 12,9 Prozentpunkte zurück. Unter 300 m (93 Stationen) sank das Mittel von 17,8 % auf 6,8 %. Auch innerhalb des jüngeren Zeitraums setzt sich der Rückgang fort: Das Mittel der jährlichen Stationsanteile lag 1991–2007 bei 21,4 %, 2008–2025 bei 9,7 %.
Zwei Vorbehalte gehören dazu. Der Vergleich nutzt dieselben Stations-IDs, Standortverlegungen innerhalb einer ID sind damit nicht ausgeschlossen (München-Stadt wurde 1997 verlegt, Freiburg 2006); homogenisiert haben wir nicht. Und die Werte beschreiben diese Stationsstichprobe, keinen flächengewichteten Deutschlandwert.
Der Deutsche Wetterdienst kommt mit Daten aus seinem Klimaarchiv zu einem ähnlichen Befund. Laut DWD-Pressemitteilung vom 8. Dezember 2021 sank die Chance auf eine Schneedecke an allen drei Tagen zwischen 1961–1990 und 1991–2020 im Mittel Deutschlands um 13 Prozentpunkte, eine Abnahme um 52 %, regional um bis zu 44 Prozentpunkte. Der DWD führt das auf den Klimawandel zurück. Die Städtewerte des DWD liegen in derselben Größenordnung wie unsere:
| Stadt | DWD 1961–1990 | DWD 1991–2020 | Eigene Auswertung 1991–2025 (Station) |
|---|---|---|---|
| Berlin | 16,7 % | 6,7 % | 5,7 % (Berlin-Dahlem) |
| Hamburg | 16,7 % | 6,7 % | 5,7 % (Hamburg-Fuhlsbüttel) |
| Leipzig | 10,5 % | 6,7 % | 5,7 % (Leipzig/Halle) |
| Köln | 10,0 % | 3,3 % | 3,0 % (Köln/Bonn) |
| Frankfurt | 17,4 % | 5,6 % | 8,6 % (Frankfurt/Main) |
| München | 33,3 % | 13,8 % | 11,8 % (München-Stadt) |
| Freiburg | 16,7 % | 4,5 % | 3,8 % (Freiburg) |
DWD-Werte: Pressemitteilung 08.12.2021 (Stationsnamen dort teils nur als Stadt). Eigene Auswertung: Anteil der gültigen Weihnachten 1991–2025.
Zeiträume, gültige Messjahre und möglicherweise die Stationszuordnung unterscheiden sich zwischen den Auswertungen.
Die Abweichung für Frankfurt ist damit jedoch nicht geklärt: An unserer Station Frankfurt/Main zählen wir bereits 1991–2020 drei weiße Weihnachten (1996, 2007, 2010) in 30 gültigen Jahren, also 10,0 %; bis 2025 sinkt der Anteil auf 8,6 %. Der längere Zeitraum und fehlende Jahre unserer Reihe erklären die Differenz zum DWD-Wert von 5,6 % daher nicht. Ob der DWD eine andere Stations- oder Datenbasis verwendete, ist hier nicht geklärt. Warum wärmere Winter im Garten trotzdem kein geringeres Frostrisiko im Frühjahr bedeuten, rechnet der Artikel Spätfrost trotz Klimawandel vor.
Was grüne Weihnachten für den Garten bedeuten
Für Pflanzen ist eine Schneedecke vor allem ein Kälteschutz. Laut Deutschem Wetterdienst wirkt sie als „Wärmedecke“, die große Frosteindringtiefen verhindert. Im Flachland können Sie damit kaum rechnen: Unter 300 m lag an Heiligabend nur in 14,2 % der Jahre Schnee, selbst am 5. Januar nur in 28,3 %. Die Schneezahlen allein zeigen nicht, wie häufig dort Frost ohne Schneedecke (Kahlfrost) auftritt. Daraus folgen drei Punkte:
- Winterschutz nicht auf Schnee bauen: Mulch, Reisig und Vlies ersetzen die fehlende Decke; welche Methode bei welchem Frost hilft, vergleicht Frostschutz für Pflanzen: zehn Methoden im Vergleich.
- Kübelpflanzen nach der Frostschwelle einräumen: Wann an Ihrem Ort die ersten Frostnächte kommen, zeigt erster Frost im Herbst: Termine je Ort.
- Im Frühjahr zählt die Bodennähe: Ein grüner Winter heißt nicht, dass der Frost früher endet. Wie lange es bodennah friert, erklärt Bodenfrost: wann er wirklich endet; den Termin für Ihre Postleitzahl nennt der Frostrechner.
Eine Vorhersage für Weihnachten 2026 gibt es auf dieser Seite nicht; dafür ist der Deutsche Wetterdienst zuständig.
So haben wir gerechnet
Grundlage sind die Tageswerte der DWD-Klimastationen aus dem Climate Data Center, Parameter SHK_TAG (Tageswert der Schneehöhe in cm), historische Reihen bis Ende 2025, 2026 aus den aktuellen Tageswerten. Von 489 Stationen mit mindestens einem gültigen Weihnachten 1991–2025 gehen die 293 mit mindestens 25 gültigen Weihnachten ein; 117 davon haben alle 35 Jahre. Die Stationshöhe liegt im Median bei 271 m.
- Schnee heißt: mindestens 1 cm; ein gemessener Wert 0 gilt als schneefrei.
- Fehlende Werte (im Datensatz −999) zählen nie als schneefrei. Ein Weihnachten zählt nur mit Messwerten an allen drei Tagen. Für 2016 fehlen sie bei 87 der 293 Stationen.
- Prozentwerte sind Anteile der jeweils gültigen Jahre je Station; Werte für Deutschland, Höhenklassen und Bundesländer sind Median oder Mittel dieser Anteile, ungewichtet, kein Flächenmittel.
- Tageskurve: je Kalendertag Stationen mit mindestens 25 gültigen Messungen, Mittel der Stationsanteile; Dezember 1991–2025, Januar bis März 1992–2026.
- Ostervergleich: 288 Stationen mit genug Daten für beide Feste, daher 22,6 % statt 22,7 % für Heiligabend.
Alle Werte sind Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage. Die Auswertung wurde unabhängig nachgerechnet; Auszählung und Fehlwertbehandlung blieben ohne Befund.
Häufige Fragen
Wann gab es zuletzt weiße Weihnachten in Deutschland?
Im untersuchten Zeitraum 1991–2025 zuletzt verbreitet im Jahr 2010: An 89 % der ausgewerteten Stationen lag an allen drei Feiertagen Schnee, an allen 291 Stationen an mindestens einem der drei Tage. Seitdem waren weiße Weihnachten regional: 2021 an 11,8 % der Stationen, darunter Kiel und Schwerin, 2024 an 12,4 %, nur über 300 m, und 2025 an 4,2 %, etwa auf Zugspitze und Feldberg.
Gibt es 2026 weiße Weihnachten?
Das lässt sich heute nicht sagen. Ob an Weihnachten Schnee liegen bleibt, kann der Deutsche Wetterdienst nach eigener Aussage frühestens zehn Tage vorher einschätzen. Als Orientierung bleibt die Statistik: An der mittleren Station war Heiligabend 1991–2025 in 17,6 % der Jahre weiß, alle drei Feiertage in 9,1 %; 2008–2025 waren die Werte niedriger als in den Jahren davor.
Wo in Deutschland sind weiße Weihnachten am wahrscheinlichsten?
In den Hochlagen von Alpen und Mittelgebirgen. Die Zugspitze hatte an allen 35 Weihnachten 1991–2025 Schnee, an einem Weihnachtstag bis zu 330 cm. Es folgen der Große Arber (96 %), Feldberg im Schwarzwald und Fichtelberg (je 86 %), Carlsfeld im Erzgebirge (77 %) sowie Brocken, Zinnwald-Georgenfeld und Schmücke (je 76 %). Oberstdorf (806 m) kommt auf 61,8 %.
Welches Bundesland hat am häufigsten weiße Weihnachten?
Thüringen mit einem Median von 18,2 % der Jahre, vor Bayern (17,1 %) und Sachsen (15,1 %); am seltensten sind sie in Nordrhein-Westfalen (5,7 %) und Niedersachsen (5,9 %). Das Ranking folgt vor allem der Höhe: Die mittlere Station liegt in Bayern auf 462 m, in Niedersachsen auf 38 m. Gewertet sind Länder mit mindestens fünf Stationen.
Zählt Schneefall an Weihnachten schon als weiße Weihnachten?
Nein. Entscheidend ist eine liegende Schneedecke an allen drei Feiertagen; Flocken in der Luft reichen nicht. Schnee, der nachts fällt und tagsüber taut, zählt nur, wenn er im Tageswert der Schneehöhe erscheint. Schnee an mindestens einem der drei Tage gab es an der mittleren Station in 25,8 % der Jahre, das volle weiße Fest in 9,1 %.
Fazit: Weiße Weihnachten sind im Flachland die Ausnahme, der Januar ist die bessere Wette
Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten lag 1991–2025 an der mittleren Station bei 9,1 %, unter 300 m bei 6,7 % der Jahre, im Mittel der verglichenen Stationen etwa halb so hoch wie 1961–1990. Wer an den Feiertagen Schnee sucht, fährt über 600 m: Ab der Höhenklasse 600–799 m war an der mittleren Station gut jedes dritte Weihnachten weiß. Im Tiefland liegt am 5. Januar rund doppelt so oft Schnee wie an Heiligabend (28,3 % gegenüber 14,2 % der Jahre).
Für den Garten heißt das: Planen Sie im Flachland Mulch, Reisig und Vlies fest ein, Schnee als Winterschutz ist dort die Ausnahme. Und schließen Sie aus milden Wintern nicht auf ein frühes Frostende: Warum die Blüte vorrückt, der letzte Frost aber nicht, zeigt der Artikel Warum Spätfrost trotz Klimawandel gefährlicher wird.
Quellen
- Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, Tageswerte der Klimastationen (KL): Schneehöhe, 293 Stationen, Weihnachten 1991–2025, Vergleich 1961–1990, Kalendertage Dezember 1991–2025 und Januar bis März 1992–2026; eigene Auswertung. Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage.
- Deutscher Wetterdienst, Pressemitteilung 08.12.2021: „Der Klimawandel vertreibt weiße Weihnachten aus Deutschland“
- Deutscher Wetterdienst, Thema des Tages 07.12.2019: „Weihnachten im Schnee wieder ade?“
- Deutscher Wetterdienst: Dokumentation „Frosteindringtiefe“
- Deutscher Wetterdienst: Datensatzbeschreibung Tägliche Stationsbeobachtungen (PDF)
Wie wir arbeiten und rechnen: Über Frostkompass.