Kurzantwort: Paprika und Chili kommen ins Freiland, sobald an Ihrem Ort in 9 von 10 Jahren kein Bodenfrost mehr auftrat, plus eine Woche Wärmezuschlag – bundesweit im Median der 31. Mai. Weil die Anzucht 10 Wochen dauert, säen Sie drinnen 70 Tage vorher: Frankfurt/Main pflanzt ab 25. Mai und sät ab 16. März, Hamburg 10. Juni / 1. April, München-Stadt schon 7. Mai / 26. Februar. Langsame Chili-Arten (Habanero & Co.) starten 3–4 Wochen früher. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026.
Stand: September 2026 · Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, 1991–2026
Anfang Mai stehen im Baumarkt Paprikapflanzen mit Blüten – und auf Ihrer Fensterbank sitzt ein Sämling mit vier Blättern, den Sie Mitte April gesät haben. Der wird im September vielleicht die erste grüne Frucht tragen, dann kommt der Herbst. Bei keiner anderen Standardkultur bestimmt der Aussaattag so hart über die Ernte wie bei Paprika und Chili: Von der Keimung bis zur ersten reifen Frucht vergehen nach unserer Annahme 4 bis 6 Monate.
Deshalb hat die Frage, wann Sie Paprika pflanzen sollten, zwei Antworten: einen Auspflanztermin, der vom Bodenfrost an Ihrem Ort abhängt – und einen Aussaattermin, der zehn Wochen davor liegt. Beide rechnen wir aus 36 Frühjahren DWD-Daten für Ihre nächste Wetterstation, nach demselben Muster wie alle Kultur-Seiten unseres Hubs Wann pflanzen? Termine für alle Kulturen.
Was die Kurzantwort nicht abdeckt: warum zehn Wochen bei Paprika reichen, bei manchen Chilis aber nicht – und wie lang die Saison an Ihrem Ort ist, bevor der erste Herbstfrost kommt. Dieses Saisonfenster rechnen wir unten für zwölf Städte durch; in Nürnberg-Netzstall sind es keine neun Wochen.
Paprika- und Chili-Steckbrief: Keimtemperatur, Vorziehdauer, Auspflanz-Regel
Paprika und Chili sind botanisch meist dieselbe Art (Capsicum annuum) und die langsamsten Starter im Gemüsebeet: Sie keimen nur bei Wärme, brauchen dafür Wochen statt Tage und wachsen anfangs träge. Darum liegt ihr Aussaattermin Monate vor dem Pflanztermin.
| Merkmal | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Keimtemperatur | optimal 22–28 °C, durchgehend auch nachts; unter 20 °C schlechte Keimung | Kiepenkerl (22–25 °C); LWG Bayern (25 °C); samen.de (22–28 °C) |
| Keimdauer | 8–14 Tage bei 25 °C, bis 3 Wochen bei kühleren Bedingungen; Chinense-Chilis 2–5 Wochen | Hortipendium; Kiepenkerl; chili-zucht.de |
| Vorziehen | 10 Wochen (Paprika, schnelle Chilis) bis 12–14 Wochen (Habanero-Typen) vor dem Pflanztermin | samen.de (10–12 Wochen); Bingenheimer; chili-zucht.de |
| Auspflanzen Freiland | 90-%-Termin Bodenfrost + 7 Tage (unsere Regel, siehe Rechner); Kiepenkerl: „ab Ende Mai, wenn die Frostgefahr endgültig vorüber ist“ | Frostkompass; Kiepenkerl |
| Nachttemperatur | nicht dauerhaft unter 12 °C; Wachstum stockt unter 15–16 °C; Kälteschäden ab etwa 5–6 °C | samen.de; chili-plants.com; Pepperworld |
| Ernte | erste (grüne) Früchte etwa 6 Wochen nach der Pflanzung; von der Keimung bis zur reifen Frucht 20–24 Wochen (eigene Annahme, sortenabhängig; keine abgerufene Quelle nennt diese Wochenzahl) | Kiepenkerl (6 Wochen bis grüne Ernte); Rest eigene Annahme |
Kulturangaben nach Fachquellen und Saatgut-Kulturanleitungen (Stand August 2026); Termin-Regel: Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.
Faustregel: Paprika raus = Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station + 1 Woche. Aussaat = Auspflanztermin − 10 Wochen. Für langsame Chilis (Habanero, Scotch Bonnet, Rocoto) noch einmal 3–4 Wochen früher säen.
Ihr Termin für Paprika und Chili
Geben Sie Ihre Postleitzahl oder Ihren Ort ein. Der Rechner sucht die nächste DWD-Klimastation, nimmt deren 90-%-Termin für Bodenfrost, legt sieben Tage Wärmezuschlag drauf – und rechnet 70 Tage zurück auf den Aussaattermin fürs Fensterbrett. Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage: Für die Pflanzwoche selbst zählt die aktuelle Wetterlage.
Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026, keine Wettervorhersage. Wie der Rechner Stationen zuordnet und Perzentile bildet, steht auf der Methodik-Seite des Frostrechners. Der Rechner nimmt dabei die Station, die Ihrer Postleitzahl am nächsten liegt – in großen Städten kann das eine andere sein als die in den Tabellen genannte: Zwischen Stadt- und Umlandstation liegen dort bis zu drei Wochen.
Paprika pflanzen in Köln, Frankfurt, Stuttgart und neun weiteren Städten: Termine und Saisonfenster
Die Tabelle zeigt für zwölf Stationen den Auspflanztermin (Bodenfrost-90 % + 7 Tage), den Aussaattermin zehn Wochen davor – und als Zugabe das Saisonende: den Tag, bis zu dem es im Herbst in 9 von 10 Jahren noch keinen Bodenfrost gab. Die Spanne dazwischen ist das Fenster, in dem Ihre Paprika draußen wachsen und reifen können.
| Station | Bodenfrost 90 % vorbei | Auspflanzen ab | Aussaat drinnen ab | Herbst: erster Bodenfrost (10 %) | Saisonfenster |
|---|---|---|---|---|---|
| Rostock-Warnemünde | 10.05. | 17.05. | 08.03. | 15.10. | 151 Tage |
| Hamburg-Fuhlsbüttel | 03.06. | 10.06. | 01.04. | 17.09. | 99 Tage |
| Hannover | 01.06. | 08.06. | 30.03. | 19.09. | 103 Tage |
| Berlin-Tempelhof | 06.06. | 13.06. | 04.04. | 19.09. | 98 Tage |
| Leipzig/Halle (Flughafen) | 23.05. | 30.05. | 21.03. | 30.09. | 123 Tage |
| Düsseldorf | 24.05. | 31.05. | 22.03. | 05.10. | 127 Tage |
| Köln/Bonn | 22.05. | 29.05. | 20.03. | 27.09. | 121 Tage |
| Frankfurt/Main (Flughafen) | 18.05. | 25.05. | 16.03. | 09.10. | 137 Tage |
| Stuttgart (Schnarrenberg) | 13.05. | 20.05. | 11.03. | 30.09. | 133 Tage |
| Freiburg | 18.05. | 25.05. | 16.03. | 27.09. | 125 Tage |
| Nürnberg-Netzstall | 17.06. | 24.06. | 15.04. | 25.08. | 62 Tage |
| München-Stadt | 30.04. | 07.05. | 26.02. | 16.10. | 162 Tage |
| Deutschland, Median aller 406 Stationen | 24.05. | 31.05. | 22.03. | 23.09. | 115 Tage |
Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, je 35–36 Frühjahre 1991–2026 und Herbste 1991–2025; Termine gelten für den Standort der Station. Nürnberg-Netzstall und Berlin-Tempelhof sind Freiflächen mit ausgeprägten Strahlungsnächten – der Innenstadt-Balkon ist dort deutlich früher dran und im Herbst länger frostfrei.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens liegt der rechnerische Aussaattermin fast überall im März, nicht – wie viele Kalender pauschal raten – im Januar oder Februar. Wer in Hamburg Anfang Februar sät, hat am 10. Juni eine 18 Wochen alte, blühende Pflanze im 9-cm-Topf, die im Beet erst einmal wochenlang schmollt. Zweitens: Das Saisonfenster schwankt zwischen 62 und 162 Tagen – und genau das entscheidet, ob Ihre Früchte draußen noch rot werden. Dazu gleich mehr.
Warum die frühe Aussaat entscheidet – die Rechnung für Frankfurt
Paprika und Chili brauchen von der Keimung bis zur ersten reifen Frucht nach unserer Annahme 4 bis 6 Monate; wir rechnen im Folgenden mit der Kernspanne von 20–24 Wochen – eine Quelle mit dieser Wochenzahl fanden wir nicht, samen.de nennt für Paprika/Chili an anderer Stelle deutlich kürzere 55 bis 90 Tage bis zur Vollreife (vermutlich ab Auspflanzung gerechnet, nicht ab Keimung, und für andere Sorten).
Diese Zeit lässt sich nicht verkürzen, nur verlagern: Alles, was die Pflanze schon auf der Fensterbank schafft, muss sie draußen nicht mehr schaffen. Deshalb ist die Anzucht bei Paprika mit rund 10 Wochen dreimal so lang wie bei Gurken – die Seite Wann Gurken pflanzen rechnet dort mit nur drei Wochen Vorlauf.
Rechnen wir das für zwei Aussaattermine in Frankfurt am Main durch (Station Frankfurt/Main: Auspflanzen ab 25. Mai, erster Herbst-Bodenfrost in 9 von 10 Jahren nicht vor dem 9. Oktober – Saisonfenster 137 Tage):
| Szenario Frankfurt/Main | Aussaat | Alter beim Auspflanzen 25.05. | Erste grüne Ernte (Pflanzung + 6 Wochen) | Reife Frucht (Keimung + 22 Wochen) | Puffer bis Herbst-Anker 09.10. |
|---|---|---|---|---|---|
| Nach Rechner | 16. März (Keimung ~26. März) | 10 Wochen | ab etwa 6. Juli | ab etwa 27. August (Annahme) | rund 6 Wochen (43 Tage) |
| Zu spät gesät | 20. April (Keimung ~30. April) | 5 Wochen | frühestens Mitte Juli, meist später | ab etwa 1. Oktober (Annahme) | 8 Tage – Reife fällt praktisch mit dem Herbstfrost zusammen |
Rechenweg: Keimung = Aussaat + 10 Tage; grüne Ernte = Pflanzung + 42 Tage (Kiepenkerl); reife Frucht = Keimung + 154 Tage (Mitte unserer Annahme von 20–24 Wochen, siehe Steckbrief oben – keine abgerufene Quelle nennt diese Wochenzahl). Kulturdauern sind Größenordnungen aus Kulturanleitungen, keine Zusagen – Sorte, Sommerwetter und Standort verschieben sie um Wochen. Termine: Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung; Station Frankfurt/Main mit 36 ausgewerteten Frühjahren und 35 Herbsten.
Fünf Wochen später gesät heißt hier: fünf Wochen später reif – Anfang Oktober statt Ende August, und damit auf Kante zum Herbstfrost. In Hamburg oder Berlin-Tempelhof, wo das Fenster rund 100 Tage misst, wäre dieselbe Verzögerung das Ende der Ernte. Wer den Aussaattermin verpasst hat, kauft im Mai besser kräftige Jungpflanzen, statt einen April-Sämling zu pflegen.
Faustregel: Wo das Saisonfenster unter 100 Tagen liegt (Hamburg, Berlin-Tempelhof, Nürnberg-Netzstall; Hannover mit 103 Tagen knapp darüber), reifen Paprika im Freiland nur mit früher, kräftiger Anzucht – oder im Kübel an der Südwand, den Sie im September hereinholen. Über 130 Tagen (Frankfurt, Stuttgart, Rostock, München-Stadt) bleibt Luft für rote Reife.
Zu früh geht aber auch. Lubera verweist auf Versuche mit Tomatenpflanzen, nach denen Januar-Aussaaten rund 45 Tage länger bis zur Reife brauchten als März-Aussaaten – Pflanzen, die im dunklen Winter vergeilen, holen den Vorsprung nie ein. Bei Paprika liegt der sinnvolle Start deshalb dort, wo ihn unser Rechner setzt: 10 Wochen vor dem Ortstermin, für die meisten Orte Mitte bis Ende März. Nur wer Kunstlicht hat oder langsame Chinense-Chilis zieht, geht in den Februar.
Chili aussäen: Warum Habanero früher dran ist als Jalapeño
„Chili“ ist keine botanische Einheit. Jalapeño, Cayenne, Peperoni und alle Gemüsepaprika sind Capsicum annuum, keimen in 7–14 Tagen und reifen ab Ende Juli – für sie gilt der Rechner-Termin. Habanero, Scotch Bonnet und andere Capsicum chinense keimen laut chili-zucht.de in 14–35 Tagen und brauchen bis zur ersten reifen Schote gut sechs Monate, Rocoto (C. pubescens) noch länger. Für sie säen Sie 3–4 Wochen vor dem Rechner-Termin – in Frankfurt Mitte/Ende Februar statt Mitte März – bei konstant 25–28 °C.
Zu früh gepflanzt: Warum Kälte ohne Frost schon schadet
Der zweithäufigste Fehler nach der zu späten Aussaat ist das zu frühe Auspflanzen. Paprika stellen laut samen.de unter 15 °C das Wachstum ein, chili-plants.com nennt für Capsicum annuum 16 °C als Schwelle und 6 °C als Kälteschadensgrenze; Pepperworld warnt vor Schäden unter 5 °C. Eine Paprika, die Mitte Mai bei 4 °C Nachttemperatur im Beet steht, erfriert nicht – aber sie steht wochenlang still, wirft Blüten ab und holt die verlorene Zeit im kurzen Saisonfenster nicht mehr auf.
Genau deshalb setzen wir den Termin auf Bodenfrost-90 % plus 7 Tage und nicht auf den Frosttermin selbst wie bei Tomaten. Zwischen dem 21. und 31. Mai gab es an einer mittleren Station noch in 14 % der Jahre eine Bodenfrostnacht, Anfang Juni in 6 % – und die frostfreien, aber 5 °C kalten Nächte sind ungezählt häufiger. Warum Tomaten mit dem nackten 90-%-Termin auskommen, steht unter Wann Tomaten pflanzen; warum Bodenfrost 17 Tage später endet als Luftfrost, im Artikel Bodenfrost erklärt: Messhöhe, Termin, Unterschied zum Luftfrost.
Dieselbe Regel – Bodenfrost-90 % plus eine Woche – gilt für die anderen Wärmekulturen des Hubs, etwa Gurken und Zucchini. Ein Unterschied bleibt: Zucchini lassen sich ab 15 °C Bodentemperatur sogar direkt ins Beet säen, was bei Paprika ausscheidet – die Rechnung dazu steht unter Wann Zucchini pflanzen.
Achtung: „Nach den Eisheiligen“ ist für Paprika doppelt zu früh. Erstens beschreibt die Regel Luftfrost in 2 m Höhe – bodennah ist der Frost an 361 von 406 DWD-Stationen am 16. Mai noch nicht zu 90 % vorbei. Zweitens sagt sie nichts über die Wärme, die Paprika brauchen. Wie oft es in der Eisheiligen-Woche tatsächlich fror, Jahr für Jahr und je Bundesland, zeigen die Eisheiligen-Zahlen von 410 Stationen. Warum das Eisheiligen-Fenster statistisch nicht einmal die kälteste Mai-Woche ist, rechnet die Seite Eisheilige im Daten-Check vor.
Was gegen Kältestress hilft – ohne ein einziges Mittel
Alle wirksamen Gegenmaßnahmen sind Timing- und Standortfragen, keine Pflegeprodukte:
- Abhärten: Ab etwa zwei Wochen vor dem Pflanztermin tagsüber raus an einen schattigen, windgeschützten Platz, nachts rein, solange es unter 12 °C wird. Sperli nennt fürs Abhärten 15 °C Außentemperatur als Untergrenze. Dieselbe 10–12-°C-Nachtgrenze gilt für Basilikum: Termin je Ort – nur dass dort fünf Wochen Anzucht reichen.
- Vlies bereithalten: Vlies oder Haube puffern in klaren Nächten wenige Grad – aus einer 4-°C-Nacht wird eine ohne Kälteschaden, aus Frost kein Sommer. Was Vlies leistet und wo es versagt, steht im Artikel Vlies-Frostschutz: Puffer und Grenzen.
- Standort-Zuschlag: In Senken, am Hangfuß und auf freier Fläche rechnen Sie 5–10 Tage auf den Stationstermin, die warme Südwand ist oft ein bis zwei Wochen früher dran (beides Konventionswerte). Wie Sie Ihre Lage einordnen, erklärt der Artikel Ihr Garten ist nicht die Wetterstation.
Kübel, Balkon und Gewächshaus: wann Paprika rausstellen?
Im Kübel gilt eine beweglichere Regel, weil Sie die Pflanze hereinholen können – der Termin, ab dem sie dauerhaft draußen bleibt, ist aber derselbe wie im Beet. Bingenheimer Saatgut empfiehlt einzelne Chili-Sorten ausdrücklich als Topf- oder Kübelpflanze, etwa Lila Luzi und Red Gunda – und ein Kübel an der Südwand steht in einem anderen Klima als das Beet in der Senke.
| Standort | Rausstellen / Pflanzen | Woran sich der Termin orientiert |
|---|---|---|
| Freiland, Beet | Bodenfrost-90 % + 7 Tage | Stationstermin des Rechners, Nächte nicht dauerhaft unter 12 °C |
| Kübel auf Balkon/Terrasse | tagsüber ab dem Luftfrost-90-%-Termin, wenn die Nächte ≥ 10–12 °C liegen; dauerhaft wie im Beet ab Bodenfrost-90 % + 7 Tage (Kiepenkerl: „ab Ende Mai … Beet oder Kübel“) | Kübel bei kalten Nächten (unter 10 °C) hereinholen; im Herbst verlängert das die Saison um Wochen |
| Gewächshaus / Folientunnel | ab Mitte April, wenn es im Haus nachts nicht unter 12 °C fällt | Innentemperatur (Minimum-Thermometer), bei Kaltluft Vlies im Haus |
Für das Gewächshaus nennt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde Mitte April als Pflanztermin, fürs Freiland Mitte Mai. Unbeheizte Häuser kühlen in klaren Nächten aber fast auf Außentemperatur ab – dort gilt dieselbe 12-°C-Grenze wie draußen, nur früher erreicht. Die Bayerische Gartenakademie (LWG) rät, Paprika im Freiland ohnehin erst nach den Eisheiligen Mitte Mai zu pflanzen – neben dem Beet nennt sie auch den Kübel.
Tipp: Legen Sie sich drei Kalendereinträge: den Aussaattermin des Rechners (Chinense-Chilis 3–4 Wochen früher), den Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station (ab dann täglich Nachtwerte prüfen, Kübel tagsüber raus) und den Tag danach + 7 (Beet-Pflanzung, wenn keine kalte Nacht in Sicht).
Für die konkrete Nacht gilt: Prognose ist Sache des Deutschen Wetterdienstes und der Wetter-Apps – unsere Termine sagen, wie oft es in 36 Jahren nach einem Datum noch kalt wurde, nicht, ob es dieses Jahr passiert.
Häufige Fragen
Wann Chili aussäen?
Für Jalapeño, Cayenne, Peperoni und andere Capsicum-annuum-Sorten 10 Wochen vor dem Auspflanztermin Ihres Ortes – bundesweit im Median ab 22. März, in München-Stadt ab Ende Februar, in Hamburg erst Anfang April. Langsame Chinense-Chilis (Habanero, Scotch Bonnet) säen Sie 3–4 Wochen früher, weil sie 2–5 Wochen keimen und rund sechs Monate bis zur Reife brauchen.
Wann Paprika vorziehen?
Zehn Wochen vor dem Tag, an dem an Ihrem Ort der Bodenfrost zu 90 % vorbei ist plus eine Woche – für die meisten Orte Mitte bis Ende März, in frühen Lagen Ende Februar. Früher säen bringt ohne Kunstlicht keinen Vorsprung: Pflanzen vergeilen im dunklen Februar und stehen beim Auspflanzen überaltert im Topf. Den Termin für Ihre Postleitzahl zeigt der Rechner oben.
Wann Paprika ins Freiland pflanzen?
Ab dem Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station plus 7 Tage – bundesweit im Median der 31. Mai, in München-Stadt Anfang Mai, in Hamburg oder Berlin-Tempelhof erst Mitte Juni. Kiepenkerl nennt „ab Ende Mai, wenn die Frostgefahr endgültig vorüber ist“. Zusätzlich sollten die Nächte nicht mehr dauerhaft unter 12 °C fallen; sonst stockt das Wachstum.
Wie lange ist die Paprika-Saison?
Im Garten im Median 115 Tage – von der Pflanzung bis zum ersten Bodenfrost im Herbst. Regional schwankt das stark: Nürnberg-Netzstall kommt nur auf 62 Tage, München-Stadt auf 162. Für rote, ausgereifte Früchte braucht es nach unserer Annahme (Anzucht plus 20–24 Wochen ab Keimung) meist über 130 Tage; darunter bleiben viele Paprika grün, frühe Sorten reifen mit weniger. Ihr Saisonfenster nach Station zeigt die Tabelle oben.
Wie kalt vertragen Paprika und Chili?
Frost vertragen sie gar nicht, und schon deutlich darüber wird es kritisch: Unter 15–16 °C stellen Paprika laut samen.de und chili-plants.com das Wachstum ein, ab etwa 5–6 °C entstehen Kälteschäden. Einzelne kühle Nächte um 8–10 °C übersteht eine abgehärtete Pflanze, sie verliert aber Zeit. Einzige Ausnahme ist die Chili-Art Capsicum pubescens (Rocoto), die kühle Nächte gut verträgt.
Paprika im Kübel: wann rausstellen?
Tagsüber schon ab dem Luftfrost-90-%-Termin, sobald die Nächte um 10–12 °C liegen – bei kälteren Nächten abends wieder hereinholen. Dauerhaft draußen bleibt der Kübel wie das Beet ab Bodenfrost-90 % plus eine Woche; Kiepenkerl nennt „ab Ende Mai“ für Beet und Kübel gleichermaßen, Sperli ab Anfang Juni. Der Vorteil des Kübels liegt davor: Er kann die warmen Tage schon draußen verbringen. Im Herbst holt der Kübel bei Frostgefahr wieder rein – so reifen späte Früchte noch nach.
Lohnt Direktsaat von Paprika im Freiland?
Nein. Paprika keimen erst ab 20 °C Bodentemperatur zuverlässig, die im Beet Ende Mai selten erreicht wird, und brauchen dann nach unserer Annahme 20–24 Wochen bis zur reifen Frucht (siehe Steckbrief oben): Eine Saat am 31. Mai wäre rechnerisch Ende Oktober reif – nach dem ersten Herbstfrost an fast allen Stationen. Vorziehen oder Jungpflanzen kaufen ist der einzige Weg zur Ernte.
Fazit: Der Aussaattag entscheidet, der Pflanztag sichert ab
Bei Paprika und Chili liegt der wichtigste Termin nicht im Mai, sondern im März: Zehn Wochen vor dem Ortstermin gesät, kommt die Pflanze mit Vorsprung ins Beet und reift, bevor das Saisonfenster schließt – das an vielen Orten nur 100 bis 130 Tage misst. Der Pflanztag selbst ist dann eine Frage der Geduld: Bodenfrost-90 % Ihrer Station plus eine Woche, Kübel bei kalten Nächten rein, Vlies griffbereit.
Wer die Paprika-Anzucht Mitte März startet, ist Ende März schon bei der nächsten Kultur: Tomaten brauchen nur rund sieben Wochen Vorlauf – wie deren Termin zustande kommt, zeigt die Seite Wann Tomaten pflanzen.
Quellen
- Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, Tageswerte der Lufttemperatur in 2 m und 5 cm Höhe, Frühjahre 1991–2026 bzw. Herbste 1991–2025 (406 Stationen); eigene Auswertung. Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage.
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Bayerische Gartenakademie: „Vorbereitungen für den Gemüsegarten“ (Gartencast, Abschnitt Anzucht von Paprika und Chili)
- LWG, Bayerische Gartenakademie: „Paprika-Aussaat im Februar“
- Hortipendium: „Paprika Erwerbsanbau“
- Bundesverband Deutscher Gartenfreunde: „Paprika und Chilis selbst anbauen“
- Kiepenkerl: Kulturanleitung Paprika
- Sperli: Kulturanleitung Paprika
- Bingenheimer Saatgut: Blog Paprika/Chili
- samen.de: „Paprika anbauen: Vom Samen zur Ernte“
- chili-zucht.de: Capsicum-Arten
- chili-plants.com: „Chili plant temperatures“
- Pepperworld: „Chili-Pflanzen Pflege, Teil 3“
Die Reifedauer „20–24 Wochen“ ist eine eigene Annahme, keine abgerufene Quelle nennt sie direkt.
Wie wir arbeiten und rechnen: Über Frostkompass.