Kurzantwort: Salat kommt ins Freiland, sobald an Ihrem Ort der letzte Luftfrost im Mittel vorbei ist – der Median-Termin Ihrer Wetterstation, ohne Sicherheitszuschlag. Bundesweit ist das der 22. April, an der Küste Ende März, am Oberrhein Anfang bis Mitte April, in Kaltluftlagen Anfang Mai. Abgehärtete Jungpflanzen stecken die meist leichten Frostnächte danach weg, Vlies liegt trotzdem bereit. Aussaat drinnen 5 Wochen vorher: Frankfurt/Main pflanzt ab 14. April und sät ab 10. März, Hamburg 23. April / 19. März, München-Stadt 6. April / 2. März. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026.
Stand: September 2026 · Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, 1991–2026
Die Salatpflanzen vom Wochenmarkt stehen seit Mitte April im Beet, dann meldet die App für die Nacht −2 °C – und Sie stehen abends mit der Taschenlampe vor der Frage, ob das jetzt das Ende war. Am nächsten Morgen sind die Blätter steif und glasig, mittags stehen sie wieder, als wäre nichts gewesen. Genau das ist der Unterschied zwischen Salat und Tomaten: Salat überlebt Nächte, die eine Tomate töten – und darf deshalb an fast jedem Ort rund fünf Wochen früher raus.
Wie viel früher, sagt kein Kalender. „Ab April“ steht auf jeder Saatgut-Tüte, und die Frage, wann Sie Salat pflanzen sollten, hat in Rostock und in Nürnberg trotzdem Antworten, die sechs Wochen auseinanderliegen. Diese Seite ersetzt die Faustregel durch einen Termin für Ihren Ort: den Tag, an dem an Ihrer nächsten Wetterstation der letzte Luftfrost im Mittel vorbei ist – abgeleitet aus 36 Frühjahren DWD-Daten wie alle Kultur-Seiten unseres Hubs Pflanztermine je Kultur.
Die Kurzantwort lässt zwei Dinge offen: wie kalt die Frostnächte nach diesem Termin tatsächlich werden – und ob Sie mit Vlies wirklich drei Wochen gewinnen oder nur ein gutes Gefühl. Beides rechnen wir unten durch, mit einer Tabelle für zwölf Städte und einer Auswertung von 14.500 Frostnächten, die zeigt, warum der Median-Termin für Salat reicht, während Tomaten den 90-%-Termin des Bodenfrosts brauchen.
Salat-Steckbrief: Frostgrenze, Keimhemmung, Auspflanz-Regel
Salat ist ein Kaltkeimer mit kurzer Anzucht: Er keimt am besten bei 15–18 °C, keimt ab etwa 20 °C oft schlechter, wächst schon bei zweistelligen Temperaturen zügig – und die abgehärtete Jungpflanze übersteht leichte Fröste. Das macht ihn zur ersten Kultur des Jahres, die vorgezogen ins Beet geht.
| Merkmal | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Frostschaden (abgehärtete Jungpflanze) | leichte Fröste kurzzeitig ohne Schaden, Größenordnung −2 bis −3 °C (eigener Konventionswert aus Praxisberichten, keine Einzelquelle nennt diese Schadschwelle exakt); separate Erwerbsanbau-Regel: Vlies erst abnehmen, wenn kein Frost unter −4 °C mehr droht | Konvention der Redaktion, angelehnt an Praxisberichte aus Hausgärten (−2 bis −3 °C); Hortipendium „Kopfsalat Erwerbsanbau“ (nur die −4-°C-Vliesregel) |
| Nicht abgehärtet (frisch vom Fensterbrett) | schon Frost um 0 °C schädigt Blätter – über Nacht mit Vlies abdecken | LWG Bayern, Gartenakademie |
| Wachstumspause unter | etwa 5 °C; Auspflanzen, sobald die Nächte nicht mehr regelmäßig darunter fallen | samen.de (Batavia-Ratgeber) |
| Zügiges Wachstum ab | 10–12 °C (Anzuchttemperatur bei wenig Licht), im Sommer bis 18 °C | Hortipendium „Kopfsalat Erwerbsanbau“ |
| Kopffüllung gefährdet über | 25 °C; bei 30 °C oft gar keine Kopfbildung | Hortipendium „Kopfsalat Erwerbsanbau“ |
| Keimtemperatur | optimal 15–18 °C, Keimdauer 8 Tage bei 15 °C; Portale nennen 10–16 °C | Hortipendium; Plantura |
| Keimhemmung ab | etwa 20 °C nach Praxisportalen – die Samen keimen dann zögerlich (Thermodormanz); die Fachliteratur nennt 15–22 °C noch als Optimum, die Hemmung setzt sortenabhängig erst höher ein; Sommersätze im Kühlschrank vorkeimen | Lubera; Bingenheimer Saatgut; Plantura; Wei et al. 2024 (Fachzeitschrift Plants) |
| Bodentemperatur Direktsaat | mindestens 10 °C | samen.de |
| Vorziehen | 5 Wochen (35 Tage) vor dem Pflanztermin; Saatgut-Anbieter nennen 4–6 Wochen, Plantura rund 4, Hortipendium 70 Tage bei Winteraussaat und 21 im Sommer | samen.de; Kiepenkerl-Sorten; Plantura; Hortipendium |
| Auspflanzen Freiland | Median-Termin des letzten Luftfrosts Ihrer Station, ohne Zuschlag (unsere Regel, siehe Rechner); ohne Vlies: 90-%-Termin | Frostkompass |
| Ernte ab | Kopfsalat im Frühjahr etwa 60 Tage nach der Pflanzung; Pflück-/Schnittsalat aus Direktsaat nach rund 7 Wochen | Hortipendium (Kopfsalat, Schnittsalat Erwerbsanbau) |
Kulturangaben nach Fachquellen (Stand August 2026); Termin-Regel: Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.
Faustregel: Salat raus = Median-Termin des letzten Luftfrosts Ihrer Station – nicht der 90-%-Termin, nicht der Bodenfrost. Aussaat drinnen = Auspflanztermin − 5 Wochen. Vlies bereitlegen: Etwa jedes zweite Jahr folgt nach dem Termin noch eine Frostnacht, in 8 von 10 Fällen milder als −2 °C. Wer kein Vlies will, wartet bis zum 90-%-Termin.
Ihr Auspflanz-Termin für Salat
Geben Sie Ihre Postleitzahl oder Ihren Ort ein. Der Rechner sucht die nächste DWD-Klimastation, nimmt deren Median-Termin für den letzten Luftfrost als Pflanztermin – und rechnet fünf Wochen zurück auf den Aussaattermin fürs Fensterbrett. Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage: Für die Pflanzwoche selbst zählt die Wetterlage.
Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026, keine Wettervorhersage. Wie der Rechner Stationen zuordnet und Perzentile bildet, steht auf der Frostrechner-Seite (Stationswahl, Perzentile). Der Rechner nimmt dabei die Station, die Ihrer Postleitzahl am nächsten liegt – in großen Städten kann das eine andere sein als die in den Tabellen genannte: Zwischen Stadt- und Umlandstation liegen dort bis zu drei Wochen.
Salat pflanzen in Düsseldorf, Leipzig, Hannover und neun weiteren Städten
Wie weit „ab April“ von Ihrem Ort entfernt liegt, zeigen zwölf Stationen. „Auspflanzen“ ist der Median-Termin des letzten Luftfrosts, „Aussaat drinnen“ liegt 35 Tage davor; die letzte Spalte ist der 90-%-Termin – der Pflanztag für alle, die ohne Vlies arbeiten wollen:
| Station | Aussaat drinnen ab | Salat auspflanzen ab (Luft Median) | Ohne Vlies: ab (Luft 90 %) |
|---|---|---|---|
| Rostock-Warnemünde | 18.02. | 25.03. | 10.04. |
| Hamburg-Fuhlsbüttel | 19.03. | 23.04. | 06.05. |
| Hannover | 18.03. | 22.04. | 08.05. |
| Berlin-Tempelhof | 04.03. | 08.04. | 21.04. |
| Leipzig/Halle (Flughafen) | 11.03. | 15.04. | 24.04. |
| Düsseldorf | 14.03. | 18.04. | 06.05. |
| Köln/Bonn | 18.03. | 22.04. | 13.05. |
| Frankfurt/Main (Flughafen) | 10.03. | 14.04. | 04.05. |
| Stuttgart (Schnarrenberg) | 03.03. | 07.04. | 21.04. |
| Freiburg | 06.03. | 10.04. | 29.04. |
| Nürnberg-Netzstall | 31.03. | 05.05. | 22.05. |
| München-Stadt | 02.03. | 06.04. | 20.04. |
| Deutschland, Median aller 410 Stationen | 18.03. | 22.04. | 08.05. |
Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, je 35–36 Frühjahre 1991–2026; Termine gelten für den Standort der Station. Nürnberg-Netzstall und Berlin-Tempelhof sind Freiflächen-Lagen mit ausgeprägten Strahlungsnächten – der Innenstadt-Balkon ist dort früher dran.
Zwei Befunde stechen heraus. Erstens ist „Vorziehen ab Februar“ an genau einer Station richtig: Rostock. In Hamburg, Hannover und Köln ist der 18. oder 19. März der passende Aussaattag, und wer dort am 1. Februar sät, hat am Pflanztag über elf Wochen alte Pflanzen mit durchwurzeltem Topf. Zweitens liegt der Pflanztermin an Rhein und Neckar Anfang bis Mitte April, in Norddeutschland Ende April – die Küste ausgenommen, wo die Ostsee den Frost schon Ende März beendet.
Was das Vlies kauft: Median gegen 90-%-Termin in Nürnberg, Rostock und Freiburg
Der Median-Termin ist ein Wagnis mit Ansage: In etwa jedem zweiten Jahr folgt danach noch mindestens eine Frostnacht. Ob das Wagnis vertretbar ist, entscheidet nicht die Häufigkeit, sondern die Stärke dieser Nächte. Wir haben für dieselben zwölf Stationen alle Luftfrostnächte ausgezählt, die nach dem Median-Termin bis Ende Juni noch kamen – 36 Frühjahre, klassiert nach Tiefstwert:
| Station | Vorsprung Median vor 90 % | Jahre mit Frost nach dem Median | Frostnächte je Jahr danach | davon milder als −2 °C | Jahre mit −3 °C oder kälter | Kälteste Nacht danach |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Rostock-Warnemünde | 16 Tage | 17 von 36 | 1,4 | 84 % | 2 | −3,8 °C |
| Hamburg-Fuhlsbüttel | 13 Tage | 17 von 36 | 0,8 | 96 % | 0 | −2,6 °C |
| Hannover | 16 Tage | 16 von 36 | 0,8 | 89 % | 0 | −2,4 °C |
| Berlin-Tempelhof | 13 Tage | 16 von 36 | 1,1 | 77 % | 4 | −4,9 °C |
| Leipzig/Halle (Flughafen) | 9 Tage | 16 von 36 | 1,0 | 86 % | 1 | −3,3 °C |
| Düsseldorf | 18 Tage | 18 von 36 | 1,0 | 81 % | 2 | −4,1 °C |
| Köln/Bonn | 21 Tage | 17 von 36 | 1,1 | 87 % | 1 | −3,0 °C |
| Frankfurt/Main (Flughafen) | 20 Tage | 18 von 36 | 1,1 | 88 % | 0 | −2,9 °C |
| Stuttgart (Schnarrenberg) | 14 Tage | 16 von 36 | 1,0 | 77 % | 1 | −5,8 °C |
| Freiburg | 19 Tage | 18 von 36 | 1,3 | 80 % | 3 | −3,5 °C |
| Nürnberg-Netzstall | 17 Tage | 15 von 35 | 1,3 | 67 % | 2 | −4,0 °C |
| München-Stadt | 14 Tage | 18 von 36 | 1,0 | 86 % | 1 | −4,8 °C |
| Deutschland, 410 Stationen | 16 Tage | 47 % der Jahre | 1,1 | 82 % | 5 % der Jahre | – |
Rechenweg: Vorsprung = 90-%-Termin minus Median-Termin des letzten Luftfrosts derselben Station; Frostnächte = alle Tage mit Lufttemperatur-Minimum unter 0 °C in 2 m Höhe nach dem Median-Termin bis 30. Juni, über 35–36 Frühjahre gezählt und nach Tiefstwert klassiert. Bundeswerte gepoolt über 410 Stationen mit mindestens 20 Jahren. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026.
Das Ergebnis trägt die Regel: Bundesweit waren 82 % aller Frostnächte nach dem Median-Termin milder als −2 °C, weitere 12 % lagen zwischen −2 und −3 °C – beides übersteht eine abgehärtete Salatpflanze, mit Vlies erst recht. Nur 6 % der Nächte erreichten −3 °C oder weniger, und das traf gerade 5 % aller Stationsjahre. In Frankfurt, Hamburg und Hannover kam in 36 Frühjahren nach dem Median-Termin keine einzige Nacht unter −3 °C.
Der Vorsprung, den das Vlies kauft, sind die Tage zwischen Median- und 90-%-Termin: bundesweit 16 Tage, in Köln/Bonn 21, in Frankfurt 20, in Leipzig nur 9. Anders gesagt: Ein Vlies über zwei, drei angekündigten Nächten bringt in Frankfurt fast drei Wochen Vorsprung – bei einem Salat, der 60 Tage bis zum Kopf braucht, ist das ein Drittel der Kulturzeit.
Achtung: Berlin-Tempelhof und Stuttgart-Schnarrenberg zeigen die Kehrseite: Beide Stationen haben früh liegende Median-Termine, aber die kälteste Nacht danach lag bei −4,9 und −5,8 °C. In solchen Freiflächen-Lagen ist das Vlies nach dem Median-Termin kein Zubehör, sondern Pflicht – oder Sie nehmen den 90-%-Termin. Was Vlies in klaren Nächten leistet und wo es versagt, steht im Artikel Vlies gegen Frost: was es bringt und wann es versagt.
Warum für Salat der Luftfrost-Median reicht – und Tomaten fünf Wochen länger warten
Für Tomaten, Gurken und Geranien setzen wir den 90-%-Termin des Bodenfrosts an; für Salat den Median-Termin des Luftfrosts. Dazwischen liegen bundesweit im Median 33 Tage – in Berlin-Tempelhof 59, in München-Stadt 24. Der Unterschied ist kein Zufall der Statistik, sondern Biologie: Eine Tomate stirbt bei 0 °C, eine abgehärtete Salatpflanze erst deutlich darunter. Deshalb genügt bei Salat der Termin, an dem die Frostnächte selten und mild werden, während Tomaten den Termin brauchen, an dem sie praktisch aufhören.
Die Frostverträglichkeit hat allerdings eine Bedingung, die in Ratgebern oft fehlt: Abhärtung. Die Gartenakademie der LWG Bayern rät, nicht abgehärtete Salat- und Gemüsejungpflanzen bei Frost über Nacht mit Vlies abzudecken – gut abgehärtete Pflanzen, die schon länger im Beet stehen, kommen dagegen zurecht. Ein Gärtner beschreibt in einem Praxisbericht, dass eine Woche kühles, frostfreies Abhärten reicht, damit Jungpflanzen die üblichen Nachtfröste im März und April vertragen. Pflanzen vom Markt sind meist abgehärtet; Pflanzen von der warmen Fensterbank nicht.
Für Bodenfrost gilt bei Salat dasselbe wie für Luftfrost, nur eine Etage tiefer: Die Rosette sitzt in 5 cm Höhe, wo es in klaren Nächten kälter ist als in 2 m. Weil die Frostgrenze der Pflanze aber bei etwa −3 °C liegt und nicht bei 0 °C, verschiebt der Bodenfrost den Termin nicht – er ist der Grund, warum Vlies auch nach dem Median-Termin griffbereit bleibt. Wie groß der Abstand zwischen Luft- und Bodenfrost an Ihrem Ort ist, zeigt der Artikel Bodenfrost.
Die Eisheiligen spielen bei Salat keine Rolle: Am 11. Mai steht der Salat an neun von zehn Stationen seit Wochen im Beet, in Frankfurt seit vier. Wer bis zur Kalten Sophie wartet, verschenkt einen ganzen Frühjahrssatz – warum die Regel auch für empfindliche Kulturen wackelt, rechnet die Seite Eisheilige: der Mythos in Zahlen vor. Wer Salat und Tomaten gemeinsam plant, findet den Tomaten-Termin derselben Station auf der Seite Tomaten pflanzen: der Termin je Ort – er liegt fast überall fünf Wochen später.
Dasselbe frostharte Fenster nutzt eine zweite Kultur: Frigo-Erdbeeren gehen ebenfalls ab dem Luftfrost-Median-Termin ins Beet, weil die Pflanze Frost verträgt – empfindlich ist erst ihre Blüte rund vier Wochen später, im Mai. Termine je Station und das Blütenfrost-Risiko stehen auf der Seite Erdbeeren pflanzen: Termin je Ort.
Vorziehen oder direkt säen? Kopfsalat pflanzen, Pflücksalat säen
Kopfsalat wird vorgezogen und gepflanzt, Pflück- und Schnittsalat direkt gesät – so die Praxis, und die Zahlen erklären, warum. Ein gepflanzter Kopfsalat braucht im Frühjahr nach Hortipendium rund 60 Tage bis zum 400-g-Kopf, aus Direktsaat käme die Keimzeit und die Jugendphase im kalten Boden dazu. Schnittsalat dagegen wird nach 7 Wochen ab Direktsaat geerntet – da lohnt der Umweg über den Topf nicht.
Für die Station Frankfurt/Main (Luft-Median 14. April) sieht der Plan so aus:
| Weg (Beispiel Frankfurt/Main) | Aussaat | Auspflanzen | Erste Ernte, grob | Was dafür spricht |
|---|---|---|---|---|
| Kopfsalat, vorgezogen 5 Wochen | 10. März (drinnen, 15–18 °C) | 14. April | ab etwa 13. Juni | ganze Köpfe; Vorsprung gegenüber Direktsaat |
| Kopfsalat, ohne Vlies-Bereitschaft | 30. März (drinnen) | 4. Mai (Luft 90 %) | ab etwa 3. Juli | kein Abdecken nötig; drei Wochen später |
| Pflück-/Schnittsalat, Direktsaat | 14. April (ins Beet, Boden ≥ 10 °C) | – | ab etwa 2. Juni | keine Töpfe, erste Blätter vor dem ersten Kopf |
| Zweiter Satz Direktsaat | 5. Mai | – | ab etwa 23. Juni | schließt die Lücke nach dem ersten Satz |
Rechenweg: Aussaat drinnen = Auspflanzen − 35 Tage; Ernte Kopfsalat = Pflanzung + 60 Tage, Schnittsalat = Saat + 49 Tage (Hortipendium, Erwerbsanbau, gerundet). Die Erntetermine sind Größenordnungen, keine Zusagen – Sorte, Wetter und Standort verschieben sie um Wochen. Termine: Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.
Die Direktsaat hat eine Untergrenze und eine Obergrenze. Unten: Der Boden sollte laut Saatgut-Anbietern mindestens 10 °C haben, sonst liegt das Korn wochenlang im kalten Beet – als Faustregel ist das um den Median-Termin an vielen Orten gerade erreicht (Bodentemperaturen haben wir nicht ausgewertet), ein Vlies über der Saat beschleunigt die Erwärmung.
Oben: Ab etwa 20 °C Bodentemperatur keimt Salat nach Angaben von Lubera, Bingenheimer Saatgut und Plantura nur noch zögerlich; die Fachliteratur setzt das Keimoptimum bis 22 °C an, die eigentliche Hemmung beginnt sortenabhängig erst darüber (Wei et al. 2024, Fachzeitschrift Plants). Das ist der Grund, warum Juli-Saaten im Beet oft ausfallen, und der Grund für den Kühlschrank-Trick: Samen in feuchtem Küchenpapier zwei Tage kühl stellen, dann säen – oder schattig vorziehen und pflanzen.
Tipp: Säen Sie ab dem Pflanztermin alle drei Wochen einen kleinen Satz nach – Lubera empfiehlt Abstände von zwei bis vier Wochen. Bis Mitte Juni geht das direkt ins Beet, danach ist die Anzucht im Topf an einem schattigen Platz sicherer als die Saat in 20 °C warmer Erde. Sommersorten wählen, denn Frühjahrssorten schießen bei langen Tagen.
Beet, Hochbeet, Balkonkasten: wo der Termin vom Stationswert abweicht
Der Median-Termin ist die Freiland-Regel für das Beet in der Ebene. Hochbeet und Balkonkasten sind früher dran, Senken und freie Flächen später – und bei Salat kommt eine Besonderheit dazu, die es bei Tomaten nicht gibt: Der Balkonkasten friert schneller durch als das Beet, weil ihm die Bodenwärme fehlt.
| Standort | Salat auspflanzen | Woran sich der Termin orientiert |
|---|---|---|
| Beet, ebene Lage | Luftfrost-Median der Station | Stationstermin; Vlies bereit |
| Hochbeet | oft 5–10 Tage vor dem Beet-Termin | Substrat erwärmt sich schneller, Kaltluft fließt ab; Vlies in klaren Nächten |
| Balkonkasten, Kübel | Luftfrost-Median, an einer Südwand ab 1. Stock eine Woche früher (Konventionswert) | Wand speichert Wärme; kleine Kästen kühlen aber schneller aus als Beetboden – Kasten in kalten Nächten an die Wand rücken |
| Senke, Hangfuß, Waldrand, freie Fläche | Stationstermin + 5–10 Tage (Konventionswert) | Kaltluftsee in klaren Nächten; hier eher 10 Tage |
| Frühbeet, unbeheiztes Gewächshaus | deutlich früher, grob 3–4 Wochen vor dem Stationstermin | Innentemperatur zählt; Minimum-Thermometer statt Kalender (Gartenakademie RLP: unter Folie „wesentlich frühere Pflanzung möglich“) |
Das Hochbeet ist für Salat der ideale Ort für den ersten Satz: Der Boden hat die 10 °C für die Direktsaat ein bis zwei Wochen vor dem Gartenbeet, und ein Vliesbogen über dem Hochbeet ist in zwei Minuten aufgelegt.
Wie Sie Ihre Lage einordnen und wie viele Tage Zuschlag oder Abschlag sie verdient, erklärt der Artikel Mikroklima im Garten: Senke, Hang, Hauswand. Wer den Kalender mit der Natur abgleichen will: Welche Blühzeiger den Frühlingsstand in Ihrem Garten anzeigen und warum sie mehr über Ihre Lage sagen als ein Datum, steht im Artikel Phänologie: Was blüht, wenn der Frost geht.
Zu früh gesät oder gepflanzt: Folgen und was jetzt hilft
Zu früh vorgezogen ist der häufigste Fehler, weil Saatgut-Tüten „ab Februar“ erlauben: Nach acht Wochen auf dem Fensterbrett sind die Pflanzen lang, hell und weich, der Ballen ist durchwurzelt, und im Beet sitzen sie zwei Wochen fest, während eine fünf Wochen alte Pflanze sie überholt. Bei Salat kommt ein zweites Problem dazu: Zu lange gestandene Jungpflanzen neigen später zum Schossen – sie bilden statt eines Kopfes einen Blütenstand.
Zu früh gepflanzt zeigt sich anders als bei Tomaten nicht als Tod, sondern als Stillstand: Bei Nächten um 0 °C und Tagen um 8 °C wächst Salat kaum, und eine nicht abgehärtete Pflanze bekommt in der ersten Frostnacht glasige, später braune Blattränder. Vier Timing-Maßnahmen helfen – alle ohne ein Mittel, das nicht in unser Feld gehört:
- Abhärten vor dem Pflanzen: Eine Woche tagsüber draußen, nachts geschützt – bei Marktpflanzen meist schon erledigt, bei Fensterbrett-Pflanzen Pflicht. Ohne Abhärtung schadet eine Nacht um 0 °C, mit Abhärtung erst eine um −3 °C.
- Vlies bei angekündigten Frostnächten: Abends auflegen, morgens abnehmen – die LWG Bayern nennt genau dieses Verfahren für Salat und Kohlrabi. Ein Vlies bringt in klaren Nächten wenige Grad; für die 82 % der Frostnächte über −2 °C ist das mehr als genug.
- Nicht zu tief pflanzen: Der Wurzelansatz bleibt laut Plantura knapp über der Erde. Zu tief gesetzte Pflanzen faulen im kalten, nassen Aprilboden am Stängelgrund – ein Schaden, der oft dem Frost zugeschrieben wird.
- Schnecken durch Timing statt Mittel: Frisch gepflanzter Salat ist im kalten Frühjahr wochenlang klein und damit lange verwundbar. Abends absammeln, morgens die Bretter kontrollieren – und größere Jungpflanzen setzen, die einen Fraßverlust wegstecken.
Tipp: Legen Sie sich zwei Kalendereinträge: den Median-Termin Ihrer Station (Pflanzen, wenn keine Nacht unter −3 °C in Sicht) und den 90-%-Termin (ab dann bleibt das Vlies im Schuppen). Was zwischen beiden liegt, ist die Vlies-Phase – bundesweit 16 Tage.
Für die konkrete Nacht gilt: Prognose ist Sache des Deutschen Wetterdienstes und der Wetter-Apps – unsere Termine sagen, wie oft es in 36 Jahren nach einem Datum noch kalt wurde, nicht, ob es dieses Jahr passiert.
Häufige Fragen
Wann Salat ins Freiland säen?
Ab dem 22. April im Bundesmedian – genauer: ab dem Median-Termin des letzten Luftfrosts Ihrer Station, in Rostock Ende März, in Nürnberg-Netzstall Anfang Mai. Bedingung: Der Boden hat 10 °C; ein Vlies über der Saat erwärmt ihn und schützt die Keimlinge. Bis Mitte Juni lohnt die Direktsaat, danach keimt Salat in Erde ab etwa 20 °C oft schlecht.
Wann Salat vorziehen?
Ab dem 18. März im Bundesmedian, fünf Wochen vor dem Auspflanztermin Ihres Orts: Frankfurt ab 10. März, Hamburg ab 19. März, München-Stadt ab 2. März. Bedingung: nicht früher säen – acht Wochen alte Pflanzen sitzen im Beet wochenlang fest. Keimen bei 15–18 °C, danach hell und kühl. „Ab Februar“ passt nur an der Ostseeküste; Ihren Termin zeigt der Rechner oben.
Verträgt Salat Frost?
Ja, abgehärtete Jungpflanzen überstehen nach unserer Einschätzung kurzzeitig −2 bis −3 °C ohne Schaden (Konventionswert, keine Einzelquelle nennt diese Schadschwelle exakt); im Erwerbsanbau bleibt das Vlies laut Hortipendium liegen, solange Frost unter −4 °C droht – eine separate Regel zum Abnehmen der Abdeckung, keine Aussage zur Schadschwelle selbst. Bedingung ist die Abhärtung: Pflanzen frisch von der Fensterbank schädigt schon eine Nacht um 0 °C. Geschlossene Köpfe sind empfindlicher als junge Rosetten; Feldsalat und Winterendivie vertragen deutlich mehr.
Kann ich Salat vor den Eisheiligen pflanzen?
Ja: An neun von zehn DWD-Stationen liegt der Salat-Termin spätestens am 4. Mai, im Bundesmedian am 22. April. Bedingung: abgehärtete Pflanzen und ein Vlies für die milden Frostnächte, die in jedem zweiten Jahr folgen. Die Eisheiligen-Regel gilt für Tomaten und Gurken; wie oft es dann friert, zeigt die Eisheiligen-Statistik je Bundesland. Wer bis Mitte Mai wartet, erntet in der Sommerhitze.
Wie oft Salat nachsäen?
Alle drei Wochen einen kleinen Satz; Lubera nennt zwei bis vier Wochen Abstand. Bedingung ist die Bodentemperatur: Ab dem Pflanztermin direkt ins Beet, ab Mitte Juni besser schattig im Topf vorziehen, weil Salat in Erde ab etwa 20 °C oft schlecht keimt. Für den Sommer schossfeste Sorten wählen; für die Herbsternte im Juli und August säen, Feldsalat ab August.
Warum keimt mein Salat im Sommer nicht?
Weil Salat in warmer Erde ab etwa 20 °C schlechter keimt: Die Samen bleiben laut Lubera, Bingenheimer Saatgut und Plantura zum Teil ruhend (die Fachliteratur setzt das Keimoptimum bis 22 °C an, die volle Hemmung beginnt sortenabhängig höher) – ein Schutz vor dem Auflaufen in der Sommerhitze. Abhilfe: Samen zwei Tage feucht im Kühlschrank vorquellen, abends säen und beschatten, oder im Topf an einem kühlen Platz vorziehen und erst dann ins Beet setzen.
Fazit: Erst der Ort, dann der Kalender
Salat ist die Kultur, bei der Warten am meisten kostet: Er verträgt, was Tomaten nicht vertragen, und wer ihn nach den Eisheiligen pflanzt, erntet in der Hitze statt im Mai. Nehmen Sie den Median-Termin des letzten Luftfrosts Ihrer Station als Pflanztag, säen Sie fünf Wochen davor vor, härten Sie eine Woche ab – und halten Sie ein Vlies für die ein bis zwei Frostnächte bereit, die in jedem zweiten Jahr noch folgen. Wer das nicht will, nimmt den 90-%-Termin und verliert im Mittel 16 Tage.
Zum selben Termin gehen an den meisten Orten auch die Kartoffeln in die Erde – mit einer anderen Logik, denn dort schützt der Boden die Knolle, und nur der Austrieb ist frostgefährdet. Wie sich das auf den Pflanztag auswirkt, zeigt die Seite Wann Kartoffeln pflanzen.
Quellen
- Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, Tageswerte der Lufttemperatur in 2 m, Frühjahre 1991–2026 (410 Stationen); eigene Auswertung. Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage.
- Hortipendium: „Kopfsalat Erwerbsanbau“
- Hortipendium: „Schnittsalat (Lactuca-Babyleaf) Erwerbsanbau“
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Bayerische Gartenakademie: Gartencast „Wenn der Frost kommt“ (1. Mai 2017)
- Gartenakademie Rheinland-Pfalz: „Salat (fast) rund ums Jahr aus dem eigenen Garten“
- Wei et al. (2024): „Advance in the Thermoinhibition of Lettuce (Lactuca sativa L.) Seed Germination“, Plants
- Lubera: „Salat säen“
- Bingenheimer Saatgut
- Plantura: Salat pflanzen
- samen.de: Batavia-Ratgeber
Die Frostschadschwelle „−2 bis −3 °C“ ist ein eigener Konventionswert aus Praxisberichten, keine Institutionsquelle nennt sie direkt.
Wie wir arbeiten und rechnen: Über Frostkompass.