Wann Tomaten pflanzen? Der Termin für Ihren Ort – statt Eisheiligen-Regel

Kurzantwort: Tomaten kommen ins Freie, sobald an Ihrem Ort in 9 von 10 Jahren kein Bodenfrost mehr auftrat – bundesweit im Median der 24. Mai, an der Küste und am Oberrhein ab Anfang bis Mitte Mai, in Mittelgebirgen und Kaltluftlagen erst im Juni. Aussaat drinnen etwa 7 Wochen (6–8) davor. Beispiele: Frankfurt/Main pflanzt ab 18. Mai und sät ab 30. März, Hamburg 3. Juni / 15. April, München-Stadt 30. April / 12. März. Tomaten vertragen keinen Frost; Bodenfrost in 5 cm Höhe trifft Jungpflanzen, wenn die App noch +3 °C zeigt. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026.

Stand: September 2026 · Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, 1991–2026

Aussaat drinnen
5. April
Median Deutschland
Auspflanzen
24. Mai
Median Deutschland
Früheste Orte
15. Mai
das früheste Zehntel
Späteste Orte
6. Juni
das späteste Zehntel

Die Tomaten stehen seit Anfang März auf der Fensterbank, sind Mitte Mai einen halben Meter lang, dünn und blass – und draußen kündigt der Wetterbericht für die Nacht nach den Eisheiligen noch einmal Bodenfrost an. Bekannt? Beide Probleme haben denselben Grund: Die Frage „wann Tomaten pflanzen“ wird fast überall mit einem Datum für ganz Deutschland beantwortet – „Aussaat ab März, raus nach den Eisheiligen“.

Zwischen München-Stadt und Nürnberg-Netzstall liegen beim Bodenfrost aber sieben Wochen, und in Hamburg oder Berlin friert es am Boden regelmäßig noch Ende Mai. Diese Seite ersetzt den Einheitskalender durch einen Termin für Ihren Ort: den Tag, ab dem der Boden an Ihrer nächsten Wetterstation zu 90 % frostfrei ist – und rechnet von dort auf Aussaat, Abhärten und Ernte zurück, wie alle Kultur-Seiten unseres Hubs Wann pflanzen?.

Die Kurzantwort lässt zwei Dinge offen: warum ausgerechnet der Bodenfrost-Termin zählt und nicht der Luftfrost, den Wetter-Apps zeigen – und was Sie tun, wenn Ihre Pflanzen längst zu groß sind. Beides folgt unten, mit einer Tabelle für zwölf Städte und einer Rechnung, wie alt eine „im März gesäte“ Tomate an Ihrem Ort wirklich ist, wenn sie endlich raus darf.


Tomaten-Steckbrief: Keimtemperatur, Vorziehdauer, Auspflanz-Regel

Tomaten sind Wärmekeimer mit langer Anzucht: Sie keimen zügig bei Zimmertemperatur, brauchen danach viel Licht und stellen unter etwa 10 °C das Wachstum ein. Frost vertragen sie in keinem Stadium.

MerkmalWertQuelle
Keimtemperaturum 22 °C (LWG), Portale nennen 20–22 °CLWG Bayern (Infoschrift Jungpflanzen); Plantura
Keimdauererste Keimlinge nach etwa 10 Tagen (bei niedrigerer Temperatur länger)Plantura
Temperatur nach der Keimungum 16 °C, hell – für kurze, kräftige PflanzenLWG Bayern (Infoschrift Jungpflanzen)
Vorziehen6–8 Wochen vor dem Auspflanzen (unsere Regel: 7 Wochen = 49 Tage); LWG: Aussaat Mitte bis Ende März für Pflanzung ab Mitte MaiLWG Bayern; Frostkompass
Auspflanzen Freiland90-%-Termin Bodenfrost Ihrer Station, ohne ZuschlagFrostkompass
NachttemperaturWachstum ab etwa 10 °C, unter 9 °C Stillstand; unter 2–3 °C drohen Kälteschäden, bei 0 °C FrostschadenLubera; Plantura
Bodentemperaturbeim Pflanzen mindestens um 10–12 °C; für Blüte und Fruchtansatz ≥ 15 °C, optimal 18–25 °CLubera; Plantura
Ernte abFreiland etwa 8–10 Wochen nach dem Auspflanzen (Juli bis Oktober; eigene Schätzung); Lubera nennt 45–60 Tage bei kräftigen, schon blühenden JungpflanzenLubera; eigene Rückrechnung

Kulturangaben nach Fachquellen und Portalen (Stand August 2026); Termin-Regel: Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Farbskala von minus 5 bis 32 Grad für Tomaten: unter 0 Grad Frostschaden, bis 3 Grad Kälteschaden, bis 10 Grad Stillstand, darüber Wachstum. Markiert sind Wachstum ab 10 Grad, 16 bis 18 Grad nach der Keimung und die optimale Keimtemperatur von 22 bis 25 Grad.
Die Zahlen aus dem Steckbrief als Skala: Zwischen Überleben und Wachsen liegen bei Tomaten rund zehn Grad.

Faustregel: Tomaten raus = Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station. Aussaat drinnen = Auspflanztermin − 7 Wochen. Abhärten = die letzten 10–14 Tage davor tagsüber draußen (erste Ausflüge an milden Tagen auch früher).

Ihr Auspflanz-Termin für Tomaten

Geben Sie Ihre Postleitzahl oder Ihren Ort ein. Der Rechner sucht die nächste DWD-Klimastation, zeigt deren 90-%-Termin für Bodenfrost als Auspflanztermin für Tomaten – und rechnet 49 Tage zurück auf den Aussaattermin fürs Fensterbrett. Es ist Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage: Für die Pflanzwoche selbst zählt der Wetterbericht.

Statistik der Vergangenheit, keine Wettervorhersage. Die Termine sagen, wie oft es in den letzten Jahrzehnten an Ihrer nächsten Wetterstation noch gefroren hat – ob es in der kommenden Nacht friert, verrät nur die aktuelle Wetterlage (z. B. die Warnkarte des DWD).

Ohne Eingabe: Tomaten an acht Beispielstationen
Station (DWD)Aussaat drinnenAuspflanzen ab
Hamburg-Fuhlsbüttel15. April3. Juni
Hannover13. April1. Juni
Berlin-Tempelhof18. April6. Juni
Köln/Bonn3. April22. Mai
Frankfurt/Main30. März18. Mai
Dresden-Klotzsche4. April23. Mai
Freiburg30. März18. Mai
München-Stadt12. März30. April

Basis: letzter Bodenfrost, 90-%-Termin (in 9 von 10 Frühjahren 1991–2026 kein Bodenfrost mehr danach). Alle zwölf Städte mit Median und 80 %: Bodenfrost-Artikel; Herbst: Erster Frost. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center, Tageswerte), eigene Auswertung · Postleitzahlen-Koordinaten: GeoNames (CC BY 4.0) · Zeitfenster: Frühjahre 1991–2026, Herbste 1991–2025 · So rechnen wir

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026, keine Wettervorhersage. Wie der Rechner Stationen zuordnet und Perzentile bildet, steht auf der Frostrechner-Seite mit Methodik. Der Rechner nimmt dabei die Station, die Ihrer Postleitzahl am nächsten liegt – in großen Städten kann das eine andere sein als die in den Tabellen genannte: Zwischen Stadt- und Umlandstation liegen dort bis zu drei Wochen.

Zeitstrahl Tomaten: Aussaat drinnen und Auspflanzen ins Freie, jeweils als Spanne über die Wetterstationen. Aussaat im Median am 5. April, mittlere 80 Prozent zwischen dem 27. März und dem 18. April; Auspflanzen im Median am 24. Mai, mittlere 80 Prozent zwischen dem 15. Mai und dem 6. Juni. Das Eisheiligen-Fenster vom 11. bis 15. Mai ist grau markiert.
Der Abstand zwischen den Orten ist größer als das Eisheiligen-Fenster: Zwischen dem frühesten und dem spätesten Zehntel der Stationen liegen beim Auspflanzen gut drei Wochen (15. Mai bis 6. Juni).

Tomaten pflanzen in Berlin, Hamburg, München und neun weiteren Städten

Wie wenig „nach den Eisheiligen“ über Ihren Ort sagt, zeigen zwölf Stationen. „Auspflanzen“ ist der Bodenfrost-90-%-Termin, „Aussaat ab“ liegt 49 Tage davor, „Abhärten ab“ zehn Tage davor:

StationTomaten auspflanzen ab (Boden 90 %)Abhärten abAussaat drinnen ab
Rostock-Warnemünde10.05.30.04.22.03.
Hamburg-Fuhlsbüttel03.06.24.05.15.04.
Hannover01.06.22.05.13.04.
Berlin-Tempelhof06.06.27.05.18.04.
Leipzig/Halle (Flughafen)23.05.13.05.04.04.
Düsseldorf24.05.14.05.05.04.
Köln/Bonn22.05.12.05.03.04.
Frankfurt/Main (Flughafen)18.05.08.05.30.03.
Stuttgart (Schnarrenberg)13.05.03.05.25.03.
Freiburg18.05.08.05.30.03.
Nürnberg-Netzstall17.06.07.06.29.04.
München-Stadt30.04.20.04.12.03.
Deutschland, Median aller 406 Stationen24.05.14.05.05.04.

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, je 35–36 Frühjahre 1991–2026; Termine gelten für den Standort der Station. Nürnberg-Netzstall und Berlin-Tempelhof sind Freiflächen-Lagen mit ausgeprägten Strahlungsnächten – der Innenstadt-Balkon ist dort früher dran.

Zwei Befunde stechen heraus. Nur an drei der zwölf Stationen – München-Stadt, Rostock, Stuttgart – ist der Boden vor dem 16. Mai zu 90 % frostfrei; „nach den Eisheiligen“ ist in Hamburg, Hannover und Berlin drei Wochen zu früh. Und der Aussaattermin „März“ stimmt bundesweit nur für die späten Märztage: An der Median-Station ist der 5. April der richtige Tag, in Hamburg Mitte April.

Wie alt Ihre Tomate am Pflanztag ist, wenn Sie nach Kalender säen

Was „zu früh gesät“ konkret bedeutet, lässt sich ausrechnen. Wer dem verbreiteten Rat folgt und am 1. März sät, hat am Bodenfrost-Termin seines Orts Pflanzen in folgendem Alter – gegenüber den 7 Wochen (49 Tagen), die eine kompakte Jungpflanze braucht:

OrtAuspflanzen abAlter bei Aussaat 1. MärzAlter bei Aussaat 15. MärzÜberschuss gegenüber 7 Wochen
München-Stadt30.04.60 Tage (8,6 Wo.)46 Tage (6,6 Wo.)+11 / −3 Tage
Stuttgart13.05.73 Tage (10,4 Wo.)59 Tage (8,4 Wo.)+24 / +10 Tage
Frankfurt/Main (Flughafen)18.05.78 Tage (11,1 Wo.)64 Tage (9,1 Wo.)+29 / +15 Tage
Median Deutschland24.05.84 Tage (12,0 Wo.)70 Tage (10,0 Wo.)+35 / +21 Tage
Hamburg03.06.94 Tage (13,4 Wo.)80 Tage (11,4 Wo.)+45 / +31 Tage
Berlin-Tempelhof06.06.97 Tage (13,9 Wo.)83 Tage (11,9 Wo.)+48 / +34 Tage
Nürnberg-Netzstall17.06.108 Tage (15,4 Wo.)94 Tage (13,4 Wo.)+59 / +45 Tage

Rechenweg: Pflanzenalter = Auspflanztermin minus Aussaattag; Überschuss = Alter minus 49 Tage. Termine: Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

In München passt „Mitte März“ fast auf den Tag. In Hamburg und Berlin dagegen ist eine Anfang März gesäte Tomate am Pflanztag mehr als 13 Wochen alt – fast doppelt so lang auf der Fensterbank wie nötig, mit entsprechend langem, dünnem Trieb. Das ist der Kern des Problems: Der Aussaattermin muss vom Ort aus rückwärts gerechnet werden, nicht vom Kalender.

Warum „nach den Eisheiligen“ für Tomaten oft zu früh ist

Die Eisheiligen-Regel meint Luftfrost in 2 m Höhe – den Wert, den Wetterbericht und App als Tiefsttemperatur zeigen. Junge Tomaten stehen aber in 5 bis 30 cm Höhe, und dort endet der Frost später: Bundesweit ist der Luftfrost im Median am 8. Mai zu 90 % vorbei, der Bodenfrost erst am 24. Mai – gut zwei Wochen danach (je Station gerechnet im Median 17 Tage), an einzelnen Stationen bis zu 46 Tage. An 361 von 406 DWD-Stationen ist der Boden am 16. Mai noch nicht zu 90 % frostfrei.

Achtung: In der Woche nach den Eisheiligen (16.–20. Mai) gab es an einer mittleren Station noch in 21 % der Jahre Bodenfrost, vom 21. bis 25. Mai in 13 %, Ende Mai in 8 % – jede dieser Nächte war für eine ausgepflanzte Tomate eine Frostnacht, obwohl die App +2 bis +4 °C zeigte.

Für Tomaten kommt hinzu, dass sie zwischen 0 und etwa 9 °C zwar nicht erfrieren, aber stillstehen: Lubera beschreibt Wachstumsbeginn ab etwa 10 °C und Kälteschäden unter 2–3 °C, Plantura nennt Wachstumsstopp unter 9 °C. Der Bodenfrost-Termin ist also die Untergrenze – warum die Eisheiligen-Woche selbst statistisch nicht das kälteste Mai-Fenster ist, rechnet die Seite Eisheilige: Frostrisiko je Region aus DWD-Daten vor; was Bodenfrost genau ist und wann er an Ihrem Ort endet, der Artikel Bodenfrost: wann er an Ihrem Ort vorbei ist.

Umgekehrt gilt: In München-Stadt, Freiburg oder am Oberrhein wartet, wer bis zur Kalten Sophie wartet, zwei Wochen ohne Grund – und verschenkt Erntezeit.

Wann Tomaten vorziehen? Sieben Wochen vor Ihrem Termin – nicht „ab Februar“

Der richtige Aussaattermin ist der Auspflanztermin minus 6–8 Wochen. Die LWG Bayern rät für eine Pflanzung ab Mitte Mai zur Aussaat Mitte bis Ende März, weil früher gesäte Pflanzen auf der Fensterbank zu wenig Licht bekommen; Keimen bei etwa 22 °C, danach kühler bei etwa 16 °C und so hell wie möglich. Genau diese 7 Wochen setzt unser Rechner an – von Ihrem Ortstermin aus, nicht vom 15. Mai.

Für die drei Beispielorte der Kurzantwort heißt das: Frankfurt/Main (Boden-90 % 18. Mai) sät ab 30. März, Hamburg (3. Juni) ab 15. April, München-Stadt (30. April) ab 12. März. Wer im Februar sät, wie es Saatgutpackungen erlauben, hat am Pflanztag in Hamburg 15 Wochen alte Pflanzen.

Tipp: Säen Sie in zwei Sätzen mit zwei Wochen Abstand – den ersten 8, den zweiten 6 Wochen vor dem Ortstermin. Fällt das Frühjahr kalt aus und der Termin rückt praktisch nach hinten, haben Sie mit dem zweiten Satz noch kompakte Pflanzen.

Zu früh gesät oder zu groß? Was jetzt im Timing hilft

Zu früh gesäte Tomaten vergeilen: Sie bilden bei wenig Licht lange, dünne, helle Triebe und kippen um – Plantura beschreibt genau das als typische Folge zu früher Aussaat. Ein Kalender-Datum lässt sich nicht zurückdrehen, aber drei Maßnahmen im Timing dämpfen den Schaden:

  1. Kühler und heller stellen: Nach der Keimung etwa 16 °C statt Zimmerwärme (LWG Bayern) bremsen das Längenwachstum; jeder Grad weniger und jede Stunde Licht mehr hält die Pflanze gedrungener.
  2. Beim Pikieren und Pflanzen tiefer setzen: Tomaten bilden am Stängel neue Wurzeln – die LWG empfiehlt, sie beim Vereinzeln tiefer ins Substrat zu setzen. Ein zu langer Trieb verschwindet so zum Teil in der Erde.
  3. Nachsäen statt retten: Liegt der Ortstermin noch mehr als 7 Wochen entfernt und die Pflanzen sind schon 30 cm hoch, ist ein zweiter Satz die bessere Wahl. Bis Ende Juni gepflanzte Tomaten tragen laut Lubera noch, mit Haupternte ab zweiter Augusthälfte.

Wer die Pflanzen an milden Tagen stundenweise und in den letzten 10–14 Tagen vor dem Termin ganztägig ins Freie stellt und nachts hereinholt, härtet sie ab und bremst das Vergeilen zugleich – die LWG Bayern nennt beides in einem Atemzug. Das ist zugleich der Übergang zum Auspflanzen.

Tomaten rausstellen und auspflanzen: Schritt für Schritt nach Termin

Rausstellen und Auspflanzen sind zwei Termine, nicht einer. Tagsüber rausstellen dürfen Tomaten schon vor dem Bodenfrost-Termin – stundenweise an milden Tagen, ganztägig in den letzten 10–14 Tagen; nachts draußen bleiben und im Beet stehen erst danach.

  1. Ab Ortstermin minus 10–14 Tage abhärten: tagsüber an einen geschützten, halbschattigen Platz, abends rein – erst zwei Stunden, dann den ganzen Tag, zuletzt in die Sonne. Ohne Abhärten verbrennen die Blätter im Freien, auch ohne jeden Frost.
  2. Ab dem Bodenfrost-90-%-Termin auspflanzen – wenn der Wetterbericht für die nächsten Nächte keine klare, windstille Nacht unter 5 °C ankündigt. Bewölkte, windige Nächte sind bodennah deutlich harmloser als klare.
  3. Vlies bereithalten: Der 90-%-Termin lässt jedes zehnte Jahr übrig. Ein Vlies oder eine Haube bringt in klaren Nächten wenige Grad – für eine Nacht um 0 °C genug, für strengen Frost nicht. Was Vlies leistet und wo es versagt, steht im Artikel Was Vlies wirklich kann.
  4. Kübel auf Balkon und Terrasse: Kübeltomaten dürfen früher raus – an einer Südwand ab dem Luftfrost-90-%-Termin plus etwa einer Woche, denn Hauswand und Kübel lassen sich in kalten Nächten hereinholen oder abdecken. Auf freien Balkonen ohne Wandschutz gilt die Freiland-Regel.
  5. Gewächshaus: Hier zählt die Innentemperatur, nicht der Stationstermin. Plantura nennt für Gewächshaustomaten Ende April bis Anfang Mai; unbeheizte Häuser kühlen in klaren Nächten aber fast auf Außentemperatur ab – ein Thermometer mit Minimum-Speicher ersetzt jede Faustregel.

Faustregel: Rausstellen (tagsüber) ab 10–14 Tage vor dem Ortstermin. Nachts draußen lassen und pflanzen ab dem Ortstermin, wenn keine klare Nacht unter 5 °C in Sicht ist. Vlies liegt trotzdem bereit.

Für die konkrete Nacht gilt: Prognose ist Sache des Deutschen Wetterdienstes und der Wetter-Apps – unsere Termine sagen, wie oft es in 36 Frühjahren nach einem Datum noch kalt wurde, nicht, ob es dieses Jahr passiert.

Standort-Zuschlag: Senke, Waldrand, freie Fläche 5–10 Tage später

Der Stationstermin gilt für den Standort der Station – meist Freifläche oder Flughafen. Ihr Beet weicht davon ab: In Senken und am Hangfuß sammelt sich nachts Kaltluft, am Waldrand und auf freier Fläche kühlt der Boden in klaren Nächten stärker aus. Rechnen Sie dort 5 bis 10 Tage auf den Termin drauf; an einer Südwand in der Stadt darf es eine Woche früher sein (beides Konventionswerte, Herleitung im Artikel zum Mikroklima).

Wie groß der Unterschied zwischen Wetterstation und Garten werden kann und woran Sie Ihre Lage erkennen, erklärt der Artikel Mikroklima: warum Ihr Beet vom Stationstermin abweicht.

Wer Tomaten und Gurken zusammen plant, findet den Gurken-Termin – Bodenfrost-Termin plus eine Woche, weil Gurken schon unter 12 °C stocken – auf der Seite Wann Gurken pflanzen. In die andere Richtung geht Salat: Er verträgt abgehärtet leichte Fröste und darf deshalb schon zum Median-Termin des letzten Luftfrosts raus – bundesweit im Median 33 Tage vor den Tomaten, wie die Seite Wann Salat pflanzen vorrechnet.

Das klassische Beet-Paar Tomate–Basilikum passt terminlich fast: Basilikum folgt eine Woche nach dem Tomaten-Termin, weil es schon unter 12 °C stockt – Termine je Ort auf der Seite Wann Basilikum pflanzen.

Häufige Fragen

Wann Tomaten rausstellen?

Tagsüber ab 10–14 Tage vor dem Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station (stundenweise an milden Tagen auch früher), nachts erst ab diesem Termin – bundesweit im Median der 24. Mai, in München-Stadt Ende April, in Hamburg Anfang Juni. Solange klare Nächte unter 5 °C angekündigt sind, holen Sie Töpfe abends herein oder decken gepflanzte Tomaten mit Vlies ab.

Wann Tomaten vorziehen?

Sechs bis acht Wochen vor dem Auspflanztermin Ihres Orts, unsere Regel: 7 Wochen. Für die Median-Station heißt das ab 5. April, für Frankfurt ab 30. März, für Hamburg erst ab 15. April, für München-Stadt ab 12. März. Keimen bei 22–25 °C, danach hell und kühler bei 16–18 °C – so bleiben die Pflanzen kompakt.

Kann ich Tomaten vor den Eisheiligen pflanzen?

Ja, aber nur an wenigen Orten: An 23 von 406 DWD-Stationen ist der Boden schon vor den Eisheiligen (bis 10. Mai) zu 90 % frostfrei – etwa München-Stadt (30. April) und Rostock (10. Mai); bis zum Ende der Eisheiligen am 15. Mai sind es 45, darunter Stuttgart (13. Mai). Bedingung: Der Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station ist erreicht; an den übrigen 361 Stationen ist „vor“ wie „nach den Eisheiligen“ zu früh. Die Jahresmatrix 1991–2026 zeigt, in wie vielen Jahren es an den Eisheiligen fror.

Was tun, wenn nach dem Pflanzen Frost angekündigt ist?

Abends Vlies, Haube oder Kiste über die Pflanzen – das puffert wenige Grad, für Bodenfrost um 0 °C ausreichend, für strengen Frost nicht. Morgens wieder abnehmen; Kübel hereinholen. Prüfen Sie die Warnlage des Deutschen Wetterdienstes für die konkrete Nacht; unsere Termine sind Statistik, keine Vorhersage.

Tomaten im Gewächshaus früher pflanzen?

Ja – sobald es im Haus nachts nicht mehr unter etwa 5 °C fällt und der Boden dort 12 °C erreicht, meist Ende April bis Anfang Mai. Es gibt keinen Stationstermin fürs Gewächshaus: Unbeheizte Häuser kühlen in klaren Nächten fast auf Außentemperatur ab, ein Minimum-Thermometer im Haus ist verlässlicher als jeder Kalender.

Ab welcher Temperatur nachts können Tomaten draußen bleiben?

Dauerhaft draußen, wenn keine Nächte unter etwa 5 °C mehr angekündigt sind und der Bodenfrost-90-%-Termin erreicht ist. Wachsen tun Tomaten erst ab etwa 10 °C; einzelne kühlere Nächte übersteht eine abgehärtete Pflanze, sie stockt aber. Unter 2–3 °C drohen laut Lubera Kälteschäden, bei Bodenfrost stirbt die Jungpflanze.

Fazit: Erst der Ort, dann der Kalender

Für Tomaten ist der Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station der Pflanztermin – und alles andere leitet sich davon ab: Aussaat 7 Wochen davor, Abhärten 10–14 Tage davor, Vlies für das zehnte Jahr bereit. Wer so rechnet, sät in Hamburg erst Mitte April statt Anfang März und pflanzt in München schon Ende April statt nach der Kalten Sophie – und hat in beiden Fällen kompakte Pflanzen zum richtigen Zeitpunkt.

Warum der Boden an den meisten Orten so viel später frostfrei ist als die Luft, und wie weit die 17 Tage an Ihrer Station tatsächlich auseinanderliegen, zeigt der Artikel Bodenfrost: wann er an Ihrem Ort vorbei ist.

Quellen

Wie wir arbeiten und rechnen: Über Frostkompass.