Frost-Wissen: Was hinter den Terminen steckt

Kurzantwort: Frost-Wissen erklärt, was zwischen dem Termin Ihrer Wetterstation und Ihrem Beet liegt. Benachbarte DWD-Stationen weichen beim Frostende im Median 7 Tage voneinander ab, jede fünfte 14 Tage und mehr. Eine Lage Vlies puffert in klaren Nächten 2–3 Grad. Die Obstblüte kommt 9 bis 12 Tage früher als 1961–1990, der letzte Frost nicht. Und die Forsythie blüht 42 Tage vor dem Ende des Luftfrosts. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Stand: September 2026 · Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, 1991–2026

Die Termine auf dieser Website sind Statistik: 36 Frühjahre DWD-Messungen, verdichtet zu dem Tag, ab dem es an Ihrer Station in 9 von 10 Jahren nicht mehr fror. Der Frostrechner nennt diesen Tag für Ihre Postleitzahl, die Kultur-Seiten rechnen ihn für Tomaten, Gurken oder Geranien um. Zwischen dieser Zahl und Ihrem Beet liegen aber ein paar Meter Höhe, eine Hauswand, vielleicht eine Senke – und ein Stück Vlies.

Die fünf Artikel dieser Rubrik schließen genau diese Lücke. Jeder beantwortet eine Frage, die der Rechner offenlässt, und jeder tut das mit eigenen Zahlen aus denselben DWD-Daten: Wie weit weicht Ihr Beet von der Station ab? Welche Schutzmethode brauchen Sie überhaupt? Was fängt Vlies wirklich ab? Warum wird Spätfrost trotz Klimawandel nicht harmloser? Und was sagt die Forsythie über den richtigen Zeitpunkt?

Unten finden Sie außerdem eine durchgerechnete Beispielrechnung, die die Artikel dieser Rubrik zu einem Beet-Termin verbindet – und den Rechner selbst, damit Sie die Rechnung für Ihren Ort wiederholen können.


Die fünf Frost-Wissen-Artikel im Überblick

ArtikelFrageKernzahl
Mikroklima im Garten: Senke, Hang, HauswandWie weit liegt mein Beet vom Stationswert entfernt?Nachbarstationen: Median 7 Tage Unterschied, jedes fünfte Paar ≥ 14 Tage; Senke +5 bis 10 Tage und mehr, Südwand bis zu 1 bis 2 Wochen früher (Konventionswerte)
Frostschutz für Pflanzen: zehn Methoden im VergleichWelche Methode brauche ich überhaupt?Nur 3 von 10 Methoden haben eine belegte Gradangabe; −5 °C fallen bundesweit in 81 % der Jahre, −10 °C nur in 37 %
Vlies gegen Frost: was es bringt und wann es versagtRettet Vlies meine Jungpflanzen?Eine Lage 2–3 Grad, ab 50 g/m² bis gut 4 Grad – nur bei Strahlungsfrost; 3 von 4 späten Bodenfrostnächten bleiben über −2 °C
Warum Spätfrost trotz Klimawandel gefährlicher wirdKann ich wegen der Erwärmung früher pflanzen?Blüte 9–12 Tage früher, 90-%-Termin des letzten Frosts an 362 Stationen unverändert; Schadfrostrisiko Kirsche 19 → 27 %
Gärtnern nach der ForsythieSind Zeigerpflanzen ein besserer Kalender?Forsythie blüht 42 Tage vor dem Luftfrost-Ende, 59 Tage vor dem Bodenfrost-Ende – gut für Aussaat, untauglich fürs Auspflanzen

Mikroklima: Warum die Nachbarschaft eine Woche ausmacht

Der Artikel Mikroklima im Garten: Senke, Hang, Hauswand vergleicht 658 Paare benachbarter DWD-Stationen (unter 40 km Abstand, höchstens 150 m Höhenunterschied) und findet beim 90-%-Termin des letzten Luftfrosts im Median 7 Tage Differenz – jedes fünfte Paar liegt 14 Tage und mehr auseinander. München-Stadt ist am 20. April frostsicher, der Flughafen im Erdinger Moos 29 km weiter erst am 15. Mai.

Die Ursache sind klare, windstille Strahlungsnächte: Kaltluft fließt hangabwärts und sammelt sich in Senken, Hauswände und Asphalt geben gespeicherte Wärme ab. Die Höhe über dem Meer erklärt dagegen nur rund 1,5 Tage je 100 m. Aus dem Stationsvergleich leitet der Artikel eine Checkliste mit sechs Fragen ab, mit der Sie den Stationstermin für Ihre Lage korrigieren – und ein Messprotokoll für ein Minimum-Thermometer in 5 cm Höhe.

Frostschutz: die Methode zum Frosttyp, nicht zum Preis

Frostschutz für Pflanzen: zehn Methoden im Vergleich stellt Vlies, Folie, Haube, Jute, Luftpolsterfolie, Mulch, Reisig, Umstellen, Reinholen und Beregnung nebeneinander – jede Zeile mit der Institutionsquelle, aus der die Gradangabe stammt. Der bemerkenswerteste Befund steht in den Lücken: Für sieben der zehn Methoden nennt keine geprüfte Fachquelle einen Wert. Das steht im Artikel als Befund, statt eine Zahl zu erfinden.

Die zweite Hälfte beantwortet die Frage, die kein Ratgeber stellt: wie oft der Aufwand an Ihrem Ort überhaupt anfällt. Bundesweit werden −5 °C in 81 % der Jahre erreicht, −10 °C nur in 37 % – und die frostfreie Kernsaison schwankt zwischen 69 Tagen in einer Kaltluftsenke und 144 Tagen in Frankfurt. Für die Detailfragen zum Vlies führt der Artikel weiter zum nächsten.

Vlies: 2 bis 5 Grad – aber nur in der richtigen Nacht

Vlies gegen Frost: was es bringt und wann es versagt zieht die Grenzen des beliebtesten Frostschutzes mit Zahlen. Gartenvlies erzeugt keine Wärme, es hält die Bodenwärme fest: Eine Lage 17–30 g/m² bringt in klaren, windstillen Nächten etwa 2–3 Grad, 50 g/m² und mehr bis gut 4 Grad. Bei Windfrost mit heranströmender Kaltluft, bei Frost unter etwa −4 °C über mehrere Nächte und bei eingepackten Gehölzen ohne Bodenkontakt versagt es.

Die eigene Auswertung von 406 Stationen zeigt, warum Vlies trotzdem das richtige Werkzeug für die späte Frostsaison ist: 3 von 4 Bodenfrostnächten, die nach dem Luftfrost-Ende noch auftreten, bleiben über −2 °C; nur 3 Prozent fallen unter −4 °C. Genau dieser Bereich ist der, den Vlies abfängt. Eine Tabelle mit Schwellenwerten je Kultur sagt, wie viel Reserve Tomate, Salat oder Erdbeerblüte tatsächlich haben.

Spätfrost und Klimawandel: Die Blüte rückt vor, der Frost bleibt stehen

Der Artikel Warum Spätfrost trotz Klimawandel gefährlicher wird legt zwei Läufer nebeneinander. Die Obstblüte beginnt heute 9 bis 12 Tage früher als 1961–1990 (Deutscher Wetterdienst). Der letzte Frost hat dieses Tempo nicht mitgemacht: An 362 DWD-Stationen liegt der Median-Termin des letzten Luftfrosts in den letzten 15 Frühjahren sogar 2 Tage später als im Fenster 1991–2026, der 90-%-Termin ist unverändert.

Die Folge lässt sich beziffern: Das Schadfrostrisiko nach Blühbeginn stieg bundesweit bei der Süßkirsche von 19 auf 27 %. Der Artikel ordnet außerdem sechs Studien ein, die sich scheinbar widersprechen, und zieht die Konsequenz für den Garten: Die Erwärmung ist kein Argument, früher auszupflanzen – wohl aber eines, austreibende Gehölze besser zu schützen.

Phänologie: Was die Forsythie zeigt – und was nicht

Gärtnern nach der Forsythie erklärt den phänologischen Kalender mit seinen zehn Jahreszeiten und rechnet nach, wie weit jede Zeigerpflanze vom Frostende entfernt liegt. Die Forsythie eröffnet den Erstfrühling im Mittel am 25. März; bis zum Tag, ab dem Luftfrost in 9 von 10 Jahren vorbei ist, vergehen danach im Median 42 Tage, bis zum Bodenfrost-Ende 59 Tage. An keiner der 1.249 ausgewerteten Phänologiestationen lag die Blüte nach dem Luftfrost-Termin.

Zeigerpflanzen messen den Wärmestand Ihres Standorts – deshalb taugen sie für Bodenvorbereitung, robuste Aussaaten und Schnitt, nicht aber für Tomaten und Gurken. Eine Regionaltabelle zeigt, wo Apfel-, Flieder- oder Holunderblüte als Auspflanz-Marker brauchbar wären: an der Küste ja, in Kaltluftlagen wie Nürnberg-Netzstall keine einzige.

Faustregel: Stationstermin aus dem Rechner nehmen, Lage-Zuschlag aus dem Mikroklima-Artikel dazurechnen, Vlies für das Restrisiko bereithalten – und in den letzten Tagen vor dem Pflanzen auf den Wetterbericht schauen.

Vom Stationstermin zum Beet-Termin in drei Schritten

Wie die Artikel zusammenspielen, zeigt eine Rechnung für einen konkreten Ort: Frankfurt am Main, DWD-Station Frankfurt/Main (Flughafen, 100 m). Die Stationswerte stammen aus unserer Auswertung der Frühjahre 1991–2026, die Lage-Korrekturen aus dem Mikroklima-Artikel, das Restrisiko aus der Vlies-Auswertung.

Drei Kästen nebeneinander mit Pfeilen: erstens Stationstermin Bodenfrost 90 Prozent am 18. Mai in Frankfurt am Main, zweitens die Korrektur für die eigene Lage mit plus 5 bis 10 Tagen auf der Freifläche und minus 7 bis 14 Tagen an der Südwand, drittens der Vlies-Puffer von 2 bis 5 Grad.
Der Rechenweg der Rubrik: Der Rechner liefert Schritt 1, die Artikel liefern die Zahlen für Schritt 2 und 3.

Schritt 1 – Stationstermin ablesen. Die Station meldet den letzten Luftfrost (2 m) im Median am 14. April, zu 90 % vorbei am 4. Mai. Der Bodenfrost (5 cm) endet im Median am 26. April, zu 90 % am 18. Mai. Für frostempfindliche Jungpflanzen zählt der Boden-Termin, also der 18. Mai; die 14 Tage zwischen beiden 90-%-Terminen sind die Phase, in der die Luft schon sicher ist, der Boden aber noch nicht.

Schritt 2 – Lage korrigieren. Der Stationstermin gilt für eine ebene Freifläche am Flughafen. Ihr Beet liegt woanders, und der Mikroklima-Artikel gibt dafür Konventionswerte vor: Hangfuß und offene Fläche +5 bis +10 Tage, ausgeprägter Kaltluftsee +10 Tage bis +3 Wochen, Mittelhang mit freiem Abfluss 0 bis −7 Tage, Südwand, Innenhof oder Balkon ab dem 1. Stock −1 bis −2 Wochen – praktisch: Dort gilt statt des Boden- der Luftfrost-Termin der Station.

Lage des Beets in FrankfurtKorrektur (Konvention Mikroklima-Artikel)Beet-Termin für Tomaten, Gurken, Geranien
Südwand, Innenhof, Balkon ab 1. Stock−1 bis −2 Wochen → Luftfrost-90 %4. Mai
Mittelhang mit freiem Abfluss nach unten0 bis −7 Tage11. bis 18. Mai
Ortslage, Umfeld ähnlich der Station±018. Mai
Hangfuß oder offene Fläche (Rasen, Wiese, Ackerrand)+5 bis +10 Tage23. bis 28. Mai
Ausgeprägter Kaltluftsee (Talboden, Mulde, hinter Damm oder Mauer)+10 Tage bis +3 Wochen28. Mai bis 8. Juni

Stationstermine: Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center, Tagesdaten), Frühjahre 1991–2026, eigene Auswertung; Korrekturen sind Konventionswerte des Projekts, keine Messwerte für Ihren Garten. Zwei zutreffende Lagen addieren sich.

Schritt 3 – Restrisiko mit Vlies abfangen. Wer in Ortslage schon am Luft-Termin, dem 4. Mai, pflanzt statt am 18. Mai, gewinnt zwei Wochen Saison und übernimmt dafür ein bezifferbares Risiko: In Frankfurt kamen in dieser Phase im Mittel 0,4 Bodenfrostnächte je Jahr vor, in 9 von 36 Frühjahren mindestens eine. 73 % dieser Nächte blieben über −2 °C, keine einzige fiel unter −4 °C.

Eine Lage Vlies mit 2–3 Grad Puffer deckt damit rund drei von vier dieser Nächte ab, schweres Vlies ab 50 g/m² (bis gut 4 Grad) praktisch alle – vorausgesetzt, es ist eine klare, windstille Strahlungsnacht über einem tagsüber besonnten Beet.

Wer dagegen am Boden-Termin pflanzt, braucht Vlies nur noch für das zehnte Jahr: Der 18. Mai ist der Tag, nach dem es in 9 von 10 Frühjahren am Boden nicht mehr fror – nicht der Tag, an dem Frost unmöglich wird. In einer Senke verschiebt sich diese Grenze nach hinten, an der Südwand nach vorn; die Statistik der Vlies-Nächte gilt für den Stationsstandort und ist in kalten Lagen entsprechend ungünstiger.

Tipp: Die drei Schritte funktionieren für jede Station. Termine für Ihre Postleitzahl liefert der Rechner unten, die Lage-Korrektur die sechs Fragen im Mikroklima-Artikel, das Restrisiko Ihrer Station die Städtetabelle im Vlies-Artikel.

Statistik der Vergangenheit, keine Wettervorhersage. Die Termine sagen, wie oft es in den letzten Jahrzehnten an Ihrer nächsten Wetterstation noch gefroren hat – ob es in der kommenden Nacht friert, verrät nur die aktuelle Wetterlage (z. B. die Warnkarte des DWD).

Ohne Eingabe: Beispieltermine für acht Städte
Station (DWD)Letzter Luftfrost 90 %Letzter Bodenfrost 90 %Erster Luftfrost 10 %Erster Bodenfrost 10 %
Hamburg-Fuhlsbüttel6. Mai3. Juni8. Oktober17. September
Hannover8. Mai1. Juni12. Oktober19. September
Berlin-Tempelhof21. April6. Juni18. Oktober19. September
Köln/Bonn13. Mai22. Mai11. Oktober27. September
Frankfurt/Main4. Mai18. Mai17. Oktober9. Oktober
Dresden-Klotzsche30. April23. Mai12. Oktober2. Oktober
Freiburg29. April18. Mai15. Oktober27. September
München-Stadt20. April30. April19. Oktober16. Oktober

90 % = in 9 von 10 Frühjahren 1991–2026 kein Frost mehr nach diesem Tag (Luft 2 m, Boden 5 cm); 10 % = in 9 von 10 Herbsten 1991–2025 noch kein Frost vor diesem Tag. Alle zwölf Städte mit Median und 80 %: Bodenfrost-Artikel; Herbst: Erster Frost. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center, Tageswerte), eigene Auswertung · Postleitzahlen-Koordinaten: GeoNames (CC BY 4.0) · Zeitfenster: Frühjahre 1991–2026, Herbste 1991–2025 · So rechnen wir

Wie die Rubrik zu den Terminen passt

Frostkompass arbeitet auf drei Ebenen: Die Planung liefert der Frostrechner (Wahrscheinlichkeit aus 36 Jahren). Die Phänologie zeigt, wie weit das aktuelle Jahr ist. Die Prognose für die nächsten Tage kommt vom Wetterdienst – wir geben keine eigene Frostwarnung heraus. Die Wissen-Artikel erklären die erste und zweite Ebene; warum der Boden früher friert als die Luft, steht im Artikel Bodenfrost, und was von den Eisheiligen statistisch übrig bleibt, unter Eisheilige.

Alle Zahlen dieser Rubrik werden jährlich im Januar mit dem neuen DWD-Datenstand aktualisiert; jeder Artikel nennt sein Auswertungsfenster und seine Fachquellen am Ende.

Frost-Wissen im Herbst: dieselben Regeln, umgekehrte Richtung

Was für den letzten Frost gilt, gilt spiegelbildlich für den ersten. Der erste Luftfrost fällt in Deutschland im Median auf den 24. Oktober, am Boden ist er im Median 16 Tage früher da – die sichere Zeit endet dort bundesweit schon am 23. September.

Und die Lage entscheidet mit: In der Senke, am Hangfuß und auf freier Fläche kommt der erste Frost entsprechend früher, an der Südwand später. Wann er an Ihrem Ort zu erwarten ist und welche Pflanze null, −5 oder −10 °C verträgt, klärt der Herbst-Hub Erster Frost: wann er an Ihrem Ort kommt.

Auch das Vlies wechselt nur die Jahreszeit: In klaren Herbstnächten bringt eine Lage Vlies dieselben zwei bis drei Grad wie im Mai – genug, um Kübelpflanzen ein paar Nächte auf der Terrasse zu lassen, aber kein Ersatz fürs Einräumen. Frostempfindliche Arten wie Engelstrompete müssen vor dem ersten Bodenfrost rein; für Zitrus, Oleander und Olive zählt die Marke −5 °C, die im Median erst am 5. Dezember fällt, 41 Tage nach dem ersten Frost. Die Termine je Gruppe stehen unter Kübelpflanzen einräumen: wann Oleander, Olive und Zitrus rein müssen.

Häufige Fragen

Warum friert es in meinem Garten, wenn die App 3 Grad zeigt?

Weil die App die Temperatur in 2 m Höhe an einer Station auf freier Fläche nennt, Ihre Pflanzen aber in 5 cm Höhe stehen. In klaren, windstillen Nächten kühlt die bodennahe Luft stärker aus; laut Deutschem Wetterdienst kann in 5 cm schon Frost auftreten, während die Wetterhütte noch 3 bis 5 °C zeigt. Senken und Hangfüße sammeln zusätzlich Kaltluft.

Wie viel Grad hält Vlies ab?

Eine Lage 17–30 g/m² puffert in klaren, windstillen Nächten etwa 2–3 Grad, 50 g/m² und mehr bis gut 4 Grad; die LWG Bayern nennt für flach abgedeckte Gemüsebeete Schutz bis etwa −5 °C Außentemperatur. Bei Windfrost, bei Frost unter etwa −4 °C über mehrere Nächte und bei eingepackten Gehölzen ohne Bodenkontakt versagt Vlies.

Verschieben sich die Frosttermine durch den Klimawandel?

Kaum. An 362 DWD-Stationen liegt der Median-Termin des letzten Luftfrosts in den letzten 15 Frühjahren 2 Tage später als im Fenster 1991–2026, der 90-%-Termin ist unverändert. Die Obstblüte kommt dagegen 9 bis 12 Tage früher als 1961–1990 – deshalb stieg das Schadfrostrisiko der Süßkirschblüte von 19 auf 27 %.

Reicht der Stationstermin, oder muss ich rechnen?

Für Gärten in Ortslage reicht meist der 90-%-Termin der nächsten Station. Liegt Ihr Beet in einer Senke, am Hangfuß oder auf freier Fläche, rechnen Sie 5 bis 10 Tage dazu, in einem ausgeprägten Kaltluftsee 10 Tage bis 3 Wochen. An Südwand oder Balkon gilt der Luftfrost-Termin der Station, im Median 17 Tage früher.

Kann ich pflanzen, wenn die Forsythie blüht?

Nur Frosthartes: Radieschen, Erbsen, Möhren, Spinat und Stauden. Die Forsythie zeigt den Wärmestand Ihres Standorts, nicht das Frostende – von ihrer Blüte bis zum Luftfrost-90-%-Termin vergehen im Median 42 Tage, bis zum Bodenfrost-Ende 59 Tage. Tomaten, Gurken und Geranien warten auf den Bodenfrost-Termin Ihrer Station.

Warum gibt Frostkompass keine Frostwarnung heraus?

Weil Wetterwarnungen gesetzlich Aufgabe des Deutschen Wetterdienstes sind und unsere Zahlen Statistik der Vergangenheit sind, keine Vorhersage. Wir sagen, wie oft es in 36 Frühjahren nach einem Datum noch fror – ob es morgen friert, sagen die DWD-Warnlage und Ihre Wetter-App. Die Zahlen aktualisieren wir jährlich im Januar mit dem neuen DWD-Datenstand.

Fazit: Erst die Station, dann die Lage, dann das Vlies

Der Stationstermin aus dem Rechner ist der Startpunkt jeder Frostplanung, nicht ihr Ergebnis. Die fünf Artikel dieser Rubrik liefern die Korrekturen: Nachbarstationen liegen im Median eine Woche auseinander, also gehört die Lage Ihres Beets in die Rechnung; die Schutzmethode richtet sich nach dem Frosttyp, nicht nach dem Preis; Vlies fängt die milden Nächte am Ende der Saison ab, nicht die harten; der Klimawandel verschiebt die Blüte, aber nicht den Frost; und die Forsythie gibt das Startsignal fürs Beet, nicht fürs Auspflanzen.

Beginnen Sie mit dem Artikel, der Ihre Situation trifft – bei Frostschäden trotz Plusgraden in der App mit dem Mikroklima-Artikel, vor dem ersten frühen Pflanzversuch mit dem Vlies-Artikel. Wie die Zahlen entstehen, steht auf der Seite unsere Methodik und Datenbasis.

Quellen

Wie wir arbeiten und rechnen: Über Frostkompass.