Kurzantwort: Gurken kommen ins Freiland, sobald an Ihrem Ort in 9 von 10 Jahren kein Bodenfrost mehr auftrat, plus eine Woche Wärmezuschlag – bundesweit im Median der 31. Mai, Hamburg 10. Juni, München-Stadt 7. Mai. Anders als Tomaten stocken Gurken schon unter 12 °C nachts; im Gewächshaus entscheidet darum die Innentemperatur, nicht der Kalender. Vorziehen erst 3 Wochen vorher. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, 1991–2026.
Stand: September 2026 · Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, 1991–2026
Die Gurkenpflanzen stehen seit Mitte Mai draußen, die Eisheiligen sind vorbei – und trotzdem passiert nichts. Die Blätter werden blass, der Trieb rührt sich eine Woche lang keinen Zentimeter, eine Pflanze fault am Stängelgrund weg. Kein Frost weit und breit, und doch war es zu früh: Gurken leiden nicht erst bei 0 °C, sondern schon bei kalten, nassen Nächten um 8 bis 10 °C.
Genau deshalb hilft „nach den Eisheiligen“ bei der Frage, wann Sie Gurken pflanzen sollten, weniger als bei jeder anderen Kultur. Diese Seite ersetzt die Faustregel durch einen Termin für Ihren Ort: den Tag, ab dem der Boden an Ihrer nächsten Wetterstation zu 90 % frostfrei ist, plus eine Woche – abgeleitet aus 36 Frühjahren DWD-Daten wie alle Kultur-Seiten unseres Hubs Wann pflanzen? Termine für alle Kulturen.
Die Kurzantwort lässt zwei Dinge offen: warum Gurken eine Woche später dürfen als Tomaten, obwohl beide keinen Frost vertragen – und wie Sie aus dem Termin einen Aussaat- und einen Ernte-Zeitplan machen. Beides folgt unten, inklusive einer Tabelle für zwölf Städte und einer Zeitplan-Rechnung für drei Anbauwege.
Gurken-Steckbrief: Keimtemperatur, Vorziehdauer, Auspflanz-Regel
Gurken sind Wärmekeimer mit kurzer Anzucht: Sie keimen bei Wärme in wenigen Tagen, wachsen schnell und vertragen das Umpflanzen schlecht – zwei Gründe, warum die Vorkultur kurz bleibt.
| Merkmal | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Keimtemperatur | ab 15 °C, optimal 25–30 °C (Erwerbsanbau); Bodentemperatur für die Keimung nicht unter 12 °C | Hortipendium; LWG Bayern |
| Keimdauer | 4 Tage bei 25 °C, 6 Tage bei 20 °C | Hortipendium |
| Vorziehen | 2–3 Wochen vor dem Pflanztermin, 3 Korn je Topf | Kiepenkerl; LWG Bayern („ab Ende April“) |
| Auspflanzen / Direktsaat Freiland | 90-%-Termin Bodenfrost + 7 Tage (unsere Regel, siehe Rechner) | Frostkompass |
| Nachttemperatur | nicht unter 12 °C (sonst Wuchsstockung); Kälteschäden unter 5 °C | Kiepenkerl |
| Bodentemperatur für Direktsaat | mindestens 10 °C, besser über 12 °C | Kiepenkerl; LWG Bayern |
| Ernte ab | etwa 6 Wochen nach dem Auspflanzen vorgezogener Pflanzen, 9 Wochen nach Direktsaat; erste Pflücke rund 14 Tage nach Blühbeginn | Hortipendium (Kulturdaten); LWG Bayern |
Kulturangaben nach Fachquellen (Stand August 2026); Termin-Regel: Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.
Faustregel: Gurken raus = Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station + 1 Woche. Vorziehen = Auspflanztermin − 3 Wochen. Direktsaat = ab demselben Tag wie das Auspflanzen, sobald der Boden 10–12 °C hat.
Ihr Auspflanz-Termin für Gurken
Geben Sie Ihre Postleitzahl oder Ihren Ort ein. Der Rechner sucht die nächste DWD-Klimastation, nimmt deren 90-%-Termin für Bodenfrost, legt sieben Tage Wärmezuschlag drauf – und rechnet drei Wochen zurück auf den Aussaattermin fürs Fensterbrett. Dieselbe Regel gilt für die Verwandten Zucchini und Kürbis. Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage: Für die Pflanzwoche selbst zählt die Wetterlage.
Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026, keine Wettervorhersage. Wie der Rechner Stationen zuordnet und Perzentile bildet, steht auf der Methodik-Seite des Frostrechners. Der Rechner nimmt dabei die Station, die Ihrer Postleitzahl am nächsten liegt – in großen Städten kann das eine andere sein als die in den Tabellen genannte: Zwischen Stadt- und Umlandstation liegen dort bis zu drei Wochen.
Wann werden Gurken gepflanzt? Düsseldorf, Leipzig, Hannover und neun weitere Städte im Vergleich
Wie weit „Mitte Mai“ von der Wirklichkeit entfernt liegt, zeigen zwölf Stationen. Die Spalte „Auspflanzen“ ist der Bodenfrost-90-%-Termin plus 7 Tage, „Vorziehen ab“ liegt drei Wochen davor:
| Station | Bodenfrost 90 % vorbei | Gurken auspflanzen / Direktsaat ab | Vorziehen ab |
|---|---|---|---|
| Rostock-Warnemünde | 10.05. | 17.05. | 26.04. |
| Hamburg-Fuhlsbüttel | 03.06. | 10.06. | 20.05. |
| Hannover | 01.06. | 08.06. | 18.05. |
| Berlin-Tempelhof | 06.06. | 13.06. | 23.05. |
| Leipzig/Halle (Flughafen) | 23.05. | 30.05. | 09.05. |
| Düsseldorf | 24.05. | 31.05. | 10.05. |
| Köln/Bonn | 22.05. | 29.05. | 08.05. |
| Frankfurt/Main (Flughafen) | 18.05. | 25.05. | 04.05. |
| Stuttgart (Schnarrenberg) | 13.05. | 20.05. | 29.04. |
| Freiburg | 18.05. | 25.05. | 04.05. |
| Nürnberg-Netzstall | 17.06. | 24.06. | 03.06. |
| München-Stadt | 30.04. | 07.05. | 16.04. |
| Deutschland, Median aller 406 Stationen | 24.05. | 31.05. | 10.05. |
Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, je 35–36 Frühjahre 1991–2026; Termine gelten für den Standort der Station. Nürnberg-Netzstall und Berlin-Tempelhof sind Freiflächen-Lagen mit ausgeprägten Strahlungsnächten – der Innenstadt-Balkon ist dort früher dran.
Zwischen München-Stadt (7. Mai) und Nürnberg-Netzstall (24. Juni) liegen sieben Wochen – beides Bayern. Und in Hamburg, Hannover und Berlin ist „Mitte Mai“ gut drei Wochen zu früh. Wer sich für den Aussaattermin nach dem Kalender richtet („Gurken im April vorziehen“), hat in Hamburg fünf Wochen alte, vergeilte Pflanzen, wenn der Boden endlich passt – der Grund, warum die Vorziehdauer bei Gurken so kurz ist.
Warum Gurken später dürfen als Tomaten – und warum „nach den Eisheiligen“ nicht reicht
Gurken und Tomaten stehen auf derselben Liste frostempfindlicher Kulturen, aber die Schadschwelle liegt bei Gurken höher. Tomaten stellen unter etwa 9 °C das Wachstum ein und stecken kühle Nächte weg, wenn es tagsüber warm wird; Gurken stocken laut Kiepenkerl-Kulturanleitung schon unter 12 °C nachts, unter 5 °C entstehen bleibende Kälteschäden. Dazu kommt Nässe: Kalter, nasser Boden begünstigt Wurzel- und Stängelfäule an Jungpflanzen – ein Timing-Problem, das man nicht wegpflegt, sondern durch Warten vermeidet.
Deshalb setzen wir für Tomaten den Bodenfrost-90-%-Termin selbst an, für Gurken denselben Termin plus 7 Tage. Die Woche ist ein Konventionswert, keine gemessene Bodentemperatur-Statistik: Sie soll sicherstellen, dass nach dem Frostende auch die kalten Strahlungsnächte seltener werden. Die Zahlen stützen das: Zwischen dem 21. und 31. Mai gab es an einer mittleren Station noch in 14 % der Jahre mindestens eine Bodenfrostnacht, Anfang Juni in 6 % – jede dieser Nächte war für Gurken eine 0-°C-Nacht, und die Nächte um +5 °C sind ungezählt häufiger.
Wie die Tomaten-Regel im Detail aussieht, steht auf der Seite Wann Tomaten pflanzen. Paprika bekommt denselben Wärmezuschlag wie Gurken, braucht aber eine dreimal so lange Anzucht – wie Sie den Aussaattermin dafür zurückrechnen, zeigt Wann Paprika pflanzen.
Achtung: „Nach den Eisheiligen“ beschreibt Luftfrost in 2 m Höhe. Ihre Gurken stehen aber in 5 bis 30 cm – und dort endet der Frost im Median erst 17 Tage später – gemeint ist der Median der Abstände je Station, nicht die Differenz der beiden Bundeswerte: Luftfrost bundesweit am 8. Mai zu 90 % vorbei, Bodenfrost am 24. Mai. An 361 von 406 DWD-Stationen ist der Boden am 16. Mai noch nicht zu 90 % frostfrei.
Die Eisheiligen selbst sind für Gurken doppelt irreführend: Das Fenster 11.–15. Mai ist bodennah kein Ausreißer, sondern ein Punkt auf einer gleichmäßig fallenden Kurve (Anteil der Jahre mit Bodenfrost: 30 % vom 6. bis 10. Mai, 24 % vom 11. bis 15. Mai, 21 % vom 16. bis 20. Mai), und die Regel sagt nichts über die Wärme, die Gurken brauchen.
Warum der Mythos statistisch nicht trägt, rechnet die Seite Eisheilige im Daten-Check vor; was Bodenfrost genau ist und wann er an Ihrem Ort endet, der Artikel Bodenfrost erklärt: Messhöhe, Termin, Unterschied zum Luftfrost.
Freiland, Gewächshaus oder Kübel: drei Anbauwege, drei Termine
Der Bodenfrost-Termin ist die Regel für Freilandgurken im Beet – alle Termine auf dieser Seite gelten fürs Freiland. Wer stattdessen ein Gewächshaus oder einen geschützten Balkon hat, verschiebt den Termin nach vorn – wie weit, hängt vom Ort ab, an dem die Pflanze tatsächlich steht.
| Anbauweg | Auspflanzen | Aussaat | Woran sich der Termin orientiert |
|---|---|---|---|
| Freiland, Beet (Landgurken, Einlegegurken, freilandtaugliche Salatgurken) | Bodenfrost-90 % + 7 Tage | drinnen 3 Wochen vorher oder Direktsaat ab Pflanztermin | Bodenfrost der Station, Boden ≥ 10–12 °C |
| Gewächshaus / Folientunnel (Schlangengurken) | oft 2–4 Wochen früher, ab Ende April/Anfang Mai | drinnen 3 Wochen vor dem geplanten Pflanztag | Temperatur im Haus: nachts nicht unter 12 °C, unbeheizt bei Kaltluft mit Vlies nachhelfen |
| Kübel auf Balkon/Terrasse | tagsüber ab dem Luftfrost-90-%-Termin bei Nächten über 12 °C, dauerhaft wie im Freiland | drinnen 3 Wochen vorher | Kübel lässt sich in kalten Nächten hereinholen |
Für das Gewächshaus gibt es keinen Stationstermin – die Innentemperatur entscheidet. Fachquellen nennen für Salatgurken den Kulturbeginn im April; unbeheizte Häuser kühlen in klaren Nächten aber fast auf Außentemperatur ab, weshalb dort dieselbe 12-°C-Grenze gilt wie draußen, nur eben früher erreicht. Ein Thermometer mit Minimum-Speicher im Haus ersetzt jede Faustregel.
Beim Balkon zählt das Mikroklima: Eine Südwand speichert Wärme und ist oft ein bis zwei Wochen früher frostsicher als die Station (Konventionswert), ein freier Nordbalkon im 4. Stock nicht. Wie Sie Ihre Lage einordnen, erklärt der Artikel Ihr Garten ist nicht die Wetterstation.
Zeitplan-Rechnung: Was die drei Wege für Aussaat und Ernte bedeuten
Aus dem Auspflanztermin lässt sich der ganze Gurken-Kalender ableiten. Wir rechnen es für die Station Frankfurt/Main durch (Bodenfrost-90 % 18. Mai → Auspflanzen ab 25. Mai) und nutzen die Kulturdaten aus Hortipendium: vorgezogene Freilandgurken tragen etwa 6 Wochen nach der Pflanzung (dort mit Mulchfolie und Vlies), Direktsaat etwa 9 Wochen nach der Saat.
| Weg (Beispiel Frankfurt/Main) | Aussaat | Auspflanzen | Erste Ernte, grob | Aufwand |
|---|---|---|---|---|
| Freiland, vorgezogen | 4. Mai (Fensterbrett) | 25. Mai | ab etwa 6. Juli | Töpfe, Pikieren entfällt bei 3 Korn je Topf |
| Freiland, Direktsaat | 25. Mai (ins Beet) | – | ab etwa 27. Juli | kein Umzug, aber 3 Wochen spätere Ernte |
| Gewächshaus, unbeheizt | 13. April | 4. Mai (wenn nachts ≥ 12 °C im Haus) | ab etwa 15. Juni | Innentemperatur prüfen, Vlies bereithalten |
Rechenweg: Aussaat = Auspflanzen − 21 Tage; Ernte = Auspflanzen + 42 Tage (vorgezogen) bzw. Saat + 63 Tage (Direktsaat); Gewächshaus-Termin als Annahme „drei Wochen vor Freiland“. Kulturdauern nach Hortipendium/LWG, gerundet; die Erntetermine sind Größenordnungen, keine Zusagen – Sorte, Wetter und Standort verschieben sie um Wochen. Termine: Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.
Die Rechnung zeigt zwei Dinge. Vorziehen bringt drei Wochen Ernte-Vorsprung – aber nur, wenn die Aussaat wirklich erst drei Wochen vor dem Ortstermin passiert. Und Direktsaat ist kein Notbehelf: Sie liefert in Frankfurt ab Ende Juli, ohne dass eine Pflanze je vergeilt oder umzieht.
Zu früh gesät oder gepflanzt: Folgen und was jetzt hilft
Zu früh vorgezogen ist der häufigste Fehler, und er ist an der Pflanze ablesbar: Nach vier, fünf Wochen im Topf ranken Gurken lang und dünn, die Wurzeln füllen den Topf, das Anwachsen im Beet dauert länger als bei einer jungen, kompakten Pflanze. Abhilfe ist Timing: lieber am Auspflanztermin einen zweiten Satz nachsäen als eine überalterte Pflanze retten.
Zu früh gepflanzt zeigt sich als Stillstand: hellgrüne, hängende Blätter, keine neuen Triebe, im schlimmsten Fall Fäule am Stängelgrund. Kommt danach ein Kälteeinbruch, helfen zwei Timing-Maßnahmen – beide ohne jedes Mittel, das nicht in unser Feld gehört:
- Vlies oder Haube bei angekündigten kalten Nächten: Ein Vlies bringt in klaren Nächten wenige Grad – genug, um aus einer 3-°C-Nacht eine Nacht ohne Kälteschaden zu machen, nicht genug für echten Frost. Die LWG Bayern nennt für Freilandgurken sogar Vlies-gestützte Saaten ab Mitte April als Erwerbsverfahren. Was Vlies leistet und wo es versagt, steht im Artikel Vlies-Frostschutz: Puffer und Grenzen.
- Standort-Zuschlag ernst nehmen: In Senken, am Hangfuß und auf freier Fläche rechnen Sie 5–10 Tage auf den Stationstermin (Konventionswert, Herleitung im Artikel zum Mikroklima) – bei Gurken eher 10.
Tipp: Legen Sie sich zwei Kalendereinträge: den Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station (ab dann täglich die Nachtwerte prüfen) und den Tag danach + 7 (Pflanzen, wenn keine kalte Nacht in Sicht). Wer Vlies griffbereit hat, kann bei stabiler Wärme auch am 90-%-Termin selbst pflanzen.
Für die konkrete Nacht gilt: Prognose ist Sache des Deutschen Wetterdienstes und der Wetter-Apps – unsere Termine sagen, wie oft es in 36 Jahren nach einem Datum noch kalt wurde, nicht, ob es dieses Jahr passiert.
Häufige Fragen
Wann Gurken ins Freiland säen?
Direktsaat ab dem Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station plus eine Woche – bundesweit im Median der 31. Mai, in München-Stadt Anfang Mai, in Hamburg Mitte Juni. Der Boden sollte mindestens 10 °C haben, besser über 12 °C. Direktsaat trägt rund drei Wochen später als vorgezogene Pflanzen, spart aber Anzucht und Umpflanzstress.
Wann Gurken vorziehen?
Drei Wochen vor dem Auspflanztermin, nicht früher – Gurken keimen bei 20–25 °C in 4 bis 6 Tagen und werden im Topf schnell zu groß. Für den Median-Ort heißt das ab 10. Mai, für Frankfurt ab 4. Mai, für Hamburg erst ab 20. Mai; den Termin für Ihre Postleitzahl zeigt der Rechner oben.
Wie kalt vertragen Gurken nachts?
Wachstum braucht laut Kiepenkerl-Kulturanleitung Nächte nicht unter 12 °C; unter 5 °C entstehen bleibende Kälteschäden, Frost ist tödlich. Einzelne kühle Nächte um 8–10 °C übersteht eine abgehärtete Pflanze, sie stockt aber. Deshalb liegt unser Termin eine Woche nach dem Ende des Bodenfrost-Risikos.
Kann ich Gurken vor den Eisheiligen pflanzen?
Im Freiland an den meisten Orten nicht sinnvoll: An 361 von 406 DWD-Stationen ist der Boden am 16. Mai noch nicht zu 90 % frostfrei, und Gurken brauchen zusätzlich Wärme. Ausnahmen sind früh bodenfrostsichere Lagen wie München-Stadt oder das Gewächshaus. Die Jahresmatrix seit 1991 zeigt zudem, wie selten die Eisheiligen tatsächlich Frost bringen – Anfang Mai ist riskanter.
Wann Gurken ins Gewächshaus pflanzen?
Sobald es im Haus nachts nicht mehr unter 12 °C fällt – meist Ende April bis Anfang Mai, in kalten Lagen später. Für Schlangengurken im unbeheizten Gewächshaus rechnen Sie grob drei Wochen vor dem Freilandtermin; ein Minimum-Thermometer im Haus ist verlässlicher als jeder Kalender.
Was tun, wenn nach dem Pflanzen ein Kälteeinbruch kommt?
Abends Vlies, Haube oder Kiste über die Pflanzen, morgens wieder abnehmen; Kübel hereinholen. Vlies puffert wenige Grad – für kühle Nächte ausreichend, für Frost nicht. Danach abwarten: Gurken stocken bei Kälte, wachsen aber weiter, sobald es warm wird. Prüfen Sie die Warnlage des Deutschen Wetterdienstes für die konkrete Nacht.
Fazit: Erst der Ort, dann der Kalender
Gurken sind die Kultur, bei der „nach den Eisheiligen“ am wenigsten hilft: Sie brauchen nicht nur frostfreie, sondern warme Nächte, und der Boden ist an den meisten Orten erst Ende Mai zu 90 % frostfrei. Nehmen Sie den Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station, legen Sie eine Woche drauf, säen Sie drei Wochen davor vor – und Sie pflanzen weder in Hamburg zu früh noch in München zu spät.
Wer Gurken erst plant, wenn die Tomaten schon draußen stehen, liegt meist richtig; wie deren Termin zustande kommt, zeigt die Seite Wann Tomaten pflanzen.
Quellen
- Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, Tageswerte der Lufttemperatur in 2 m und 5 cm Höhe, Frühjahre 1991–2026 (406 Stationen); eigene Auswertung. Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage.
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG): „Gurkenanbau im Freiland“
- Hortipendium: „Gurken Erwerbsanbau“
- Kiepenkerl: Kulturanleitung Gurken
Wie wir arbeiten und rechnen: Über Frostkompass.