Wann pflanzen? Der Termin für Ihren Ort – je Kultur, statt Faustregel

Kurzantwort: Der Pflanztermin hängt davon ab, wie viel Frost eine Kultur verträgt und wann der Frost an Ihrem Ort endet. Frostharte Kulturen wie Salat kommen ab dem mittleren Luftfrost-Ende ins Beet (bundesweit 22. April), Kartoffeln ab 24. April. Empfindliche wie Tomaten warten auf den Tag, ab dem in 9 von 10 Jahren kein Bodenfrost mehr auftrat: im Median der 24. Mai. Gurken, Paprika und Zucchini folgen eine Woche später, Erdbeeren im Spätsommer bis 12. August.

Stand: September 2026 · Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, 1991–2026

Jede Kultur-Seite dieser Säule rechnet Ihnen den Termin mit dem eingebetteten Frostrechner für Ihre nächste Wetterstation aus. Warum dabei der Bodenfrost und nicht der Luftfrost den Maßstab für Jungpflanzen setzt, erklärt der Artikel Bodenfrost.

Gartenkalender nennen für ganz Deutschland dieselben Termine – „Tomaten nach den Eisheiligen“, „Gurken Mitte Mai“. Zwischen Nordseeküste und Erzgebirge liegen beim letzten Frost aber mehrere Wochen, und der Bodenfrost, der Jungpflanzen trifft, endet im Mittel 17 Tage nach dem Luftfrost. Wir drehen die Logik deshalb um: erst der Ort, dann die Kultur. Auf dieser Seite finden Sie die Termin-Regel für 16 Kulturen, das Pflanzjahr für vier Städte im Vergleich, die Methodik dahinter und Antworten auf die häufigsten Fragen.

Wann pflanzen? Die Regel je Kultur

Balkendiagramm: Auspflanztermine von zehn Kulturen im Vergleich, je als Spanne über die Wetterstationen. Salat im Median am 22. April, Kartoffeln am 24. April, Tomaten, Geranien und Dahlien am 24. Mai, Gurken, Paprika, Zucchini, Kürbis und Basilikum am 31. Mai.
Drei Gruppen: Salat und Kartoffeln kommen schon um den Luftfrost-Termin ins Beet, Tomaten, Geranien und Dahlien zum Bodenfrost-Termin, Gurken, Paprika, Zucchini, Kürbis und Basilikum brauchen eine Woche mehr Wärme. Erdbeeren und die vier Herbstpflanzungen fehlen hier – sie kommen nicht im Frühjahr in die Erde. Innerhalb jeder Kultur ist der Ortsunterschied größer als der Unterschied zwischen den Kulturen.
KulturVerträgtAuspflanzen abAussaat/Vorziehen
Tomatenkeinen Frost, Bodenfrost schadet90-%-Termin Bodenfrost Ihrer Stationdrinnen ~7 Wochen vorher
Gurkenkeinen Frost, brauchen warmen Boden90-%-Termin Bodenfrost + ca. 1 Wochedrinnen ~3 Wochen vorher oder Direktsaat danach
Paprika und Chilikeinen Frost, brauchen Wärme90-%-Termin Bodenfrost + ca. 1 Wochedrinnen 10 Wochen vorher (Februar/März)
Geranienkeinen Frost (Kübel: rausstellen)90-%-Termin Bodenfrost– (Muttertag ist nicht überall sicher)
Zucchinikeinen Frost, brauchen warmen Boden90-%-Termin Bodenfrost + ca. 1 Wochedrinnen ~3 Wochen vorher oder Direktsaat danach
Kürbiskeinen Frost, brauchen warmen Boden90-%-Termin Bodenfrost + ca. 1 Wochedrinnen ~3 Wochen vorher oder Direktsaat danach
DahlienTriebe keinen Frost (Knollen liegen geschützt)90-%-Termin BodenfrostKnollen ~4 Wochen vorher vortreiben
KartoffelnKnolle im Boden geschützt, Laub keinen Frost90-%-Termin Luftfrost − 2 Wochen (der Austrieb dauert so lange)Vorkeimen ~5 Wochen vorher
Salatleichten Frost (abgehärtet)Median-Termin Luftfrost, Vlies für die restlichen Frostnächtedrinnen ~5 Wochen vorher
Basilikumkeinen Frost, keine Nächte unter 10 °C90-%-Termin Bodenfrost + ca. 1 Wochedrinnen ~5 Wochen vorher
ErdbeerenFrost (winterhart), die Blüten aber nichtSpätsommer: bis 6 Wochen vor dem ersten Bodenfrost im Herbst– (Frühjahrspflanzung als Alternative)
Kübelpflanzenje nach Gruppe: gar keinen Frost bis etwa −5 °C90-%-Termin Bodenfrost (empfindliche Arten), robuste schon ab dem Luftfrost-Termin– (Abhärten nach dem Winterquartier statt Anzucht)
KnoblauchFrost (winterhart)Herbst: Ende September bis Anfang November, solange der Boden offen ist– (Frühjahrspflanzung als Alternative)
TulpenFrost (winterhart), aber keinen warmen BodenHerbst: September bis Mitte November (meist Oktober), erst nach dem Ende der Wärmephase–
RosenFrost (winterhart)Herbst: Mitte Oktober bis Ende November (wurzelnackt); Containerware fast ganzjährig–
HimbeerenFrost (winterhart)Herbst: Oktober bis November; zeitiges Frühjahr bis Ende März als Alternative–

Weitere Kulturen folgen nach Nachfrage. Alle Termine stammen aus unserer Auswertung der DWD-Stationsdaten seit 1991 (Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung); die Methodik steht auf der Frostrechner-Seite.

Faustregel: Frostharte Aussaat (Möhren, Erbsen, Radieschen) ab dem Luftfrost-Termin, abgehärtete Salat-Jungpflanzen schon ab dessen Median-Termin mit Vlies in Reichweite – empfindliche Jungpflanzen erst ab dem 90-%-Termin für Bodenfrost. Dritter Fall: Kartoffelknollen liegen frostgeschützt im Boden und dürfen schon zwei Wochen vor dem Luftfrost-Termin hinein. Warum das zwei Wochen Unterschied macht, erklärt der Artikel Bodenfrost.

Ihr Ort: Frostrechner

Statistik der Vergangenheit, keine Wettervorhersage. Die Termine sagen, wie oft es in den letzten Jahrzehnten an Ihrer nächsten Wetterstation noch gefroren hat – ob es in der kommenden Nacht friert, verrät nur die aktuelle Wetterlage (z. B. die Warnkarte des DWD).

Ohne Eingabe: Beispieltermine für acht Städte
Station (DWD)Letzter Luftfrost 90 %Letzter Bodenfrost 90 %Erster Luftfrost 10 %Erster Bodenfrost 10 %
Hamburg-Fuhlsbüttel6. Mai3. Juni8. Oktober17. September
Hannover8. Mai1. Juni12. Oktober19. September
Berlin-Tempelhof21. April6. Juni18. Oktober19. September
Köln/Bonn13. Mai22. Mai11. Oktober27. September
Frankfurt/Main4. Mai18. Mai17. Oktober9. Oktober
Dresden-Klotzsche30. April23. Mai12. Oktober2. Oktober
Freiburg29. April18. Mai15. Oktober27. September
München-Stadt20. April30. April19. Oktober16. Oktober

90 % = in 9 von 10 Frühjahren 1991–2026 kein Frost mehr nach diesem Tag (Luft 2 m, Boden 5 cm); 10 % = in 9 von 10 Herbsten 1991–2025 noch kein Frost vor diesem Tag. Alle zwölf Städte mit Median und 80 %: Bodenfrost-Artikel; Herbst: Erster Frost. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center, Tageswerte), eigene Auswertung · Postleitzahlen-Koordinaten: GeoNames (CC BY 4.0) · Zeitfenster: Frühjahre 1991–2026, Herbste 1991–2025 · So rechnen wir

Wann pflanzen? Die Kulturen im Einzelnen

Die Reihenfolge folgt dem Kalender: erst die frostharten, dann die frostempfindlichen, zuletzt die wärmebedürftigen Kulturen – danach der Sonderfall im Spätsommer und zum Schluss die vier Kulturen, die im Herbst in die Erde kommen. Alle Bundes-Mediane sind Mittelwerte über die DWD-Stationen (Frühjahre 1991–2026); die Beispieltermine gelten für den Standort der jeweiligen Station.

Salat: ab dem Luftfrost-Median

Salat ist die früheste Jungpflanze im Beet. Abgehärtete Pflanzen kommen ins Freiland, sobald an Ihrem Ort der letzte Luftfrost im Mittel vorbei ist – der Median-Termin der Station, ohne Sicherheitszuschlag. Bundesweit ist das der 22. April, in Frankfurt/Main der 14. April, in Hamburg der 23. April. Die im Schnitt eine Frostnacht pro Jahr, die danach noch folgt, bleibt meist milder als −2 °C; ein Vlies in Reichweite genügt. Aussaat drinnen etwa 5 Wochen vorher. Ausführlich mit Städte-Tabelle: Wann Salat pflanzen?

Kartoffeln: zwei Wochen vor dem Luftfrost-Termin

Kartoffeln folgen einer eigenen Regel. Die Knolle liegt geschützt im Boden und braucht 2–3 Wochen bis zum Austrieb – deshalb darf sie schon zwei Wochen vor dem Tag in die Erde, ab dem in 9 von 10 Jahren kein Luftfrost mehr auftrat, bundesweit im Median der 24. April. Zweite Bedingung: mindestens 8 °C Boden in Pflanztiefe. Vorkeimen beginnt 5 Wochen vor dem Legen.

Zwischen Austrieb und Bodenfrost-Ende bleibt eine Schutzphase von 2 Tagen (Köln/Bonn) bis 39 Tagen (Berlin-Tempelhof); in Frankfurt/Main sind es 7, in Hamburg 21. Mehr dazu: Wann Kartoffeln pflanzen?

Tomaten: ab dem 90-%-Termin Bodenfrost

Tomaten vertragen keinen Frost, und der Bodenfrost in 5 cm Höhe trifft die Jungpflanzen, wenn die Wetter-App noch +3 °C anzeigt. Deshalb gilt der Tag, ab dem an Ihrer Station in 9 von 10 Jahren kein Bodenfrost mehr auftrat – bundesweit im Median der 24. Mai, am Oberrhein und in München-Stadt ab Ende April bis Mitte Mai, in Hamburg, Berlin und Kaltluftlagen erst im Juni.

Aussaat drinnen etwa 7 Wochen (6–8) davor. Wer schon Anfang März sät, hat in Frankfurt/Main zum Pflanztermin 78 statt 49 Tage alte Pflanzen. Städte-Tabelle und Rückrechnung: Wann Tomaten pflanzen?

Geranien: ab dem Bodenfrost-Termin – der Muttertag ist zu früh

Geranien (Pelargonien) bleiben dauerhaft draußen, sobald der 90-%-Termin für Bodenfrost erreicht ist – bundesweit im Median der 24. Mai. Vorher dürfen Kübel tagsüber raus und abends rein; diese Pendel-Phase beginnt mit dem Luftfrost-Termin und dauert in Frankfurt/Main 14, in Hamburg 28 Tage. Der Muttertag als Kauf- und Pflanztermin ist an den meisten Orten zu früh: An der mittleren Station fror es danach in knapp jedem zweiten Jahr noch am Boden. Termine je Stadt: Wann Geranien rausstellen?

Dahlien: Knollen ab dem Bodenfrost-Termin, vorgetrieben blühen sie länger

Die Augen der Dahlienknollen liegen nur 3–5 cm unter der Erde und treiben erst nach 2–3 Wochen aus. Die Knolle selbst verträgt den Termin ohne Zuschlag, die Triebe sind frostempfindlich – gesetzt wird deshalb ab dem 90-%-Termin Bodenfrost (Median 24. Mai), vorgetrieben drinnen etwa 4 Wochen davor.

Das Vortreiben verlängert die Blüte spürbar; wie stark, hängt auch vom Sortentyp ab: In Frankfurt/Main bringt es kleinblumigen Sorten 15 statt 12 Blühwochen bis zum ersten Herbstfrost, großblumigen 10 statt 7; in Nürnberg-Netzstall kleinblumigen 7 statt 4 – großblumige blühen dort im typischen Jahr nur vorgetrieben vor dem Frost. Tabelle mit Blühwochen je Stadt: Wann Dahlien pflanzen?

Gurken: Bodenfrost-Termin plus eine Woche

Gurken brauchen warmen Boden, nicht nur frostfreie Nächte. Deshalb kommt zum 90-%-Termin Bodenfrost eine Woche Wärmezuschlag – bundesweit im Median der 31. Mai. Vorziehen beginnt erst 3 Wochen vor dem Termin, Direktsaat ab dem Termin ist die gleichwertige Alternative. Hamburg pflanzt ab 10. Juni, Frankfurt/Main ab 25. Mai, München-Stadt schon ab 7. Mai. Mehr: Wann Gurken pflanzen?

Paprika und Chili: gleicher Termin, zehn Wochen Anzucht

Paprika und Chili teilen den Termin mit den Gurken: 90-%-Termin Bodenfrost plus eine Woche, bundesweit im Median der 31. Mai. Der Unterschied liegt in der Anzucht: Sie dauert 10 Wochen, die Aussaat drinnen beginnt also 70 Tage vorher – in Frankfurt/Main am 16. März, in Hamburg am 1. April, in München-Stadt schon am 26. Februar. Langsame Chili-Arten wie Habanero starten 3–4 Wochen früher.

Entscheidend ist außerdem das Saisonfenster bis zum ersten Herbst-Bodenfrost: In Nürnberg-Netzstall bleiben 62 Tage, in München-Stadt 162. Details: Wann Paprika pflanzen?

Zucchini: wie Gurken – Direktsaat holt fast auf

Zucchini folgen der Gurken-Regel: 90-%-Termin Bodenfrost plus eine Woche, Median 31. Mai, vorziehen 3 Wochen vorher oder Direktsaat ab dem Termin. Der Vorsprung des Vorziehens beträgt bei der ersten Ernte höchstens rund zehn Tage (Frankfurt/Main: 29. Juni vorgezogen, 9. Juli direkt gesät; beides mit Vlies, ohne Vlies nach Hortipendium noch weniger). Wie lang das Erntefenster wird, entscheidet der Ort: 18 Wochen in München-Stadt, 3 Wochen in Nürnberg-Netzstall. Mehr: Wann Zucchini pflanzen?

Kürbis: gleicher Termin, Sortenwahl nach Saisonlänge

Kürbis kommt wie Zucchini eine Woche nach dem 90-%-Termin Bodenfrost ins Beet (Median 31. Mai), vorgezogen 3 Wochen vorher oder direkt gesät. Hier zählt die Länge des frostfreien Fensters bis zum ersten Herbst-Bodenfrost: Hokkaido reift schneller als Butternut, Muskatkürbis braucht am längsten. In Frankfurt/Main reichen 137 Tage für alle drei, in Hamburg (99 Tage) wird Muskat knapp, in Nürnberg-Netzstall (62 Tage) rechnerisch selbst Hokkaido. Sortentabelle: Wann Kürbis pflanzen?

Basilikum: die kälteempfindlichste Kultur

Basilikum verträgt keinen Frost und keine Nächte unter 10 °C; unter 12 °C stellt es das Wachstum ein. Termin: 90-%-Termin Bodenfrost plus eine Woche, Median 31. Mai, Aussaat drinnen 5 Wochen vorher. Auf dem Balkon an der Hauswand darf es früher raus als ins Beet – die Basilikum-Saison ist dort um Wochen länger (Hamburg: 21 statt 14 Wochen). Mehr: Wann Basilikum pflanzen?

Erdbeeren: der Sonderfall im Spätsommer

Erdbeeren sind winterhart und werden im Spätsommer gepflanzt, damit sie vor dem Winter anwachsen. Die Grenze setzt der erste Herbst-Bodenfrost: spätestens 6 Wochen vor dem Tag, bis zu dem der Boden in 9 von 10 Jahren noch frostfrei blieb – bundesweit im Median der 12. August. Für volle Ernte gilt zusätzlich Mitte August, weil die Pflanze ab Mitte September ihre Blüten anlegt. Frankfurt/Main hat bis 28. August Zeit, Hamburg nur bis 6. August. Die Frühjahrspflanzung ist die Alternative. Mehr: Wann Erdbeeren pflanzen?

Kübelpflanzen: eine Gruppe, zwei Termine

Kübelpflanzen sind keine Kultur, sondern eine Sammelgruppe mit sehr verschiedenen Kälteschwellen. Frostempfindliche Arten wie Engelstrompete oder Hibiskus warten auf den 90-%-Termin für Bodenfrost (Median 24. Mai), robustere wie Oleander und Olive stehen die Wochen davor meist unbeschadet durch (Zitrus holen Sie in angekündigten Frostnächten noch herein): Nur 3 % der Bodenfrostnächte in dieser Pendel-Phase fallen unter −4 °C. Der eigentliche Frühjahrsfehler hat mit Frost ohnehin nichts zu tun, sondern mit Sonnenbrand nach dem Winterquartier. Gruppen, Termine je Ort und die Saisonlänge im Vergleich zum Herbst: Wann Kübelpflanzen rausstellen?

Herbstpflanzung: warum hier kein Termin aus Frostdaten gerechnet wird

Die folgenden vier Kulturen sind winterhart. Ihre Wurzeln wachsen weiter, solange der Boden offen ist – die erste Frostnacht ist für sie keine Grenze. Deshalb gilt für sie nicht die Erdbeeren-Regel „so viele Wochen vor dem ersten Bodenfrost“: Angewandt auf Tulpen käme dabei ein Pflanztermin Mitte August heraus, gegen jede Fachempfehlung. Der empfohlene Zeitraum stammt bei ihnen aus Fachquellen; unsere Daten beantworten die andere Frage, nämlich wie lange der Boden an Ihrem Ort überhaupt offen bleibt.

Maßstab dafür ist die erste Serie von drei Frostnächten in Folge in 5 cm Höhe – das Signal, dass anhaltende Frostnächte in Bodennähe beginnen (gefroren ist der Boden damit noch nicht). Bundesweit war sie im Median am 10. Oktober noch nicht erreicht, in 9 von 10 Herbsten; im typischen Jahr begann sie erst um den 29. Oktober.

Knoblauch: Ende September bis Anfang November

Knoblauch wird im Herbst gesteckt, damit er vor dem Winter Wurzeln bildet. Fachlich liegt das Fenster zwischen Ende September und Anfang November. Wie sicher dieser Termin ist, hängt stark vom Ort ab: Am 31. Oktober hatten anhaltende Frostnächte in Bodennähe bundesweit in 47 % der Herbste noch nicht begonnen, in Rostock-Warnemünde in 86 %, in der fränkischen Kaltluftlage Nürnberg-Netzstall nur in 16 %. Pflanzen lässt sich, solange der Boden nicht gefroren ist. Die Frühjahrspflanzung ist die Alternative, kostet aber Ertrag. Stichtags-Tabelle je Stadt: Wann Knoblauch pflanzen?

Tulpen: nicht zu spät – vor allem nicht zu früh

Bei Tulpen ist der häufigste Fehler nicht der verpasste Termin, sondern der zu frühe: In warmem Boden treiben die Zwiebeln vor dem Winter durch oder faulen. Das Fenster beginnt also erst, wenn die Wärmephase endet – bundesweit im Median um den 12. September, gemessen als fünf Nächte in Folge mit einem Minimum unter 10 °C (Lufttemperatur, nicht Bodentemperatur). Wie lang das Fenster danach ist, unterscheidet sich um das Siebenfache: 35 Tage in München-Stadt, 5 Tage in Berlin-Tempelhof. Fensterlänge je Stadt: Wann Tulpen pflanzen?

Rosen: Herbst oder Frühjahr entscheidet der Wohnort

„Herbst ist besser“ gilt für wurzelnackte Rosen, und die Bayerische Gartenakademie nennt als Fenster Mitte Oktober bis Ende März, solange der Boden nicht durchgefroren ist. Wo anhaltende Frostnächte in Bodennähe am 31. Oktober in mehr als der Hälfte der Jahre schon begonnen hatten – bei drei von zwölf Städten –, pflanzen Sie gleich zu Beginn des Fensters ab Mitte Oktober oder weichen aufs Frühjahr aus. Containerware ist von der Frage kaum betroffen, sie lässt sich fast ganzjährig pflanzen. Städte-Tabelle mit Empfehlung je Ort: Wann Rosen pflanzen?

Himbeeren: zwei Frostfragen statt einer

Bei Himbeeren zählt neben der Pflanzzeit im Oktober und November (alternativ das zeitige Frühjahr bis Ende März) eine zweite Frostfrage, die nur die Herbstsorten betrifft: Der erste Luftfrost beendet die Ernte. Für eine spät reifende Sorte wie Himbo Top bleiben in Rostock-Warnemünde im typischen Jahr 88 Erntetage, in Nürnberg-Netzstall nur 41. In Kaltluftlagen lohnt deshalb eher eine früh beginnende Sorte. Ernte-Rechnung für zwölf Städte: Wann Himbeeren pflanzen?

Pflanzkalender je Ort: das Pflanzjahr in vier Städten

Was die Regeln für einen konkreten Ort bedeuten, zeigt die folgende Tabelle: die elf Einzelkulturen in Kalenderreihenfolge für vier DWD-Stationen – Hamburg-Fuhlsbüttel (11 m), Frankfurt/Main Flughafen (100 m), München-Stadt (Innenstadt, 515 m) und Nürnberg-Netzstall (Freifläche, 369 m). Die Termine sind aus den vier Stationswerten abgeleitet – Luftfrost-Median, Luftfrost-90 %, Bodenfrost-90 % im Frühjahr, Bodenfrost-10 % im Herbst – und stehen identisch auf den Kultur-Seiten.

KulturRegelBundes-MedianHamburg-FuhlsbüttelFrankfurt/MainMünchen-StadtNürnberg-Netzstall
SalatLuftfrost-Median22.04.23.04.14.04.06.04.05.05.
KartoffelnLuftfrost-90 % − 2 Wochen24.04.22.04.20.04.06.04.08.05.
TomatenBodenfrost-90 %24.05.03.06.18.05.30.04.17.06.
GeranienBodenfrost-90 %24.05.03.06.18.05.30.04.17.06.
DahlienBodenfrost-90 %24.05.03.06.18.05.30.04.17.06.
GurkenBodenfrost-90 % + 1 Woche31.05.10.06.25.05.07.05.24.06.
Paprika/ChiliBodenfrost-90 % + 1 Woche31.05.10.06.25.05.07.05.24.06.
ZucchiniBodenfrost-90 % + 1 Woche31.05.10.06.25.05.07.05.24.06.
KürbisBodenfrost-90 % + 1 Woche31.05.10.06.25.05.07.05.24.06.
BasilikumBodenfrost-90 % + 1 Woche31.05.10.06.25.05.07.05.24.06.
Erdbeeren (bis)Herbst-Bodenfrost-10 % − 6 Wochen12.08.06.08.28.08.04.09.14.07.

Datenbasis siehe Quellen am Ende der Seite; Termine gelten für den Standort der Station.

Drei Dinge zeigt die Tabelle. Erstens ist die Spanne innerhalb einer Kultur größer als die zwischen den Kulturen: Tomaten kommen in München-Stadt am 30. April ins Beet, in Nürnberg-Netzstall erst am 17. Juni – 48 Tage später, obwohl beide Stationen in Bayern liegen und Netzstall sogar 146 m tiefer. Die Innenstadt-Lage Münchens und die Freifläche bei Nürnberg mit ihren Strahlungsnächten wiegen schwerer als Höhe und Breitengrad.

Zweitens ist das Frühjahrs-Pflanzfenster von Salat bis Basilikum je Ort unterschiedlich lang: 31 Tage in München-Stadt (6. April bis 7. Mai), 41 in Frankfurt/Main, 49 in Hamburg, 50 in Nürnberg-Netzstall. Wo der Bodenfrost besonders lange nach dem Luftfrost anhält (Hamburg +28 Tage, Netzstall +26), dehnt sich die Wartezeit zwischen Kartoffeln und Tomaten auf sechs Wochen – in Frankfurt/Main sind es vier. In Hamburg liegen die Kartoffeln sogar einen Tag vor dem Salat, weil dort Luftfrost-Median und 90-%-Termin nur 13 Tage auseinanderliegen.

Drittens kehrt sich die Reihenfolge am anderen Ende des Jahres um: Nürnberg-Netzstall muss Erdbeeren bis 14. Juli gepflanzt haben, weil der Boden dort in einem von zehn Jahren schon ab 25. August wieder friert; München-Stadt hat bis 4. September Zeit. Für Paprika bedeutet das ein Saisonfenster von 62 Tagen in Netzstall gegenüber 162 in München. Ob Ihr Ort eher wie Netzstall oder wie München tickt, sagt Ihnen der Frostrechner oben – und der Abschnitt zur Methodik erklärt, warum die Antwort auch innerhalb einer Stadt unterschiedlich ausfällt.

Methodik: Warum drei verschiedene Termine?

Der 90-%-Termin Bodenfrost für alles Frostempfindliche. Bodenfrost wird 5 cm über dem Boden gemessen – dort, wo die Jungpflanze steht – und endet im Median 17 Tage nach dem Luftfrost. An 361 von 406 Stationen (89 %) ist der Boden erst nach dem 15. Mai zu 90 % frostsicher, an 93 erst im Juni.

Der 90-%-Termin heißt: In einem von zehn Jahren friert es danach noch einmal. Dieses Restrisiko ist bei Tomaten oder Paprika mit zehn Wochen Anzucht dahinter vertretbar, ein Vlies sollte trotzdem bereitliegen. Wie der Boden bei +3 °C Lufttemperatur gefriert, erklärt Bodenfrost; den Termin für Ihre Station liefert der Frostrechner.

Der Luftfrost-Median für frostharte Kulturen. Abgehärteter Salat verträgt leichte Fröste, und die Frostnächte nach dem Median-Termin sind meist mild: In Hamburg bleiben 96 %, in Frankfurt/Main 88 % von ihnen über −2 °C, und es ist im Schnitt etwa eine Nacht pro Jahr. Wer trotzdem den 90-%-Termin abwartet, verschenkt zwei bis drei Wochen Beetzeit (Frankfurt/Main: 20 Tage). Ein Vlies deckt den Rest ab. Kartoffeln nutzen denselben Gedanken anders: Die Knolle liegt geschützt, deshalb zählt der Luftfrost-90-%-Termin minus die 2–3 Wochen Austriebszeit.

Der Herbst-10-%-Termin für Erdbeeren. Hier zählt das andere Ende des Jahres: der Tag, vor dem in 9 von 10 Herbsten noch kein Bodenfrost kam – über alle Stationen im Median der 23. September (im typischen Jahr kommt der erste Bodenfrost erst um den 11. Oktober), denn im Herbst kommt der Bodenfrost im Median 15 Tage vor dem Luftfrost. Sechs Wochen davor müssen die Pflanzen im Boden sein.

Alle drei Termine gelten für den Standort der Wetterstation; wie stark ein Garten davon abweicht, zeigt Nürnberg: Die Stadt-Station ist am Boden schon am 26. Mai zu 90 % frostfrei, Netzstall vor den Toren erst am 17. Juni – 22 Tage innerhalb einer Stadt. Wie Sie Ihre Lage einordnen, steht unter Mikroklima im Garten.

Häufige Fragen

Was kann ich vor den Eisheiligen pflanzen?

Salat-Jungpflanzen ab dem 22. April, Kartoffeln ab dem 24. April (bundesweit), Direktsaaten wie Möhren und Erbsen ab dem Luftfrost-Termin. Bedingung: Die Kultur verträgt leichten Frost. Tomaten, Gurken, Paprika und Geranien warten auf den Bodenfrost-Termin, an 89 % der Stationen nach dem 15. Mai. Anfang Mai ist an 305 von 410 Stationen riskanter als die Eisheiligen: Eisheilige in Zahlen.

Wann ist Pflanzzeit für Gemüse?

Bundesweit vom 22. April bis 31. Mai, je nach Kultur. Frostharte Arten wie Salat und Kartoffeln starten am 22. bis 24. April, Tomaten im Median am 24. Mai, wärmebedürftige wie Gurken, Paprika und Zucchini am 31. Mai. Der Ort verschiebt das Fenster um Wochen: München-Stadt 6. April bis 7. Mai, Nürnberg-Netzstall 5. Mai bis 24. Juni.

Welche Reihenfolge beim Auspflanzen?

Salat und Kartoffeln zuerst (22. und 24. April), dann Tomaten, Geranien und Dahlien (24. Mai), eine Woche später Gurken, Paprika, Zucchini, Kürbis und Basilikum (31. Mai) – Bundes-Mediane. Zwischen erster und letzter Gruppe liegen je nach Ort 31 Tage (München-Stadt) bis 50 Tage (Nürnberg-Netzstall). Erdbeeren fallen aus der Reihe: Spätsommer, bundesweit bis 12. August.

Wann muss ich Gemüse vorziehen?

Paprika und Chili 10 Wochen vor dem Pflanztermin, Tomaten 7, Salat und Basilikum 5, Gurken, Zucchini und Kürbis nur 3 Wochen. Gezählt wird rückwärts vom Termin Ihrer Station – für Frankfurt/Main: Paprika ab 16. März, Tomaten ab 30. März, Gurken erst ab 4. Mai. Wer alles im Februar sät, hat zum Pflanztermin Gurken, die Wochen zu lange im Topf standen.

Warum nicht einfach „nach den Eisheiligen“ pflanzen?

Weil der Bodenfrost an den meisten Orten länger anhält als die Eisheiligen-Woche: An 361 von 406 DWD-Stationen ist der Boden erst nach dem 15. Mai zu 90 % frostsicher, an 93 erst im Juni. München-Stadt ist dagegen schon am 30. April so weit. „Nach den Eisheiligen“ ist je nach Ort zu früh oder unnötig spät – Details unter Eisheilige.

Gilt der Termin auch für den Balkon?

Ja, der 90-%-Termin für Bodenfrost ist auch auf dem Balkon der sichere Termin; als frühester Termin taugt dort der 90-%-Termin für Luftfrost. Bedingung: Der Balkon liegt an der Hauswand, wo es meist wärmer ist als an der Wetterstation, und Kübel lassen sich bei Frostgefahr reinholen. Für Basilikum verlängert das die Saison in Hamburg von 14 auf 21 Wochen.

Fazit: erst der Ort, dann die Kultur

Drei Termine Ihrer nächsten Wetterstation genügen, um das Pflanzjahr zu planen: der Luftfrost-Median für Salat, der Luftfrost-90-%-Termin für Kartoffeln, der Bodenfrost-90-%-Termin für alles Empfindliche – plus eine Woche für die Wärmeliebhaber und, im Herbst, der 10-%-Termin des Bodenfrosts für Erdbeeren. Rechnen Sie die Termine oben im Frostrechner aus und tragen Sie die Aussaattage rückwärts in den Kalender ein. Vermissen Sie eine Kultur? Schreiben Sie an kontakt@frostkompass.de – wir arbeiten die Liste nach Nachfrage ab.

Quellen

Wie wir arbeiten und rechnen: Über Frostkompass.