Kurzantwort: Die Eisheiligen 2027 sind Dienstag, 11. bis Samstag, 15. Mai – Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie. Statistisch ist diese Woche aber an 305 von 410 deutschen Wetterstationen harmloser als die erste Maiwoche: Luftfrost trat bundesweit in 8 % der Jahre auf, vom 1. bis 5. Mai in 16 %. Für Jungpflanzen zählt zudem der Bodenfrost, der im Mittel 17 Tage später endet als der Luftfrost. Der Frostrechner unten nennt den Termin für Ihren Ort.
Stand: September 2026 · Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, 1991–2026
Die Tomaten stehen seit März auf der Fensterbank, das Wetter ist seit Tagen sommerlich, und trotzdem sagt jeder Gartenratgeber: warten bis zur Kalten Sophie. Wer sich daran hält, verliert unter Umständen zwei Wochen Saison – und wer sich nicht daran hält, hat kein Kriterium, wann es stattdessen sicher ist. Genau dieses Kriterium fehlt bei fast allen Texten zu den Eisheiligen 2027: Sie nennen das Datum, die Heiligen und die Bauernregeln, aber keine Zahl.
Wir haben deshalb die täglichen Tiefsttemperaturen aller aktiven Stationen des Deutschen Wetterdienstes für die Frühjahre 1991 bis 2026 ausgewertet – 410 Stationen für Luftfrost, 406 für Bodenfrost in 5 cm Höhe. Das Ergebnis überrascht in zwei Richtungen: Die Eisheiligen-Woche ist fast überall entspannter als ihr Ruf, aber „nach den Eisheiligen“ ist für Tomaten und Gurken an vielen Orten trotzdem zu früh. Wo Sie mit Ihrem Garten stehen, zeigt der Rechner direkt hier.
Ihr Ort statt Bauernregel: Frostrechner
Statistik der Vergangenheit, keine Wettervorhersage. Die Termine sagen, wie oft es in den letzten Jahrzehnten an Ihrer nächsten Wetterstation noch gefroren hat – ob es in der kommenden Nacht friert, verrät nur die aktuelle Wetterlage (z. B. die Warnkarte des DWD).
Ohne Eingabe: Beispieltermine für acht Städte
| Station (DWD) | Letzter Luftfrost 90 % | Letzter Bodenfrost 90 % | Erster Luftfrost 10 % | Erster Bodenfrost 10 % |
|---|---|---|---|---|
| Hamburg-Fuhlsbüttel | 6. Mai | 3. Juni | 8. Oktober | 17. September |
| Hannover | 8. Mai | 1. Juni | 12. Oktober | 19. September |
| Berlin-Tempelhof | 21. April | 6. Juni | 18. Oktober | 19. September |
| Köln/Bonn | 13. Mai | 22. Mai | 11. Oktober | 27. September |
| Frankfurt/Main | 4. Mai | 18. Mai | 17. Oktober | 9. Oktober |
| Dresden-Klotzsche | 30. April | 23. Mai | 12. Oktober | 2. Oktober |
| Freiburg | 29. April | 18. Mai | 15. Oktober | 27. September |
| München-Stadt | 20. April | 30. April | 19. Oktober | 16. Oktober |
90 % = in 9 von 10 Frühjahren 1991–2026 kein Frost mehr nach diesem Tag (Luft 2 m, Boden 5 cm); 10 % = in 9 von 10 Herbsten 1991–2025 noch kein Frost vor diesem Tag. Alle zwölf Städte mit Median und 80 %: Bodenfrost-Artikel; Herbst: Erster Frost. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.
Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center, Tageswerte), eigene Auswertung · Postleitzahlen-Koordinaten: GeoNames (CC BY 4.0) · Zeitfenster: Frühjahre 1991–2026, Herbste 1991–2025 · So rechnen wir
Der Rechner zeigt Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage. Ob es in der kommenden Nacht friert, sagt Ihnen die aktuelle Wetterlage – für den Akutfall prüfen Sie die Warnlage des Deutschen Wetterdienstes. Alles Weitere zur Berechnung steht auf der Frostrechner-Seite (Stationswahl, Perzentile).
Wann sind die Eisheiligen 2027? Termine und Namen
Die Eisheiligen fallen jedes Jahr auf dieselben fünf Kalendertage; nur die Wochentage wandern. 2027 beginnen sie an einem Dienstag und enden mit der Kalten Sophie am Samstag – direkt vor dem Pfingstwochenende.
| Datum 2027 | Wochentag | Gedenktag | Zählt traditionell |
|---|---|---|---|
| 11.05. | Dienstag | Mamertus | vor allem in Norddeutschland |
| 12.05. | Mittwoch | Pankratius | überall |
| 13.05. | Donnerstag | Servatius | überall |
| 14.05. | Freitag | Bonifatius | überall |
| 15.05. | Samstag | Sophia von Rom („Kalte Sophie“) | vor allem in Süddeutschland |
In Norddeutschland gelten traditionell der 11. bis 13. Mai als Eisheilige, im Süden der 12. bis 15. Mai – als hätte die Kaltluft von der Nordsee einen Tag bis zu den Alpen gebraucht. Ob dieser Nord-Süd-Versatz in den Daten sichtbar ist, klärt die Regionaltabelle weiter unten; die kurze Antwort lautet: nein, entscheidend ist die Höhenlage, nicht der Breitengrad.
Rund um die Eisheiligen 2027 liegen vier Termine, an denen besonders viel gepflanzt wird. Die Tabelle zeigt für jeden das bundesweite Mittel: In wie viel Prozent der Jahre 1991–2026 gab es im zugehörigen Fünf-Tage-Fenster noch mindestens eine Frostnacht (Zuordnung unter der Tabelle)?
| Pflanz-Termin 2027 | Anlass | Luftfrost im zugehörigen Fenster | Bodenfrost (5 cm) im zugehörigen Fenster |
|---|---|---|---|
| Sa 01.05. | Tag der Arbeit, langes Wochenende | 16 % der Jahre | 46 % der Jahre |
| Do 06.05. | Christi Himmelfahrt | 10 % | 30 % |
| So 09.05. | Muttertag (Geranien-Kaufpeak) | 10 % | 30 % |
| Sa 15.05. | Kalte Sophie | 8 % (11.–15.05.) | 24 % |
| So 16.05. | Pfingsten | 5 % | 21 % |
Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026, 410 Stationen (Luft) bzw. 406 (Boden). Zugeordnet ist das nächstliegende Fünf-Tage-Fenster: 1.–5. Mai, 6.–10. Mai (auch für den 9. Mai), 11.–15. Mai (für den 15. Mai) und 16.–20. Mai. Das erste Mai-Wochenende ist der riskanteste Pflanztermin des Monats – doppelt so riskant wie die Eisheiligen selbst.
Woher die Eisheiligen kommen – kurz und ohne Legende
Die Eisheiligen sind fünf Gedenktage von Heiligen aus dem 3. bis 5. Jahrhundert, die im Kirchenkalender zufällig hintereinander in der Maimitte liegen. Bauern beobachteten über Jahrhunderte, dass Mitte Mai häufig ein letzter Kaltlufteinbruch mit Nachtfrost kam, und hängten die Beobachtung an die Namen – daher Bauernregeln wie „Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi“ oder „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist“.
Meteorologisch steckt dahinter ein bekanntes Muster: Im Mai heizt sich das Festland schon kräftig auf, Nord- und Ostsee sind noch kalt. Dreht die Strömung auf Nord, gelangt polare Kaltluft nach Mitteleuropa, und unter dem klaren Nachthimmel kühlt der Boden bis unter null Grad aus. Nur ist dieser Vorgang nicht an fünf Kalendertage gebunden.
Ein zweiter Haken ist der Kalender selbst: Die Regel entstand vor der gregorianischen Kalenderreform von 1582, die zehn Tage strich. Übertragen auf heute entspräche das alte Fenster etwa dem 21. bis 25. Mai; der Deutsche Wetterdienst formuliert es so, dass man die Regel „eigentlich eine gute Woche später anwenden“ müsste. Damit ist der historische Kern schon erschöpft – wichtiger ist, was die Messreihen seit 1991 zeigen.
Was die Statistik zeigt: Der Mythos warnt vor dem falschen Zeitraum
Bundesweit sinkt die Frosthäufigkeit von Anfang April bis Ende Mai stetig ab – ohne Buckel in der Eisheiligen-Woche. Die Grafik zeigt für jedes Fünf-Tage-Fenster, in wie viel Prozent der Jahre es an einer durchschnittlichen Station mindestens einmal gefroren hat.
Die Kernzahlen im Mai, jeweils Mittel über alle Stationen:
| Fenster | 1.–5. Mai | 6.–10. Mai | 11.–15. Mai | 16.–20. Mai | 21.–25. Mai | 26.–31. Mai |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Luftfrost (2 m) | 16 % | 10 % | 8 % | 5 % | 3 % | 1 % |
| Bodenfrost (5 cm) | 46 % | 30 % | 24 % | 21 % | 13 % | 9 % |
Drei Befunde stecken darin. Erstens: An 305 von 410 Stationen war die erste Maiwoche riskanter als die Eisheiligen-Woche – nur an 41 Stationen ist der 11. bis 15. Mai das (mit-)riskanteste Mai-Fenster, und das meist mit sehr kleinen Werten (ein bis zwei Frostjahre in 36) an Stationen quer durch Deutschland, vom Tiefland bis zur Zugspitze. Selbst auf den Gipfeln von Brocken, Feldberg und Fichtelberg friert es in der ersten Maiwoche häufiger als an den Eisheiligen.
Zweitens: An 94 Stationen gab es in der Eisheiligen-Woche in keinem einzigen der 36 Jahre Luftfrost – darunter Berlin-Tempelhof, München-Stadt, Stuttgart und Frankfurt. Drittens: Der Rückgang ist gleichmäßig; das „letzte Aufbäumen des Winters“ ist in den Daten kein Ereignis, sondern ein Abschnitt einer fallenden Kurve.
Das deckt sich mit der Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes: In seinem „Thema des Tages“ vom 9. Mai 2026 hält er fest, dass man in historischen Wetterdaten „vergeblich nach einer statistisch auffälligen Häufung von Kaltlufteinbrüchen und Nachtfrösten während der Eisheiligen“ sucht; nach seinem Kriterium (Tiefstwert höchstens 3 °C) trafen sie in den letzten 50 Jahren im Schnitt nur in einem Drittel der Fälle zu. Neu an unserer Auswertung ist nicht die Aussage, sondern die Auflösung: je Station statt bundesweit, für Luft und Boden getrennt.
Faustregel: Nicht die Eisheiligen sind das Problem, sondern das erste Mai-Wochenende. Wer am 1. Mai Tomaten auspflanzt, trägt bundesweit das doppelte Frostrisiko von jemandem, der bis zum 11. Mai wartet – und wer bis zur Kalten Sophie wartet, gewinnt gegenüber dem 11. Mai fast nichts mehr.
Ausnahmejahre: Warum die Eisheiligen trotzdem kein Quatsch sind
Der Mittelwert verschweigt, dass die Eisheiligen-Woche in einzelnen Jahren tatsächlich zuschlägt – dann aber gleich in halb Deutschland. Die zweite Grafik zeigt Jahr für Jahr, an welchem Anteil der Stationen es vom 1. bis 5. Mai (rot) und vom 11. bis 15. Mai (blau) gefroren hat.
Die blaue Linie liegt in 21 von 36 Jahren bei höchstens 1 % der Stationen und in neun weiteren bei 2 bis 7 % – nur in wenigen Jahren schießt sie nach oben. Die sechs Jahre mit den höchsten Werten:
| Jahr | Stationen mit Luftfrost 11.–15. Mai | zum Vergleich 1.–5. Mai |
|---|---|---|
| 2020 | 63 % | 13 % |
| 1995 | 39 % | 5 % |
| 2019 | 38 % | 65 % |
| 2012 | 35 % | 0 % |
| 2005 | 34 % | 1 % |
| 2026 | 12 % | 12 % |
Auszug: die sechs Jahre mit dem höchsten Stationsanteil in der Eisheiligen-Woche. Wie alle 36 Frühjahre in jedem Fenster von Ende April bis Ende Mai abschneiden, zeigt die vollständige Jahresmatrix 1991–2026 im Datenpost – zusammen mit Bundesland- und Städtetabellen und den Ranglisten der riskantesten Stationen.
In genau 6 von 36 Jahren (1995, 2004, 2005, 2012, 2017 und 2020) traf die Eisheiligen-Woche mehr Stationen als die erste Maiwoche.
Das ist die ehrliche Beschreibung der Eisheiligen: keine feste Kältephase, sondern eine Lotterie – in fünf der 36 Jahre, also etwa alle sieben Jahre, fror es an mehr als jeder dritten Station, und dann fällt der Treffer großflächig aus. 2020 fror es in der Eisheiligen-Woche an fast zwei Dritteln aller Stationen, von Schleswig-Holstein bis Bayern. Wer in einem solchen Jahr am 10. Mai ausgepflanzt hat, hat verloren – nicht weil die Bauernregel klug war, sondern weil das Restrisiko nie null ist.
Dazu kommt ein Punkt, den der Deutsche Wetterdienst im selben Beitrag betont: Die Erwärmung lässt die Vegetation immer früher starten, aber „ausgerechnet der Mai ist der Monat mit dem klimawandelbedingt geringsten Temperaturanstieg“. Die Gefahr später Kaltlufteinbrüche nimmt nicht signifikant ab, während Pflanzen früher empfindlich sind. Unsere eigenen Daten zeigen dasselbe: Der 90-%-Termin für den letzten Luftfrost hat sich in den letzten 15 Jahren gegenüber dem Gesamtzeitraum praktisch nicht verschoben. Warum Spätfrost trotz Klimawandel eher gefährlicher wird, erklären wir im Artikel Spätfrost im Klimawandel.
Bodenfrost: Der Termin, der für Tomaten wirklich zählt
Wetterstationen messen die Lufttemperatur in 2 m Höhe – Ihre Jungpflanzen stehen aber 5 bis 30 cm über dem Boden, und dort wird es in klaren Nächten deutlich kälter. In seinem Produkt „Frostgefährdung“ stuft der Deutsche Wetterdienst deshalb schon den Bereich zwischen 2,5 und 0 °C als mögliche Frostgefährdung ein, weil kleinräumige Effekte in gefährdeten Lagen Frostschäden verursachen können, obwohl die Vorhersagemodelle noch positive Temperaturen zeigen.
In unseren Daten schlägt sich das massiv nieder: Der Termin, ab dem in 90 % der Jahre kein Bodenfrost mehr auftrat, liegt im Median aller Stationen 17 Tage nach dem entsprechenden Luftfrost-Termin – die Spanne reicht von 1 bis 46 Tagen. Bundesweit ist der 90-%-Termin für Luftfrost im Median der 8. Mai, der für Bodenfrost der 24. Mai. In der Eisheiligen-Woche selbst gab es an einer mittleren Station in 24 % der Jahre Bodenfrost, in der Woche danach noch in 21 %.
Im Herbst kehrt sich diese Reihenfolge um: Dann ist der Bodenfrost im Median 15 Tage vor dem ersten Luftfrost da, und der Termin, bis zu dem es in 9 von 10 Jahren noch frostfrei blieb, liegt für den Luftfrost bundesweit im Median am 11. Oktober. Welche Termine für Ihre Station gelten, zeigt die Seite erster Frost im Herbst: Termine je Ort.
Das ist die eigentliche Pointe der Eisheiligen: „Nach den Eisheiligen pflanzen“ ist an vielen Orten nicht zu vorsichtig, sondern für empfindliche Kulturen sogar zu früh – aus einem Grund, den die Bauernregel gar nicht kennt. In Hamburg endet das Bodenfrost-Risiko (90 %) erst am 3. Juni, in Hannover am 1. Juni, in Berlin-Tempelhof am 6. Juni, obwohl dort in der Luft seit dem 21. April kein Frost mehr zu erwarten ist. In München-Stadt dagegen ist der Boden schon Ende April durch, in Stuttgart und Freiburg Mitte Mai.
Faustregel: Frostharte Aussaat (Salat, Erbsen, Kohlrabi) ab dem 90-%-Termin für Luftfrost, wärmeliebende Jungpflanzen (Tomaten, Gurken, Paprika, Basilikum) erst ab dem 90-%-Termin für Bodenfrost – ganz gleich, ob der vor oder nach der Kalten Sophie liegt.
Für Tomaten kommt hinzu, dass sie schon unter etwa 10 °C im Wachstum stocken; der Frosttermin ist also die Untergrenze, nicht das Optimum. Wie Sie Auspflanztermin und Aussaat rückwärts rechnen, steht auf der Seite Tomaten pflanzen: der Termin je Ort.
Eisheiligen in Berlin, Hamburg und München: Städte- und Bundesland-Vergleich
Zwischen Küste, Tiefland und Mittelgebirge liegen beim Frostrisiko Welten – und die Reihenfolge ist nicht Nord gegen Süd. Die Tabelle zeigt für 14 Stationen den Anteil der Jahre mit Luftfrost in der ersten Maiwoche und in der Eisheiligen-Woche sowie die 90-%-Termine für Luft- und Bodenfrost.
| Station | Frost 1.–5. Mai | Frost 11.–15. Mai | Luft frostfrei (90 %) | Boden frostfrei (90 %) |
|---|---|---|---|---|
| Hamburg-Fuhlsbüttel | 19 % | 3 % | 06.05. | 03.06. |
| Bremen | 17 % | 3 % | 08.05. | 26.05. |
| Hannover | 14 % | 6 % | 08.05. | 01.06. |
| Berlin-Tempelhof | 0 % | 0 % | 21.04. | 06.06. |
| Leipzig/Halle (Flughafen) | 0 % | 3 % | 24.04. | 23.05. |
| Dresden-Klotzsche | 3 % | 3 % | 30.04. | 23.05. |
| Erfurt-Weimar | 14 % | 6 % | 06.05. | 28.05. |
| Köln/Bonn | 22 % | 3 % | 13.05. | 22.05. |
| Frankfurt/Main (Flughafen) | 14 % | 0 % | 04.05. | 18.05. |
| Stuttgart (Schnarrenberg) | 0 % | 0 % | 21.04. | 13.05. |
| Freiburg | 0 % | 0 % | 29.04. | 18.05. |
| Nürnberg-Netzstall | 31 % | 14 % | 22.05. | 17.06. |
| Augsburg | 11 % | 11 % | 14.05. | 28.05. |
| München-Stadt | 0 % | 0 % | 20.04. | 30.04. |
Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026, je 35–36 Jahre. Anteil = Jahre mit mindestens einer Frostnacht im Fenster.
Auffällig ist zweierlei. Die Stationen Berlin-Tempelhof, Stuttgart-Schnarrenberg und München-Stadt sind in der Luft schon im April durch – möglicherweise auch wegen der Stadtwärme, belegt haben wir das nicht. Berlin-Tempelhof braucht trotzdem bis Juni für den Bodenfrost – die Station steht auf dem ehemaligen Flugfeld, einer riesigen offenen Freifläche, in der klare Nächte die bodennahe Luft besonders stark auskühlen. Mehr dazu im Datenpost Bodenfrost.
Köln/Bonn dagegen liegt am Flughafen in einer Kaltluftsenke und ist mit 22 % Frostjahren Anfang Mai riskanter als Hamburg. Warum die nächste Station nicht Ihr Garten ist und wie viel Senke, Hang oder Hauswand ausmachen, erklärt der Artikel Mikroklima im Garten: Senke, Hang, Hauswand.
Auf Bundesland-Ebene bestätigt sich das Bild – mit den Mittelgebirgsländern Sachsen, Thüringen, Hessen und Bayern als spätesten Regionen:
| Bundesland | Frost 1.–5. Mai | Frost 11.–15. Mai | Luft frostfrei (90 %) | Boden frostfrei (90 %) |
|---|---|---|---|---|
| Schleswig-Holstein | 20 % | 6 % | 07.05. | 25.05. |
| Hamburg | 15 % | 2 % | 03.05. | 25.05. |
| Mecklenburg-Vorpommern | 15 % | 6 % | 02.05. | 23.05. |
| Niedersachsen / Bremen | 15 % / 8 % | 5 % / 2 % | 08.05. / 24.04. | 24.05. / 09.05. |
| Brandenburg / Berlin | 18 % / 4 % | 8 % / 2 % | 07.05. / 28.04. | 30.05. / 21.05. |
| Sachsen-Anhalt | 18 % | 10 % | 06.05. | 23.05. |
| Sachsen | 21 % | 13 % | 13.05. | 01.06. |
| Thüringen | 21 % | 12 % | 15.05. | 28.05. |
| Nordrhein-Westfalen | 21 % | 8 % | 10.05. | 24.05. |
| Hessen | 19 % | 9 % | 15.05. | 24.05. |
| Rheinland-Pfalz / Saarland | 9 % / 10 % | 3 % / 5 % | 30.04. / 29.04. | 20.05. / 20.05. |
| Baden-Württemberg | 12 % | 7 % | 06.05. | 24.05. |
| Bayern | 16 % | 10 % | 12.05. | 25.05. |
Datenbasis wie oben; Prozentwerte sind Mittel über die Stationen des Landes, Termine der Median der Stations-Termine (bei den Stadtstaaten mit zwei bis vier Stationen statistisch dünn: Bremen mittelt Bremerhaven und Bremen-Stadt). Wo die Eisheiligen-Woche wirklich zuschlägt (Zugspitze, Brocken, Erzgebirge, aber auch Sohland/Spree auf nur 291 m), welche Tiefland-Orte auch nach dem 15. Mai noch regelmäßig Luftfrost sehen und wie die Karte des riskantesten Mai-Fensters aussieht, steht mit allen 410 Stationen im Datenpost Die Eisheiligen in Zahlen.
Nach den Eisheiligen pflanzen? Was 2027 wirklich gilt
Die Bauernregel ersetzt eine Entscheidung durch ein Datum. Wer sie durch drei Fragen ersetzt, pflanzt an fast jedem Ort besser:
- Wie frostempfindlich ist die Kultur? Salat, Kohlrabi, Erbsen, Möhren und Zwiebeln vertragen leichten Frost – für sie gilt der Luftfrost-Termin, an den meisten Orten Ende April bis Anfang Mai. Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika, Bohnen, Basilikum und Geranien vertragen keinen Frost und mögen auch keine kalten Böden – für sie zählt der Bodenfrost-Termin.
- Wie sicher soll es sein? Der 90-%-Termin heißt: In einem von zehn Jahren kommt danach trotzdem noch Frost. Wer Vlies griffbereit hat, kann den 80-%-Termin wählen und gewinnt im Median rund fünf Tage, an manchen Stationen gut eine Woche.
- Wie steht mein Garten? Senke, freie Fläche und Waldrand: als Konventionswert fünf bis zehn Tage zum Stationstermin addieren (Näheres im Artikel Mikroklima im Garten). Balkon, Innenhof, Südwand: eher etwas früher.
Konkret für die Kulturen, nach denen im Mai am häufigsten gesucht wird: Gurken und Paprika sind noch kälteempfindlicher als Tomaten und gehören auch nach dem Frosttermin erst bei stabil zweistelligen Nachttemperaturen ins Freiland; Geranien verzeihen leichten Frost mit Blattschäden, aber der Muttertag am 9. Mai 2027 liegt bundesweit noch im 10-%-Fenster für Luftfrost.
Achtung: Das lange Wochenende um den 1. Mai 2027 (Samstag) ist statistisch das riskanteste Pflanzwochenende des Monats: Bodenfrost in 46 % der Jahre, Luftfrost in 16 % – bundesweit doppelt so häufig wie an den Eisheiligen. Wer Anfang Mai pflanzt, sollte Vlies oder Eimer bereithalten und die Wetterlage täglich prüfen.
Und Pfingsten 2027 (16./17. Mai), das erste Wochenende nach der Kalten Sophie? In der Luft ist es fast überall sicher (5 % der Jahre mit Frost im Fenster 16.–20. Mai), beim Bodenfrost aber erst in etwa 80 % der Jahre – im Norden, in Brandenburg, Sachsen und den Mittelgebirgen liegt der Boden-Termin oft erst Ende Mai oder Anfang Juni. Wer die Zeit bis dahin nutzen will, statt auf ein Datum zu warten, findet in der Phänologie einen zweiten Zeitgeber: Beginnt der Apfel zu blühen, hat phänologisch der Vollfrühling begonnen.
Wenn nach dem Auspflanzen doch Frost droht
Statistik plant, die Wetterlage entscheidet. Kündigt der Wetterbericht nach dem Auspflanzen eine klare, windstille Nacht mit Tiefstwerten um 3 °C oder darunter an, ist bodennah Frost möglich – dann helfen drei Maßnahmen, geordnet nach Aufwand:
- Reinholen, was mobil ist: Töpfe und Kästen über Nacht in Garage, Hausflur oder an die geschützte Hauswand. Die verlässlichste Methode, weil sie nicht von der Frostintensität abhängt.
- Abdecken mit Gartenvlies, umgestülpten Eimern, Kisten oder Noppenfolie – abends vor Sonnenuntergang auflegen, morgens abnehmen. Vlies hält die Wärme des Bodens am Boden; es erzeugt keine, deshalb wirkt es bei leichtem Frost um −1 bis −2 °C gut, während Gärtner in Foren bei −4 °C und kälter regelmäßig Schäden trotz Vlies berichten.
- Gießen am Vortag: Feuchter Boden speichert mehr Wärme als trockener und gibt sie nachts ab – ein kleiner, aber messbarer Effekt.
Welche der rund zehn Schutzmethoden überhaupt zu Ihrer Lage passt, ordnet Frostschutz für Pflanzen ein. Was Vlies leistet, ab welcher Temperatur es versagt und welche Schwellenwerte für einzelne Kulturen gelten, behandelt der Praxis-Artikel Vlies gegen Frost: was es bringt und wann es versagt. Für die Nacht selbst gilt: Die amtliche Frostwarnung kommt vom Deutschen Wetterdienst (WarnWetter), nicht aus einer Statistik.
Tipp: Kaufen Sie das Vlies, bevor Sie es brauchen. In der Nacht, in der es friert, ist es im Baumarkt ausverkauft – ein wiederkehrender Bericht aus jeder Frostwoche.
Häufige Fragen
Wann sind die Eisheiligen 2027?
Die Eisheiligen 2027 sind vom Dienstag, 11. Mai, bis Samstag, 15. Mai: Mamertus (11.), Pankratius (12.), Servatius (13.), Bonifatius (14.) und Sophia, die Kalte Sophie (15.). In Norddeutschland zählen traditionell der 11. bis 13. Mai, in Süddeutschland der 12. bis 15. Mai. Pfingsten folgt 2027 direkt am 16./17. Mai.
Gilt „nach den Eisheiligen pflanzen“ noch?
Als grobe Merkregel für frostempfindliche Kulturen ja, als Termin nein. An 305 von 410 DWD-Stationen war die erste Maiwoche seit 1991 riskanter als die Eisheiligen-Woche, und der Bodenfrost endet im Mittel erst 17 Tage nach dem Luftfrost – an vielen Orten also nach dem 15. Mai. Maßgeblich ist der 90-%-Termin Ihrer Station, nicht das Datum.
Darf ich Tomaten vor den Eisheiligen rausstellen?
Ja, wenn der Bodenfrost-Termin Ihrer Station schon erreicht ist und keine kalte Nacht angekündigt ist – in München-Stadt ist das schon Ende April der Fall, in Stuttgart (13. Mai) und Freiburg (18. Mai) erst während oder nach den Eisheiligen. In Hamburg, Hannover oder Berlin liegt der 90-%-Termin für Bodenfrost dagegen erst Ende Mai bis Anfang Juni. Tagsüber rausstellen und nachts reinholen ist bis dahin der sichere Mittelweg.
Was ist die Kalte Sophie?
Die Kalte Sophie ist der 15. Mai, Gedenktag der Sophia von Rom, und der letzte der fünf Eisheiligen. Die Bauernregel „Pflanze nie vor der Kalten Sophie“ macht sie zum Stichtag fürs Auspflanzen. Statistisch fror es an einer mittleren Station im Fenster 11.–15. Mai in 8 % der Jahre – nach dem 15. Mai sinkt das Risiko weiter, aber nicht auf null.
Ist Pfingsten 2027 zum Pflanzen sicher?
Beim Luftfrost weitgehend: Im Fenster 16.–20. Mai fror es bundesweit nur in 5 % der Jahre. Beim Bodenfrost in 5 cm Höhe waren es 21 % – im Norden, in Brandenburg, Sachsen und den Mittelgebirgen liegt der 90-%-Termin oft erst Ende Mai bis Anfang Juni. Für Tomaten und Gurken lohnt dort der Blick in den Frostrechner statt in den Kalender.
Gab es die Eisheiligen 2026?
Kaum: 2026 fror es in der Eisheiligen-Woche an 12 % der Stationen, genauso viele wie in der ersten Maiwoche – der letzte großflächige Kaltluftvorstoß lag Ende April (64 % der Stationen vom 21. bis 30. April). Die letzte breite Eisheiligen-Frostlage war 2020 mit 63 % der Stationen, davor 2019, 2012, 2005 und 1995.
Was ist mit der Schafskälte im Juni?
Die Schafskälte ist ein Kaltlufteinbruch im Juni, den das Glossar des Deutschen Wetterdienstes um den 10. bis 12. Juni verortet. Sie bringt kühleres Wetter, aber im Flachland praktisch keinen Bodenfrost mehr: Im Fenster 5.–9. Juni gab es an einer mittleren Station in 1 % der Jahre Luftfrost und in 3 % Bodenfrost, im Fenster ab dem 10. Juni in 0 % bzw. 1 %. Empfindliche Kulturen wachsen dann langsamer, erfrieren aber nicht.
Warum weichen andere Portale von diesen Zahlen ab?
Weil die meisten keine nennen. Die verbreitete Aussage, es sei „in 39 von 100 Jahren“ kalt gewesen, findet sich in einem Beitrag von wetterprognose-wettervorhersage.de (M. Hoffmann, 25.04.2024): Untersucht wurden die Jahre 1921 bis 2020, gezählt wurden Jahre, in denen sich die Temperaturen vom 8. bis 18. Mai an drei aufeinanderfolgenden Tagen der +10-Grad-Marke annäherten oder darunter lagen. Das ist ein Kühle-Kriterium, kein Frostkriterium, und mit unseren Frostzahlen nicht vergleichbar; welche Messreihe dahintersteht, haben wir dort nicht gefunden. Unsere Werte beruhen auf den täglichen Tiefsttemperaturen des Deutschen Wetterdienstes 1991–2026, je Station gerechnet; die Methodik ist auf der Frostrechner-Seite offengelegt.
Fazit: Nicht auf die Kalte Sophie warten, sondern auf Ihren Termin
Die Eisheiligen 2027 fallen auf den 11. bis 15. Mai – und die Daten von 410 Wetterstationen zeigen, dass diese Woche an den meisten Orten harmloser ist als die erste Maiwoche, während der Bodenfrost, der Ihre Tomaten wirklich trifft, oft erst danach vorbei ist. Die Bauernregel liegt also an fast jedem Ort daneben, nur in verschiedene Richtungen.
Statt auf die Kalte Sophie zu warten, lohnen zwei Handgriffe: den 90-%-Termin für Bodenfrost Ihrer Station im Frostrechner nachschlagen und in der Pflanzwoche täglich die Wetterlage prüfen. Wie Sie daraus den Auspflanz- und Aussaattermin für die wichtigste Kultur der Saison ableiten, zeigt Schritt für Schritt die Seite Tomaten pflanzen: der Termin je Ort.
Quellen
- Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, Tageswerte der Lufttemperatur in 2 m und 5 cm Höhe, Frühjahre 1991–2026 (410 Stationen für Luftfrost, 406 für Bodenfrost); eigene Auswertung. Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage.
- Deutscher Wetterdienst: „Die Eisheiligen: Nur ein Mythos?“, Thema des Tages vom 9. Mai 2026
- Deutscher Wetterdienst: „Frostgefährdung“
- Deutscher Wetterdienst, Glossar: „Schafskälte“
- wetterprognose-wettervorhersage.de: „Was ist dran am Mythos der Eisheiligen?“ (M. Hoffmann, 25.04.2024)
Wie wir arbeiten und rechnen: Über Frostkompass.