Frostrechner: Frosttermine und Pflanzfenster für Ihre Postleitzahl

Kurzantwort: Der Frostrechner nennt für jede deutsche Postleitzahl die Frosttermine der nächstgelegenen Wetterstation: den Tag, ab dem in 50, 80 oder 90 Prozent der Jahre kein Frost mehr auftrat – getrennt für Luftfrost (2 m Höhe) und Bodenfrost (5 cm über dem Boden). Datenbasis sind 410 Stationen des Deutschen Wetterdienstes und 36 Frühjahre seit 1991.

Stand: September 2026 · Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, 1991–2026

Statistik der Vergangenheit, keine Wettervorhersage. Die Termine sagen, wie oft es in den letzten Jahrzehnten an Ihrer nächsten Wetterstation noch gefroren hat – ob es in der kommenden Nacht friert, verrät nur die aktuelle Wetterlage (z. B. die Warnkarte des DWD).

Ohne Eingabe: Beispieltermine für acht Städte
Station (DWD)Letzter Luftfrost 90 %Letzter Bodenfrost 90 %Erster Luftfrost 10 %Erster Bodenfrost 10 %
Hamburg-Fuhlsbüttel6. Mai3. Juni8. Oktober17. September
Hannover8. Mai1. Juni12. Oktober19. September
Berlin-Tempelhof21. April6. Juni18. Oktober19. September
Köln/Bonn13. Mai22. Mai11. Oktober27. September
Frankfurt/Main4. Mai18. Mai17. Oktober9. Oktober
Dresden-Klotzsche30. April23. Mai12. Oktober2. Oktober
Freiburg29. April18. Mai15. Oktober27. September
München-Stadt20. April30. April19. Oktober16. Oktober

90 % = in 9 von 10 Frühjahren 1991–2026 kein Frost mehr nach diesem Tag (Luft 2 m, Boden 5 cm); 10 % = in 9 von 10 Herbsten 1991–2025 noch kein Frost vor diesem Tag. Alle zwölf Städte mit Median und 80 %: Bodenfrost-Artikel; Herbst: Erster Frost. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center, Tageswerte), eigene Auswertung · Postleitzahlen-Koordinaten: GeoNames (CC BY 4.0) · Zeitfenster: Frühjahre 1991–2026, Herbste 1991–2025 · So rechnen wir

So lesen Sie den Frostrechner

Der Rechner nennt keine festen Termine, sondern Wahrscheinlichkeiten. Aufgeklappt zeigt er zusätzlich den ersten Frost im Herbst; was diese Termine für Ernte und Winterquartier bedeuten, steht unter Erster Frost: Wann er an Ihrem Ort kommt. Für das Frühjahr zählen drei Zahlen:

TerminBedeutungFür wen
50 % (Median)In jedem zweiten Jahr gab es nach diesem Tag noch FrostRisikofreudige mit Vlies in Reichweite
80 % sicherIn vier von fünf Jahren blieb es danach frostfreiRobuste Kulturen (Salat, Kohlrabi, Erbsen) mit Vlies in Reichweite
90 % sicherIn neun von zehn Jahren kein Frost mehrEmpfindliche Jungpflanzen: Tomaten, Gurken, Paprika, Basilikum, Geranien – Termine je Kultur unter Wann pflanzen?

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Luft- und Bodenfrost: Die Temperatur in 5 cm Höhe – dort, wo Jungpflanzen stehen – fällt in klaren Nächten deutlich tiefer als in der 2-m-Messhöhe der Wetterstation. Bundesweit liegt der 90-%-Termin für Bodenfrost im Median 17 Tage nach dem für Luftfrost. Wer nach dem Luftfrost-Termin auspflanzt, hat statistisch noch gut zwei Wochen Bodenfrost-Risiko vor sich.

Faustregel: Frostharte Aussaat ab dem Luftfrost-Termin, empfindliche Jungpflanzen erst ab dem 90-%-Termin für Bodenfrost – und in Senken, an Waldrändern und auf freier Fläche als Konventionswert noch 5 bis 10 Tage zugeben (Näheres unter Mikroklima).

Warum die Station nicht Ihr Garten ist

Die Werte gelten für den Standort der Wetterstation – meist Flughafen, Freifläche oder Stadtrand. Ihr Garten kann davon spürbar abweichen:

  • Kaltluftsenken (Tallagen, Mulden, Fuß eines Hangs): kälter als die Station, letzter Frost entsprechend später – benachbarte DWD-Stationen unterscheiden sich beim Termin im Median um eine knappe Woche, in Extremfällen um mehrere Wochen. Wie viel Grad das in einer einzelnen Strahlungsnacht ausmacht, zeigt eine gemessene Nacht im Artikel Mikroklima
  • Innenstadt, Balkon, Hauswand nach Süden: wärmer, der Stationstermin passt dort, oft ist es sogar etwas früher sicher
  • Höhenlage: Je 100 Höhenmeter über der Station liegt der 90-%-Termin im Mittel etwa 1,5 bis 2 Tage später (unsere Auswertung aller Stationen, mit großer Streuung)
  • Freie Fläche unter klarem Himmel: Bodenfrost auch dann, wenn die Station 2 m höher noch +2 °C misst

Berg- und Küstenaußenstationen (Feldberg, Brocken, Leuchttürme) blendet der Rechner für das Umland aus, weil sie für Gärten dort nicht repräsentativ sind – Sie können sie über die Stationsauswahl trotzdem aufrufen. Mehr dazu im Artikel Mikroklima: warum Ihr Beet vom Stationstermin abweicht.

Das erklärt auch, warum der Rechner manchmal ein anderes Datum zeigt als die Städte-Tabellen in unseren Artikeln. Dort steht jeweils eine benannte Station; der Rechner nimmt dagegen die Station, die Ihrer Postleitzahl am nächsten liegt. In großen Städten sind das zwei verschiedene Messpunkte.

Der Unterschied ist erheblich: Für eine Frankfurter Postleitzahl rechnet das Werkzeug mit der Station Frankfurt/Main-Westend mitten in der Stadt – letzter Bodenfrost dort zu 90 % vorbei am 30. April. Die Tabellen nennen die Station am Flughafen, dort ist es der 18. Mai. Beide Zahlen stimmen; sie beschreiben unterschiedliche Orte. Die Stadtstation profitiert von der Wärme der Bebauung, die auf dem freien Flugfeld nicht ankommt. Für Ihren Garten gilt: Je näher die Station und je ähnlicher die Lage, desto belastbarer der Termin.

So rechnen wir

  1. Datenbasis: Tägliche Minimumtemperaturen (Luft, 2 m: TNK; Boden, 5 cm: TGK) aller aktiven Klimastationen des Deutschen Wetterdienstes aus dem Climate Data Center (Open Data, historischer Bestand plus aktuelle Daten). Berücksichtigt werden Stationen mit mindestens 20 gültigen Frühjahren – aktuell 410 für Luftfrost, 406 für Bodenfrost.
  2. Letzter Frost je Jahr: Für jedes Frühjahr (Januar bis Juni) der letzte Tag mit Minimum unter 0 °C; für jeden Herbst (Juli bis Dezember) der erste. Jahre mit weniger als 170 gültigen Messtagen im Halbjahr werden verworfen.
  3. Wahrscheinlichkeitstermine: Aus den Jahreswerten seit 1991 der Median sowie das 80- und 90-%-Perzentil (Frühjahr) bzw. 10- und 20-%-Perzentil (Herbst). Ein 90-%-Termin ist also der Tag, ab dem in neun von zehn Jahren kein Frost mehr auftrat – keine Prognose für ein einzelnes Jahr.
  4. Zeitstrahl: Anteil der Jahre mit mindestens einem Frosttag je Fünf-Tage-Fenster, 1. April bis Mitte Juni bzw. 1. September bis Ende November. Die Eisheiligen-Woche 11. bis 15. Mai ist markiert.
  5. Trend: Zusätzlich der Median der letzten 15 Jahre – als Tendenz, nicht als Vorhersage; das Fenster ist kurz und rauschanfällig. Achtung bei Stationen, die im Zeitraum verlegt wurden (z. B. Freiburg 2007): Dort steckt im Trendwert auch der Standortwechsel.
  6. Zuordnung: Postleitzahl bzw. Ort werden über die Koordinaten der GeoNames-Postleitzahlentabelle (CC BY 4.0) der nächstgelegenen Station zugeordnet; die Entfernung wird angezeigt. Die Berechnung läuft vollständig in Ihrem Browser – Ihre Eingabe wird nicht übertragen.

Der feste 365-Tage-Kalender behandelt den 29. Februar wie den 28., damit Schaltjahre die Termine nicht um einen Tag verschieben. Datenstand und Zeitfenster stehen unter dem Rechner; die Auswertung wird jährlich im Januar um das vergangene Jahr ergänzt.

Häufige Fragen

Wie zuverlässig ist der 90-%-Termin?

Er beschreibt die letzten 36 Frühjahre an der Station: In etwa jedem zehnten Jahr kam danach trotzdem noch Frost. Das Restrisiko verschwindet nie ganz – deshalb lohnt sich Vlies griffbereit auch nach dem Termin.

Warum weicht der Rechner von „nach den Eisheiligen“ ab?

Weil die Eisheiligen-Woche statistisch an den meisten Stationen harmloser ist als die erste Maiwoche und der Bodenfrost ohnehin später endet als der Luftfrost. Die Faustregel passt an manchen Orten zufällig, an vielen liegt sie um Wochen daneben – in beide Richtungen. Zahlen dazu: Eisheilige: Frostrisiko je Region aus DWD-Daten.

Kann ich die Werte für meinen Ort ohne Postleitzahl bekommen?

Ja, geben Sie den Ortsnamen ein. Bei mehrdeutigen Namen (etwa „Neustadt“) nennt der Rechner die Kandidaten – die Postleitzahl ist dann genauer.

Was ist mit Österreich und der Schweiz?

Der Rechner deckt derzeit nur Deutschland ab, weil er auf den frei verfügbaren Stationsdaten des Deutschen Wetterdienstes beruht. Grenznahe Orte können die nächste deutsche Station nutzen.

Quellen

Wie wir arbeiten und rechnen: Über Frostkompass.