Die Eisheiligen in Zahlen: Statistik aus 410 Wetterstationen und 36 Frühjahren

Kurzantwort: In der Eisheiligen-Woche vom 11. bis 15. Mai gab es an einer durchschnittlichen deutschen Wetterstation nur in 8 % der Jahre (1991–2026) Luftfrost – in der ersten Maiwoche (1.–5. Mai) dagegen in 16 %. An 305 von 410 Stationen ist Anfang Mai riskanter als die Eisheiligen; nur in 6 von 36 Jahren traf die Eisheiligen-Woche mehr Stationen als die erste Maiwoche. Beim Bodenfrost in 5 cm Höhe lauten die Werte 46 % vs. 24 %. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Stand: September 2026 · Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, 1991–2026

Wer im Mai Tomaten oder Geranien in der Hand hält, kennt den Satz: „Warte bis nach den Eisheiligen.“ Sucht man nach der Eisheilige-Statistik dahinter, findet man meist Bauernregeln, einzelne Wetterrückblicke oder eine unbelegte Zahl. Diese Seite liefert stattdessen die vollständige Auswertung: 410 Stationen des Deutschen Wetterdienstes, 36 Frühjahre, Luft- und Bodenfrost, aufgeschlüsselt nach Fünf-Tage-Fenstern, Bundesländern, Städten und Jahren.

Sie ist der Datenanhang zu unserem Überblick Eisheilige: Frostrisiko je Region aus DWD-Daten und als Zitierseite gebaut: Methodik zuerst, dann die Tabellen, zum Schluss ein Zitierhinweis. Wer nur wissen will, ab wann es an seinem Ort statistisch sicher ist, kommt mit dem Frostrechner schneller ans Ziel.

Zwei Dinge deckt die Kurzantwort nicht ab, und beide sind für die Praxis wichtiger als der Mittelwert: In welchen Jahren die Eisheiligen tatsächlich zugeschlagen haben – und warum der Bodenfrost die eigentliche Geschichte ist. Beides folgt in den Abschnitten „Jahr für Jahr“ und „Bodenfrost“.


Methodik: So sind die Zahlen entstanden

Alle Werte auf dieser Seite stammen aus einer eigenen Auswertung der täglichen Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes (Climate Data Center, Open Data). Die Methode ist dieselbe wie im Frostrechner, damit sich Zahlen von beiden Seiten direkt vergleichen lassen.

PunktFestlegung
DatenquelleDWD CDC, Tageswerte „KL“ (historischer Bestand + aktuelle Daten), Lauf vom 16. August 2026
MessgrößenLuftfrost: Tagesminimum der Lufttemperatur in 2 m Höhe (TNK) < 0 °C · Bodenfrost: Minimum in 5 cm über dem Boden (TGK) < 0 °C
ZeitraumFrühjahre 1991 bis 2026, also 36 Frühjahre (2026 ist vollständig, Datenstand Juli 2026)
StationsauswahlAlle aktiven Klimastationen mit mindestens 20 gültigen Frühjahren: 410 für Luftfrost, 406 für Bodenfrost
Gültiges JahrMindestens 170 Messtage im Halbjahr Januar–Juni; für die Mai-Fenster zusätzlich mindestens 28 gültige Mai-Tage
„Frostjahr je Fenster“Ein Jahr zählt für ein Fenster (z. B. 11.–15. Mai), wenn an mindestens einem Tag des Fensters das Minimum unter 0 °C lag
ProzentwerteAnteil der Frostjahre an allen gültigen Jahren einer Station; bundesweite Werte sind Mittelwerte über alle Stationen
KalenderFester 365-Tage-Kalender (29. Februar wie 28.), damit Schaltjahre Termine nicht verschieben
90-%-TerminTag, nach dem in 90 % der Jahre kein Frost mehr auftrat (90. Perzentil des letzten Frosttags)

Zwei Grenzen der Methode gehören dazu. Erstens messen Stationen meist auf Freiflächen, Flughäfen oder am Stadtrand – Ihr Garten kann davon um Tage abweichen, in Kaltluftsenken deutlich; wie stark, erklärt der Artikel Mikroklima: warum Ihr Beet vom Stationstermin abweicht. Zweitens ist ein Mittelwert über 410 Stationen eine Klimatologie, keine Vorhersage: Er sagt, wie oft etwas in der Vergangenheit vorkam, nicht, ob es dieses Jahr passiert.

Ein Wort zur Schwelle: Der DWD selbst prüft die Eisheiligen in seinem Thema des Tages vom 9. Mai 2026 mit einem milderen Kriterium (Tiefsttemperatur höchstens 3 °C) und kommt so auf ein Eintreffen „im Schnitt nur in einem Drittel der Fälle“ – auch das ist wenig für eine Wetterregel. Wir rechnen strenger mit echtem Frost unter 0 °C, weil das die Schwelle ist, an der Tomaten, Gurken und Geranien Schaden nehmen.

Bundesweit: Anfang Mai friert es doppelt so oft wie an den Eisheiligen

Der Kernbefund steht in einer Zeile: Die Frosthäufigkeit sinkt im Mai von Fenster zu Fenster, und die Eisheiligen-Woche ist dabei nur ein Zwischenschritt – kein Ausreißer nach oben.

FensterLuftfrost (2 m)Bodenfrost (5 cm)
1.–5. Mai16 %46 %
6.–10. Mai10 %30 %
11.–15. Mai (Eisheilige)8 %24 %
16.–20. Mai5 %21 %
21.–25. Mai3 %13 %
26.–31. Mai1 %9 %

Lesart: Anteil der Jahre 1991–2026 mit mindestens einer Frostnacht im Fenster, Mittel über 410 (Luft) bzw. 406 (Boden) Stationen. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Balkendiagramm: Anteil der Jahre mit Frost je Fünf-Tage-Fenster vom 1. April bis 10. Juni, bundesweites Mittel über 410 DWD-Stationen; Luftfrost als gefüllte Balken, Bodenfrost als Umriss; die Eisheiligen-Woche 11. bis 15. Mai ist grau markiert und liegt deutlich unter der ersten Maiwoche
Frosthäufigkeit je Fünf-Tage-Fenster, 1. April bis 10. Juni: Die Eisheiligen (grau) sind kein Gipfel, sondern ein Punkt auf der abfallenden Kurve. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026.

Vier Zahlen aus dem Stationsvergleich präzisieren das Bild:

  • An 305 von 410 Stationen (74 %) ist das Fenster 1.–5. Mai riskanter als das Fenster 11.–15. Mai.
  • Nur an 41 von 410 Stationen ist die Eisheiligen-Woche das (mit-)riskanteste Mai-Fenster – meist mit sehr kleinen Werten (ein bis zwei Frostjahre in 36) und quer durch Deutschland verteilt, darunter Greifswald, Potsdam und Leipzig/Halle. Die Berglagen der Ranglisten weiter unten haben zwar die höchsten Eisheiligen-Werte, frieren aber in der ersten Maiwoche noch häufiger.
  • An 94 von 410 Stationen gab es in der Eisheiligen-Woche in keinem einzigen der 36 Jahre Luftfrost.
  • An 67 von 410 Stationen trat Luftfrost nach dem 15. Mai noch in mindestens 10 % der Jahre auf – die Eisheiligen sind also auch kein sicheres Ende der Frostzeit.

Der Blick auf den ganzen Frühling ordnet die Größenordnung ein: Ende April (21.–25. April) liegt die Luftfrost-Häufigkeit noch bei 31 %, in der letzten Aprilwoche bei 19 %. Der Sprung von Ende April auf Anfang Mai ist klein, der von Anfang auf Mitte Mai halbiert das Risiko. Wer „nach den Eisheiligen“ pflanzt, hat das Luftfrost-Risiko gegenüber dem 1. Mai also von 16 % auf 5 % gedrückt – aber der größte Teil dieses Gewinns wäre schon am 6. Mai eingefahren.

Faustregel: Nicht die Eisheiligen sind der gefährliche Termin, sondern die erste Maiwoche. Wer die Eisheiligen abwartet, wartet an drei von vier Stationen länger als nötig (an 311 von 410 Stationen liegt der Luftfrost-90-%-Termin spätestens am 15. Mai) – und ist trotzdem nicht vor Bodenfrost sicher.

Jahr für Jahr: Die Eisheiligen gibt es – als Lotterie

Der Mittelwert von 8 % verschweigt, wie ungleich sich der Frost auf die Jahre verteilt. Die Matrix zeigt für jedes Frühjahr, welcher Anteil der Stationen im jeweiligen Fenster mindestens eine Luftfrostnacht hatte.

JahrStationen21.–30.4.1.–5.5.6.–10.5.11.–15.5.16.–20.5.21.–31.5. (max.)
199127598 %34 %39 %7 %26 %9 %
199227269 %17 %1 %1 %0 %1 %
19932830 %10 %4 %0 %0 %0 %
19942952 %16 %2 %1 %0 %3 %
199530337 %5 %1 %39 %12 %15 %
19963006 %14 %26 %1 %1 %5 %
199730898 %3 %32 %0 %0 %14 %
19983177 %5 %1 %0 %1 %3 %
199932323 %2 %1 %1 %2 %0 %
20003181 %1 %0 %1 %2 %2 %
200131961 %1 %1 %0 %1 %1 %
20023147 %1 %2 %0 %0 %0 %
20033144 %3 %0 %3 %11 %1 %
20043117 %1 %5 %4 %0 %28 %
200536186 %1 %21 %34 %20 %0 %
200638133 %13 %1 %2 %0 %2 %
200739856 %23 %0 %1 %4 %1 %
20084038 %2 %1 %1 %3 %1 %
200940424 %16 %1 %1 %0 %0 %
201040577 %28 %6 %3 %3 %1 %
20114031 %79 %16 %1 %0 %1 %
201240314 %0 %1 %35 %35 %0 %
201340515 %9 %0 %1 %0 %12 %
20144061 %44 %1 %1 %1 %1 %
201540361 %15 %0 %3 %2 %3 %
201640490 %20 %0 %4 %2 %0 %
201740791 %5 %45 %6 %0 %0 %
20184034 %17 %0 %0 %0 %0 %
201940617 %65 %49 %38 %3 %1 %
202040526 %13 %31 %63 %12 %0 %
202140683 %31 %44 %0 %0 %1 %
202240823 %6 %1 %0 %0 %2 %
202340653 %24 %1 %0 %8 %1 %
202440592 %0 %1 %0 %0 %0 %
202540911 %8 %29 %7 %4 %16 %
202640664 %12 %1 %12 %9 %0 %

Lesart: Anteil der Stationen mit mindestens einer Luftfrostnacht im Fenster. Die Stationszahl wächst über die Jahre, weil ältere Jahre bei weniger Stationen vollständig sind. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Liniendiagramm 1991 bis 2026: Anteil der DWD-Stationen mit Luftfrost in der ersten Maiwoche (1. bis 5. Mai, rot) im Vergleich zur Eisheiligen-Woche (11. bis 15. Mai, blau); die blaue Linie liegt in den meisten Jahren nahe null mit Ausschlägen 1995, 2005, 2012, 2019 und 2020
Anteil der Stationen mit Luftfrost je Jahr: erste Maiwoche (rot) gegen Eisheiligen-Woche (blau). In 21 von 36 Jahren blieb die Eisheiligen-Woche praktisch bundesweit frostfrei. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Fünf Jahre tragen fast die gesamte Eisheiligen-Statistik

In 21 von 36 Jahren hatten höchstens 1 % der Stationen in der Eisheiligen-Woche Luftfrost – die Woche fiel also faktisch aus. Auf der anderen Seite stehen fünf Jahre, in denen die Eisheiligen ihrem Namen gerecht wurden: 2020 (63 % der Stationen), 1995 (39 %), 2019 (38 %), 2012 (35 %) und 2005 (34 %). Diese fünf Jahre liefern zusammen den größten Teil des bundesweiten Mittelwerts von 8 %.

Das ist die ehrliche Beschreibung des Phänomens: Die Eisheiligen existieren nicht als jährlich wiederkehrender Kälterückfall, sondern als seltener, dann aber großflächiger Kaltlufteinbruch – etwa alle sieben Jahre. 2020 war der breiteste Fall der Reihe: An fast zwei Dritteln aller Stationen fror es zwischen dem 11. und 15. Mai. Wer 2020 „nach den Eisheiligen“ pflanzte, lag richtig. Wer es 2011, 2014, 2016, 2017, 2021 oder 2024 tat, hatte den Frost schon Wochen vorher hinter sich.

Ein verbreiteter Ratgeber (Kraut & Rüben, abgerufen August 2026) datiert die „letzte echte Frostnacht zu den Eisheiligen“ auf 2012. Unsere Stationsdaten zeigen danach noch 2019, 2020, 2025 und 2026 mit Luftfrost in der Eisheiligen-Woche an 38 %, 63 %, 7 % bzw. 12 % der Stationen. Bundesweit betrachtet ist die Aussage also nicht haltbar – regional (etwa fürs Rheinland) mag sie stimmen.

Die Gegenbeispiele: Wenn der Frost kommt, dann meist früher

Die Jahre mit den größten Schäden in Gärten und Obstbau stehen in der Matrix nicht in der Eisheiligen-Spalte, sondern links davon:

  • 2011: Frost an 79 % der Stationen vom 1. bis 5. Mai – der breiteste Maifrost der gesamten Reihe – bei 1 % in der Eisheiligen-Woche.
  • 2016, 2017, 2024: Frost an 90 %, 91 % und 92 % der Stationen zwischen dem 21. und 30. April; die Eisheiligen-Woche blieb in allen drei Jahren bei 4 %, 6 % und 0 %. Der Aprilfrost 2017 (19./20. April) ist in Gartenforen als Schadensnacht mit erfrorenen Magnolien, Walnuss- und Clematis-Austrieben ausführlich dokumentiert; der DWD schrieb 2019 selbst über den „Kaltlufteinbruch in der ersten Maiwoche – verfrühte Eisheilige?“.
  • 2019 und 2021: Frost an 65 % bzw. 31 % der Stationen Anfang Mai und an 49 % bzw. 44 % vom 6. bis 10. Mai.
  • 2026, das aktuellste Jahr: 64 % der Stationen mit Frost Ende April, je 12 % Anfang Mai und in der Eisheiligen-Woche.

Wie oft die einzelnen Fenster überhaupt „breit“ ausfallen, zeigt eine Auszählung der Matrix nach Schwellen – unser Maß dafür, wie verlässlich ein Fenster als Warnzeitpunkt taugt:

FensterJahre mit Frost an ≥ 10 % der Stationen≥ 25 %≥ 50 %
21.–30. April24 von 361714
1.–5. Mai19 von 3662
6.–10. Mai10 von 3680
11.–15. Mai (Eisheilige)6 von 3651
16.–20. Mai6 von 3620

Eigene Auszählung aus der Jahresmatrix oben, Luftfrost. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Die Eisheiligen-Woche erreicht in einem einzigen Jahr (2020) mehr als die Hälfte der Stationen; die letzte Aprildekade schafft das in 14 Jahren. Und nur in 6 von 36 Jahren (1995, 2004, 2005, 2012, 2017, 2020) traf die Eisheiligen-Woche überhaupt mehr Stationen als die erste Maiwoche.

Regional: Wo die Eisheiligen-Woche wirklich zuschlägt

Der Bundesmittelwert verdeckt große Unterschiede. Die Tabelle nennt für alle 16 Länder die Luftfrost-Häufigkeit der vier ersten Mai-Fenster sowie den Median der 90-%-Termine für Luft- und Bodenfrost über die Stationen des Landes.

BundeslandStationen1.–5.5.6.–10.5.11.–15.5.16.–20.5.Luft 90 %Boden 90 %
Baden-Württemberg5012 %10 %7 %5 %06.05.24.05.
Bayern8616 %15 %10 %7 %12.05.25.05.
Berlin44 %2 %2 %0 %28.04.21.05.
Brandenburg2318 %9 %8 %2 %07.05.30.05.
Bremen28 %6 %2 %0 %24.04.09.05.
Hamburg215 %6 %2 %0 %03.05.25.05.
Hessen3119 %12 %9 %6 %15.05.24.05.
Mecklenburg-Vorpommern2315 %5 %6 %1 %02.05.23.05.
Niedersachsen3315 %7 %5 %2 %08.05.24.05.
Nordrhein-Westfalen3221 %10 %8 %5 %10.05.24.05.
Rheinland-Pfalz249 %4 %3 %2 %30.04.20.05.
Saarland710 %3 %5 %2 %29.04.20.05.
Sachsen2721 %15 %13 %8 %13.05.01.06.
Sachsen-Anhalt2218 %9 %10 %5 %06.05.23.05.
Schleswig-Holstein2120 %8 %6 %2 %07.05.25.05.
Thüringen2321 %13 %12 %7 %15.05.28.05.

Luftfrost-Anteile: Mittel über die Stationen des Landes; 90-%-Termine: Median der Stationstermine. Stadtstaaten mit 2–4 Stationen sind statistisch dünn. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Kein Bundesland kehrt die Reihenfolge um: Überall ist die erste Maiwoche häufiger frostig als die Eisheiligen-Woche. Am höchsten ist das Frostrisiko in beiden Fenstern in Sachsen (21 % vs. 13 %), Thüringen (21 % vs. 12 %) und Bayern (16 % vs. 10 %) – den Ländern mit Erzgebirge, Thüringer Wald, Bayerischem Wald und Alpenrand.

Der Abstand zwischen den beiden Fenstern ist dort mit 8 bis 9 Prozentpunkten allerdings ganz durchschnittlich; bundesweit liegt er bei 8,4 Punkten. Am kleinsten ist er in Baden-Württemberg und im Saarland mit je 5 Punkten (Berlin kommt auf 2, stützt sich aber nur auf vier Stationen), am deutlichsten fällt er im Norden und Westen aus (Schleswig-Holstein 20 % vs. 6 %, Nordrhein-Westfalen 21 % vs. 8 %).

Deutschlandkarte mit 410 DWD-Stationen als Punkte, eingefärbt nach dem Mai-Fenster mit der höchsten Luftfrost-Häufigkeit: 308 Stationen mit Schwerpunkt 1. bis 5. Mai, 56 mit 6. bis 10. Mai, nur 8 mit Schwerpunkt in der Eisheiligen-Woche 11. bis 15. Mai, verstreut über Tiefland und Hügelland
Riskantestes Mai-Fenster je Station: 308-mal die erste Maiwoche, 56-mal das Fenster 6.–10. Mai, 8-mal die Eisheiligen-Woche, 1-mal 16.–20. Mai (Stationen ohne Mai-Frost nicht gezählt). Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Rangliste: Wo die Eisheiligen-Woche am häufigsten friert

Die Spitzenplätze gehören den Berggipfeln – und danach den Kammlagen von Erzgebirge, Harz und Lausitz. Selbst dort ist die erste Maiwoche meist noch häufiger frostig.

#StationLandHöhe11.–15.5.1.–5.5.
1ZugspitzeBY2956 m100 %100 %
2Großer ArberBY1436 m44 %53 %
3BrockenST1135 m42 %69 %
4Feldberg/SchwarzwaldBW1486 m42 %58 %
5FichtelbergSN1213 m42 %53 %
6Sohland/SpreeSN291 m37 %59 %
7Deutschneudorf-BrüderwieseSN689 m35 %70 %
8CarlsfeldSN895 m31 %43 %
9Wernigerode-SchierkeST614 m31 %53 %
10HarzgerodeST404 m30 %48 %
11BaruthBB55 m29 %39 %
12ZwieselBY615 m28 %32 %

Anteil der Jahre mit Luftfrost im Fenster. Auffällig: Sohland/Spree (Oberlausitz, 291 m) und Baruth (Brandenburg, 55 m) sind Tieflandstationen in Kaltluftsenken – Beleg dafür, dass Mikroklima wichtiger ist als die Höhenlage allein.

Rangliste: Wo die erste Maiwoche am gefährlichsten ist

Ohne Bergstationen über 800 m sieht die Liste der frostigsten Anfang-Mai-Orte so aus – Mittelgebirgsrand, Rhön, Sauerland, aber auch die Küstenniederung Schleswig-Holsteins:

#StationLandHöhe1.–5.5.11.–15.5.
1Deutschneudorf-BrüderwieseSN689 m70 %35 %
2Sohland/SpreeSN291 m59 %37 %
3Arnsberg-NeheimNW159 m57 %19 %
4Bad KönigshofenBY289 m53 %19 %
5Wernigerode-SchierkeST614 m53 %31 %
6EsloheNW351 m50 %20 %
7GrambekSH26 m50 %11 %
8Ostheim v. d. RhönBY314 m50 %17 %
9QuickbornSH11 m50 %17 %
10KarlshagenMV1 m50 %23 %

Anteil der Jahre mit Luftfrost im Fenster; Stationen ≥ 800 m ausgeschlossen. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Frost nach den Eisheiligen: Tiefland-Stationen mit später Frostgefahr

Frost nach den Eisheiligen ist keine Bergerscheinung. An diesen Stationen unter 500 m fror es zwischen dem 16. und 20. Mai noch in mindestens 15 % der Jahre – hier liegt der 90-%-Termin für Luftfrost entsprechend spät:

StationLandHöhe16.–20.5.21.–25.5.Luft 90 %
Bad KönigshofenBY289 m28 %14 %23.05.
Fulda-HorasHE245 m23 %10 %20.05.
Sohland/SpreeSN291 m22 %7 %29.05.
HarzgerodeST404 m21 %18 %23.05.
Ostheim v. d. RhönBY314 m20 %7 %17.05.
BaruthBB55 m18 %0 %16.05.
Gilserberg-MoischeidHE327 m18 %15 %24.05.
Nürnberg-NetzstallBY369 m17 %6 %22.05.
EsloheNW351 m17 %10 %25.05.
PlauenSN387 m15 %6 %18.05.

Auswahl aus 14 Tiefland-Stationen (< 500 m) mit ≥ 15 % Frostjahren im Fenster 16.–20. Mai. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Städte: Von 0 % in Berlin bis 17 % in Bamberg

Für die großen Städte lohnt der Einzelblick, weil hier die meisten Leser wohnen – und weil die Spanne enorm ist. Die letzte Spalte zeigt, wie viele Tage der 90-%-Termin für Bodenfrost hinter dem für Luftfrost liegt.

StationHöhe1.–5.5.11.–15.5.16.–20.5.Luft 90 %Boden 90 %Boden − Luft
Berlin-Tempelhof48 m0 %0 %0 %21.04.06.06.+46 Tage
Hamburg-Fuhlsbüttel11 m19 %3 %0 %06.05.03.06.+28 Tage
München-Stadt515 m0 %0 %0 %20.04.30.04.+10 Tage
Köln/Bonn91 m22 %3 %8 %13.05.22.05.+9 Tage
Frankfurt/Main (Flughafen)100 m14 %0 %0 %04.05.18.05.+14 Tage
Stuttgart (Schnarrenberg)314 m0 %0 %0 %21.04.13.05.+22 Tage
Düsseldorf37 m8 %6 %0 %06.05.24.05.+18 Tage
Leipzig/Halle (Flughafen)131 m0 %3 %0 %24.04.23.05.+29 Tage
Dresden-Klotzsche228 m3 %3 %0 %30.04.23.05.+23 Tage
Hannover55 m14 %6 %3 %08.05.01.06.+24 Tage
Nürnberg-Netzstall369 m31 %14 %17 %22.05.17.06.+26 Tage
Bremen4 m17 %3 %0 %08.05.26.05.+18 Tage
Erfurt-Weimar317 m14 %6 %3 %06.05.28.05.+22 Tage
Bamberg240 m19 %17 %11 %18.05.24.05.+6 Tage
Augsburg462 m11 %11 %6 %14.05.28.05.+14 Tage
Kiel-Holtenau28 m11 %7 %0 %08.05.23.05.+15 Tage

Anteil der Jahre mit Luftfrost im Fenster; 90-%-Termine je Station, Frühjahre 1991–2026 (Kiel 27 Jahre, Nürnberg 35). Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Drei Muster fallen auf. Erstens sind München-Stadt (Innenstadt), Berlin-Tempelhof (offenes Flugfeld) und Stuttgart-Schnarrenberg (Hügellage am Stadtrand) beim Luftfrost schon im April durch – die Eisheiligen-Woche war dort in 36 Jahren nie frostig; auch Frankfurt/Main (Flughafen), mit dem 04.05. später dran, blieb in der Eisheiligen-Woche frostfrei.

Zweitens tragen Flughafen- und Umlandstationen (Köln/Bonn, Hamburg-Fuhlsbüttel, Hannover) das Risiko der ersten Maiwoche, nicht der Eisheiligen. Drittens sind die fränkischen Becken (Bamberg, Nürnberg) die einzigen Städte dieser Tabelle, an denen die Eisheiligen-Woche in mindestens jedem siebten Jahr friert – und in Nürnberg friert es sogar nach dem 15. Mai noch häufiger als in der Eisheiligen-Woche selbst.

Wer prüfen will, wie die Station in seiner Nähe abschneidet, findet alle 410 Stationen mit Termin-Ampel im Frostrechner nach Postleitzahl.

Bodenfrost: Warum die Eisheiligen-Statistik für Jungpflanzen zu optimistisch ist

Alle Zahlen bis hierher galten für die Luft in 2 m Höhe – dort, wo Wetterstationen messen. Jungpflanzen stehen aber in 5 bis 30 cm Höhe, und dort ist es in klaren Nächten deutlich kälter. Der DWD stuft in seinem Produkt „Frostgefährdung“ schon den Temperaturbereich zwischen 2,5 und 0 °C als mögliche Frostgefährdung ein, weil in gefährdeten Lagen Frostschäden auftreten können, obwohl die Vorhersagemodelle noch positive Temperaturen zeigen.

Die Bodenfrost-Zahlen verschieben das gesamte Bild um gut zwei Wochen nach hinten:

  • Bundesweit liegt der 90-%-Termin für Bodenfrost im Median 17 Tage nach dem für Luftfrost (Spanne 1 bis 46 Tage, 406 Stationen).
  • In der Eisheiligen-Woche gab es Bodenfrost in 24 % der Jahre – dreimal so oft wie Luftfrost (8 %).
  • Vom 16. bis 20. Mai, also nach den Eisheiligen, fror es am Boden noch in 21 % der Jahre; an 210 von 406 Stationen in mindestens jedem fünften Jahr.
  • Der Median der 90-%-Termine für Bodenfrost über alle Stationen ist der 24. Mai; für Luftfrost der 8. Mai.

Auch die Jahresmatrix sieht am Boden anders aus: In der Eisheiligen-Woche hatten 7 von 36 Jahren Bodenfrost an mehr als der Hälfte der Stationen (1995, 2005, 2012, 2019, 2020 – und zuletzt 2025 mit 52 % und 2026 mit 55 %). Beim Luftfrost war es ein einziges Jahr. In beiden jüngsten Frühjahren war die Eisheiligen-Woche für bodennahe Kulturen also keineswegs harmlos, obwohl die Luftfrost-Zahlen unauffällig blieben.

Achtung: Für frostempfindliche Jungpflanzen zählt der Bodenfrost-Termin, nicht der Luftfrost-Termin. „Nach den Eisheiligen“ ist am Boden an vielen Stationen erst Ende Mai – in Hamburg, Hannover oder Berlin nach dem 90-%-Kriterium sogar Anfang Juni.

Was das konkret für die Kulturen heißt, steht auf den Kultur-Seiten Wann Tomaten pflanzen? und Wann Gurken pflanzen? – dort ist die Auspflanz-Regel jeweils an den Bodenfrost-Termin gekoppelt.

Eisheilige und Klimawandel: Was der Trend zeigt – und was nicht

Werden die Eisheiligen seltener? Der DWD hielt schon 2020 fest, dass die Eisheiligen „in den vergangenen Jahren oft ganz ausgeblieben“ seien und Fröste im Mai seltener würden. Unsere Zahlen bestätigen das nur zum Teil – und die Details sind für die Praxis wichtiger als der Trend.

ZeitraumLuftfrost 21.–30.4.Luftfrost 1.–5.5.Luftfrost 11.–15.5.Bodenfrost 11.–15.5.
1991–200034 %11 %5 %15 %
2001–201036 %9 %5 %19 %
2011–202032 %27 %15 %37 %
2021–202654 %14 %3 %20 %

Mittlerer Anteil der Stationen mit Frost im Fenster, je Jahrzehnt aus der Jahresmatrix gemittelt. Eigene Auszählung; Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Ein monotoner Rückgang ist das nicht: Das Jahrzehnt 2011–2020 war mit 2011, 2012, 2019 und 2020 das frostreichste der Reihe im Mai, die sechs Jahre seit 2021 dagegen im Mai ruhig – dafür mit 2021, 2023, 2024 und 2026 auffällig oft frostig Ende April.

Über alle 410 Stationen fällt der Vergleich der letzten 15 Frühjahre mit dem Gesamtzeitraum ähnlich unspektakulär aus: Der Median-Termin des letzten Luftfrosts liegt in den letzten 15 Jahren im Mittel 2 Tage später, der 90-%-Termin ist praktisch unverändert (−0,1 Tage). Beim Bodenfrost: Median +2 Tage, 90-%-Termin −2 Tage.

Zwei Vorbehalte gehören dazu. Erstens ist ein 15-Jahres-Fenster rauschanfällig; einzelne Jahre wie 2011 oder 2020 verschieben es spürbar. Zweitens stecken in einigen Stationsreihen Verlegungen (Freiburg 2007 zum Beispiel), die einen Standortwechsel als Klimasignal tarnen können. Wir lesen die Trendzahlen deshalb als Tendenz, nicht als Prognose.

Wichtiger als der Trend der Frosttermine ist der Trend der Pflanzen: Der DWD-Jahresbericht 2023 zeigt, dass die Apfelblüte zwischen den Referenzperioden 1961–1990 und 1991–2020 um 12 Tage früher begann (8. Mai → 26. April), die Süßkirschblüte um 9 Tage – die Wahrscheinlichkeit von Schadfrost nach Blühbeginn stieg bei der Kirsche bundesweit von 19 % auf 27 %, beim Apfel in Süddeutschland um 7 bis 12 Prozentpunkte.

Der DWD formuliert es im Thema des Tages vom 9. Mai 2026 so: Die Erwärmung sorge für einen immer früheren Vegetationsbeginn, „gleichzeitig nimmt die Gefahr später Kaltlufteinbrüche aber dennoch nicht signifikant ab“ – und der Mai sei der Monat mit dem geringsten klimawandelbedingten Temperaturanstieg.

Die Studienlage ist dabei nicht einheitlich: Pfleiderer, Menke und Schleussner (2019) erwarten für Apfel in Deutschland regional steigende Schadensrisiken, Caspersen et al. (2025) finden für Ravensburg bis 2050 ein stabiles Risiko, Zohner et al. (2020) sehen europaweit mehr blattschädigende Spätfröste. Einig sind sich alle darin, dass das Risiko mit der Erwärmung nicht verschwindet. Die Synthese dieser Arbeiten steht im Artikel Spätfrost im Klimawandel.

Was die Zahlen für die Praxis bedeuten

Aus 410 Stationen und 36 Jahren lassen sich drei Regeln ableiten, die tragfähiger sind als der Heiligenkalender:

  1. Planen Sie nach dem 90-%-Termin Ihrer Station, nicht nach dem 15. Mai. An drei von vier Stationen ist die erste Maiwoche der eigentliche Risikotermin; an vielen Innenstadt-Stationen ist der Luftfrost schon Ende April vorbei, in Franken oder im Erzgebirge dauert er bis Ende Mai. Der Frostrechner nennt Ihnen beide Termine für die nächste Station.
  2. Für Tomaten, Gurken, Paprika und Geranien zählt der Bodenfrost-Termin. Er liegt im Median 17 Tage hinter dem Luftfrost-Termin; nach den Eisheiligen fror es am Boden bundesweit noch in jedem fünften Jahr. Wer früher pflanzt, hält Vlies bereit – wie und bis zu welcher Temperatur es hilft, steht im Artikel Frostschutz mit Vlies.
  3. Rechnen Sie mit der Lotterie. In etwa jedem siebten Jahr kommt der große Kaltlufteinbruch tatsächlich Mitte Mai (zuletzt 2020), viel öfter aber Ende April oder Anfang Mai. Statistik ersetzt nicht den Blick auf die Wetterlage: Ob es in der kommenden Nacht friert, sagen die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes, nicht diese Tabellen.

Tipp: Wenn Sie sich einen einzigen Termin merken wollen, dann den Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station. Er ist die Freigabe für empfindliche Jungpflanzen – bundesweit im Median der 24. Mai, an der Küste früher, in Senken und Mittelgebirgen später.

So zitieren Sie diese Auswertung

Diese Seite ist als Beleg gedacht und darf zitiert werden. Empfohlene Angabe: Frostkompass, „Die Eisheiligen in Zahlen“, Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (CDC Open Data), eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026, Stand August 2026, frostkompass.de/eisheilige/statistik/. Bei Übernahme einzelner Tabellen bitte den Vermerk „Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung“ mitführen – die DWD-Daten stehen unter der Lizenz CC BY 4.0, die eine Quellennennung und einen Hinweis auf Veränderungen verlangt, und so ist erkennbar, dass die Auswertung von uns stammt, nicht vom DWD.

Die vollständigen Stationswerte (alle 410 Stationen, alle Fenster, Jahresmatrix als CSV) stellen wir auf Anfrage an kontakt@frostkompass.de bereit. Die Auswertung wird jedes Jahr im Januar um das vergangene Frühjahr ergänzt; die Version dieser Seite ist am Datenstand oben erkennbar. Uns ist keine vergleichbare, öffentlich zugängliche Eisheiligen-Auswertung über das gesamte DWD-Stationsnetz mit Luft- und Bodenfrost bekannt (Stand August 2026); Hinweise auf andere Auswertungen nehmen wir gern auf. Wie wir grundsätzlich arbeiten, steht auf der Seite so rechnet Frostkompass.

Häufige Fragen

Wie oft friert es an den Eisheiligen wirklich?

An einer durchschnittlichen deutschen Wetterstation gab es zwischen 1991 und 2026 in 8 % der Jahre Luftfrost in der Eisheiligen-Woche (11.–15. Mai) und in 24 % der Jahre Bodenfrost in 5 cm Höhe. In der ersten Maiwoche waren es 16 % bzw. 46 %. Regional reicht die Spanne von 0 % (viele Innenstädte) bis über 40 % (Berggipfel).

In welchem Jahr gab es zuletzt Frost an den Eisheiligen?

Bundesweit breit zuletzt 2020: An 63 % der 405 Stationen fror es zwischen dem 11. und 15. Mai. Danach kam es 2025 (7 % der Stationen) und 2026 (12 %) nur noch punktuell zu Luftfrost – am Boden dagegen 2025 und 2026 an mehr als der Hälfte der Stationen. Davor waren 2019, 2012, 2005 und 1995 breite Eisheiligen-Jahre.

Sind die Eisheiligen also ein Mythos?

Als fester Kälterückfall Mitte Mai ja: Es gibt keine statistische Häufung; die Frostwahrscheinlichkeit sinkt im Mai gleichmäßig. Als Faustregel „vorher nicht pflanzen“ ist sie an drei von vier Stationen zu spät für den Luftfrost (311 von 410: Luftfrost-90-%-Termin spätestens am 15. Mai) und an vielen Stationen zu früh für den Bodenfrost. Der Termin ist falsch, das Vorsichtsprinzip nicht.

Warum unterscheiden sich Luft- und Bodenfrost so stark?

Wetterstationen messen die Lufttemperatur in 2 m Höhe. In klaren, windstillen Nächten kühlt der Boden durch Abstrahlung stärker aus, sodass es in 5 cm Höhe friert, während die Station noch +2 bis +3 °C zeigt. Deshalb liegt der 90-%-Termin für Bodenfrost im Median 17 Tage nach dem für Luftfrost – Jungpflanzen erleben den Boden, nicht die Hütte.

Darf ich die Daten und Tabellen dieser Seite verwenden?

Ja, mit Quellenangabe: „Frostkompass, Die Eisheiligen in Zahlen, Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Stand 2026“. Die zugrunde liegenden DWD-Rohdaten sind Open Data; unsere Auswertung und die Grafiken sind eigene Werke, deren Nutzung wir mit Nennung freigeben. Die vollständigen Stationswerte gibt es auf Anfrage.

Ist Frost nach den Eisheiligen noch möglich?

Ja. Luftfrost trat nach dem 15. Mai an 67 von 410 Stationen noch in mindestens 10 % der Jahre auf, Bodenfrost an 210 von 406 Stationen in mindestens 20 % der Jahre. Betroffen sind vor allem Mittelgebirge, Kaltluftsenken und Beckenlagen wie Franken – dort liegt der 90-%-Termin für Luftfrost teils erst um den 20. bis 25. Mai.

Fazit

Die Eisheiligen-Statistik aus 410 Stationen und 36 Frühjahren ist eindeutig: Der Frost kommt im Mai am häufigsten in der ersten Woche, die Eisheiligen-Woche friert nur in 8 % der Jahre und fällt in 21 von 36 Jahren praktisch aus – aber wenn sie kommt, dann großflächig, zuletzt 2020. Für Jungpflanzen zählt ohnehin der Bodenfrost, der bundesweit im Median erst am 24. Mai zu 90 % vorbei ist.

Nehmen Sie deshalb nicht den Heiligenkalender als Termin, sondern den 90-%-Termin Ihrer nächsten Station – und wie Sie ihn in einen Pflanztermin für Tomaten, Gurken oder Paprika übersetzen, zeigt der Überblick Eisheilige: Frostrisiko je Region aus DWD-Daten.

Quellen

Wie wir arbeiten und rechnen: Über Frostkompass.