Wann Basilikum pflanzen? Der Termin für Ihren Ort – nicht „nach den Eisheiligen“

Kurzantwort: Basilikum kommt ins Beet oder dauerhaft auf den Balkon, sobald an Ihrem Ort in 9 von 10 Jahren kein Bodenfrost mehr auftrat, plus eine Woche Wärmezuschlag – bundesweit im Median der 31. Mai; an Küste und Oberrhein Mitte bis Ende Mai, in Kaltluftlagen erst Mitte Juni. Aussaat drinnen 5 Wochen vorher: Frankfurt/Main pflanzt ab 25. Mai und sät ab 20. April, Hamburg 10. Juni / 6. Mai, München-Stadt 7. Mai / 2. April. Unter 12 °C stellt Basilikum das Wachstum ein, unter 10 °C nimmt es Schaden. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026.

Stand: September 2026 · Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, 1991–2026

Aussaat drinnen
26. April
Median Deutschland
Auspflanzen
31. Mai
Median Deutschland
Früheste Orte
22. Mai
das früheste Zehntel
Späteste Orte
13. Juni
das späteste Zehntel

Der Basilikum-Topf aus dem Supermarkt steht seit dem Wochenende nach den Eisheiligen auf dem Balkon. Zwei Nächte später hängen die Blätter, die Triebspitzen färben sich braun, einzelne Blätter werden gräulich – dabei zeigte die Wetter-App nie weniger als 6 °C, von Frost keine Spur. Genau das ist der Punkt: In einem Versuch, den das Hortipendium dokumentiert, reichten 7 °C für einen Totalschaden an Basilikum. Kaum ein anderes Küchenkraut geht so weit oberhalb des Gefrierpunkts kaputt.

Deshalb taugt „nach den Eisheiligen“ bei der Frage, wann Sie Basilikum pflanzen sollten, noch weniger als bei Tomaten. Diese Seite ersetzt die Faustregel durch einen Termin für Ihren Ort: den Tag, ab dem der Boden an Ihrer nächsten Wetterstation zu 90 % frostfrei ist, plus eine Woche – abgeleitet aus 36 Frühjahren DWD-Daten wie alle Kultur-Seiten unseres Hubs Wann pflanzen?.

Die Kurzantwort lässt zwei Dinge offen: was der Termin für den Supermarkt-Topf bedeutet, der schon im April in der Küche steht – und wie viele Wochen Basilikum-Sommer Ihr Ort zwischen Pflanztermin und erstem Herbstfrost überhaupt hergibt. Beides rechnen wir unten durch, für zwölf Städte und getrennt für Beet und Balkon; zwischen Nürnberg und München liegen dabei 15 Wochen.


Basilikum-Steckbrief: Keimtemperatur, Vorziehdauer, Auspflanz-Regel

Basilikum ist ein Lichtkeimer aus den Tropen und Subtropen, der bei Wärme in einer Woche keimt, in fünf Wochen eine pflanzfertige Jungpflanze bildet – und der als verbreitetes Küchenkraut schon bei einstelligen Plusgraden absterben kann. Die Zahlen aus Fachquellen:

MerkmalWertQuelle
Frostschadenbei 0 °C; „bereits leichter Frost schadet den Pflanzen“LWG Bayern, Merkblatt 2151
Kälteschaden abunter 10 °C; in einem Versuch verursachten 7 °C einen Totalschaden – Blattpartien werden gräulich, Triebspitzen sterben braun abHortipendium „Basilikum Pflanzenschutz“
Wachstumsstillstand unter12 °C – „bei etwa 12 °C stellt Basilikum sein Wachstum ein“; LWG: Wachstumsstockung unter 10 °CHortipendium (Pflanzenschutz); LWG Bayern
Wachstum optimal20–25 °C bei vollem Licht; Temperaturen unter 15 °C vermeidenHortipendium „Basilikum im Hausgarten“; LWG Bayern
KeimungLichtkeimer, Samen nur andrücken; optimal 20–25 °C (Hortipendium Erwerbsanbau: 20–30 °C), Keimdauer 5 Tage bei 25 °C, 7 Tage bei 20 °C (Hortipendium); bei 12–15 °C 14–20 Tage (LWG)Hortipendium (Erwerbsanbau); LWG Bayern; Sperli; samen.de
Vorziehen5 Wochen vor dem Pflanztermin: 1–2 Wochen Keimung, danach 3–4 Wochen bis 2–3 Blattpaaren; LWG: Aussaat ab Mitte April, Pflanzung ab Mitte MaiLWG Bayern; samen.de (Umtopfen nach 4–6 Wochen bei 4–6 echten Blättern); Plantura
Auspflanzen / dauerhaft raus90-%-Termin Bodenfrost + 7 Tage (unsere Regel, siehe Rechner); Hortipendium: Pflanzung erst, wenn die 12-°C-Schwelle überschritten ist, Freilandsaat ab Ende Mai bei Temperaturen nicht mehr unter 10 °CFrostkompass; Hortipendium
Direktsaat FreilandMitte Mai bis Ende Juni, Kulturdauer bis zur Ernte ca. 55 TageLWG Bayern; Hortipendium (Erwerbsanbau)
Ernte abetwa 4 Wochen nach der Pflanzung (Erwerbsanbau: ca. 40 Tage)Hortipendium (Hausgarten, Erwerbsanbau)

Kulturangaben nach Fachquellen (Stand August 2026); Termin-Regel: Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Farbskala von minus 5 bis 32 Grad für Basilikum: unter 0 Grad tödlicher Frost, bis 10 Grad Kälteschaden, bis 12 Grad Stillstand, darüber Wachstum. Markiert sind der Versuchswert von 7 Grad als Totalschaden, die Untergrenze von 12 Grad für das Auspflanzen, der Wachstumsbereich von 20 bis 25 Grad und die optimale Keimtemperatur von 20 bis 25 Grad.
Basilikum hat unter den Kulturen auf diesen Seiten die höchste Kälteschadensschwelle: Was Tomaten als kühle Nacht wegstecken, ist für Basilikum bereits ein Kälteschaden – Frost braucht es dafür nicht.

Faustregel: Basilikum raus = Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station + 1 Woche. Aussaat drinnen = Auspflanztermin − 5 Wochen, nicht im März. Auf dem Balkon an der Hauswand darf der Topf ab Luftfrost-90 % + 1 Woche stehen bleiben – solange Sie ihn in Nächten unter 10 °C hereinholen.

Ihr Auspflanz-Termin für Basilikum

Geben Sie Ihre Postleitzahl oder Ihren Ort ein. Der Rechner sucht die nächste DWD-Klimastation, nimmt deren 90-%-Termin für Bodenfrost, legt sieben Tage Wärmezuschlag drauf – und rechnet fünf Wochen zurück auf den Aussaattermin fürs Fensterbrett. Statistik der Vergangenheit, keine Vorhersage: Für die Pflanzwoche selbst zählt die Wetterlage, und bei Basilikum heißt das konkret die angesagte Nachttemperatur.

Statistik der Vergangenheit, keine Wettervorhersage. Die Termine sagen, wie oft es in den letzten Jahrzehnten an Ihrer nächsten Wetterstation noch gefroren hat – ob es in der kommenden Nacht friert, verrät nur die aktuelle Wetterlage (z. B. die Warnkarte des DWD).

Ohne Eingabe: Basilikum an acht Beispielstationen
Station (DWD)Aussaat drinnenAuspflanzen ab
Hamburg-Fuhlsbüttel6. Mai10. Juni
Hannover4. Mai8. Juni
Berlin-Tempelhof9. Mai13. Juni
Köln/Bonn24. April29. Mai
Frankfurt/Main20. April25. Mai
Dresden-Klotzsche25. April30. Mai
Freiburg20. April25. Mai
München-Stadt2. April7. Mai

Basis: letzter Bodenfrost, 90-%-Termin (in 9 von 10 Frühjahren 1991–2026 kein Bodenfrost mehr danach) plus 7 Tage. Alle zwölf Städte mit Median und 80 %: Bodenfrost-Artikel; Herbst: Erster Frost. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center, Tageswerte), eigene Auswertung · Postleitzahlen-Koordinaten: GeoNames (CC BY 4.0) · Zeitfenster: Frühjahre 1991–2026, Herbste 1991–2025 · So rechnen wir

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026, keine Wettervorhersage. Wie der Rechner Stationen zuordnet und Perzentile bildet, steht auf der Frostrechner-Seite mit Methodik. Der Rechner nimmt dabei die Station, die Ihrer Postleitzahl am nächsten liegt – in großen Städten kann das eine andere sein als die in den Tabellen genannte: Zwischen Stadt- und Umlandstation liegen dort bis zu drei Wochen; in Frankfurt etwa ist der Boden an der Innenstadtstation Westend am 30. April zu 90 % frostfrei, am Flughafen erst am 18. Mai.

Zeitstrahl Basilikum: Aussaat drinnen und Auspflanzen ins Freie als Spanne über die Wetterstationen. Aussaat im Median am 26. April, mittlere 80 Prozent zwischen dem 17. April und dem 9. Mai; Auspflanzen im Median am 31. Mai, mittlere 80 Prozent zwischen dem 22. Mai und dem 13. Juni. Das Eisheiligen-Fenster vom 11. bis 15. Mai ist grau markiert.
Die Aussaat fürs Fensterbrett fällt an den meisten Orten in die letzte April-Dekade – wer im März sät, hat am Pflanztag eine überalterte Pflanze.

Basilikum pflanzen in Hannover, Rostock, Freiburg und neun weiteren Städten

Wie weit „Mitte Mai“ von der Wirklichkeit entfernt liegt, zeigen zwölf Stationen. Die Spalte „Auspflanzen“ ist der Bodenfrost-90-%-Termin plus 7 Tage, „Aussaat drinnen“ liegt fünf Wochen davor:

StationBodenfrost 90 % vorbeiBasilikum auspflanzen abAussaat drinnen ab
Rostock-Warnemünde10.05.17.05.12.04.
Hamburg-Fuhlsbüttel03.06.10.06.06.05.
Hannover01.06.08.06.04.05.
Berlin-Tempelhof06.06.13.06.09.05.
Leipzig/Halle (Flughafen)23.05.30.05.25.04.
Düsseldorf24.05.31.05.26.04.
Köln/Bonn22.05.29.05.24.04.
Frankfurt/Main (Flughafen)18.05.25.05.20.04.
Stuttgart (Schnarrenberg)13.05.20.05.15.04.
Freiburg18.05.25.05.20.04.
Nürnberg-Netzstall17.06.24.06.20.05.
München-Stadt30.04.07.05.02.04.
Deutschland, Median aller 406 Stationen24.05.31.05.26.04.

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, je 35–36 Frühjahre 1991–2026; Termine gelten für das Beet am Standort der Station. Nürnberg-Netzstall und Berlin-Tempelhof sind Freiflächen-Lagen mit ausgeprägten Strahlungsnächten – der Innenstadt-Balkon ist dort deutlich früher dran, wie der Balkon-Abschnitt unten zeigt.

Der verbreitete Rat „Basilikum ab März auf der Fensterbank vorziehen“ passt an keiner der zwölf Stationen: Selbst in München-Stadt beginnt die sinnvolle Aussaat erst Anfang April, in Hamburg, Hannover und Berlin Anfang Mai. Wer in Hamburg Ende März sät, hat am 10. Juni eine zehn Wochen alte Pflanze, die auf der Fensterbank vergeilt ist und im Beet erst einmal Wochen braucht, um neu zu verzweigen.

Das Merkblatt der Bayerischen Gartenakademie setzt die Aussaat deshalb auf „ab Mitte April“ und die Pflanzung auf „ab Mitte Mai“ – für Bayern, wo der Bodenfrost je nach Lage zwischen Ende April und Mitte Juni endet, ist das genau die Spanne, die der Rechner ortsgenau auflöst.

Supermarkt-Topf oder eigene Aussaat? Was der Handelstopf an Vorsprung bringt

Der Basilikum-Topf aus dem Handel enthält keine Pflanze, sondern 20 bis 35 – das Hortipendium nennt für die Topfproduktion 30–35 Samen je 11-cm-Topf, die Hausgarten-Seite 20–30 Pflanzen je Kauftopf. Diese Dichte ist für den Verkauf gedacht, nicht fürs Weiterwachsen: Die Pflanzen konkurrieren um Wasser und Licht, das Substrat ist schnell erschöpft.

Das Merkblatt der Bayerischen Gartenakademie empfiehlt deshalb, den Topf zu kaufen, solange die Pflanzen noch klein sind, jeweils 2–3 Pflanzen in neue Töpfe zu vereinzeln und sie bei Bedarf auf 2–3 Blattpaare einzukürzen. Danach gilt für den Topf derselbe Termin wie für jede Jungpflanze.

Für die Station Frankfurt/Main (Bodenfrost-90 % 18. Mai → Basilikum ab 25. Mai) sieht der Vergleich der drei Wege so aus:

Weg (Beispiel Frankfurt/Main)StartRaus abErste Ernte, grobWas dafür spricht
Eigene Aussaat nach Rechner20. April (Fensterbrett, 20–25 °C)25. Mai, 5 Wochen alt mit 2–3 Blattpaarenab etwa 22. Juni (Pflanzung + 4 Wochen)Sortenwahl, viele Pflanzen für wenig Geld, keine Kältereise hinter sich
Supermarkt-Topf, geteilt18. Mai (Kauf, in Töpfe mit je 2–3 Pflanzen teilen, eine Woche drinnen anwachsen)25. Maisofort in kleinen Mengen, voller Ertrag ab etwa Mitte Junibei kleinen Mengen rund 4 Wochen Vorsprung, beim vollen Ertrag etwa 1 Woche; kein Anzuchtplatz nötig
Direktsaat ins Beet25. Mai (Boden warm, Samen nur andrücken)–ab etwa 19. Juli (Saat + 55 Tage)kein Umzug, nie vergeilt; zweiter Satz bis Ende Juni möglich
Zu früh gesät (Ende März, Kalender-Rat)31. März25. Mai, 8 Wochen altunsicher – Pflanze überaltert, stockt nach dem Umzug–

Rechenweg: Aussaat = Auspflanzen − 35 Tage; Ernte = Pflanzung + 28 Tage (Hortipendium Hausgarten) bzw. Saat + 55 Tage (Hortipendium Erwerbsanbau, Direktsaat). Die Erntetermine sind Größenordnungen, keine Zusagen – Sorte, Wetter und Standort verschieben sie um Wochen. Termine: Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung.

Der Handelstopf gewinnt also bei kleinen Mengen rund vier Wochen (Ernte ab Kauf am 18. Mai gegenüber dem 22. Juni), beim vollen Ertrag nur etwa eine Woche – aber nur, wenn er den Kältetest der ersten Balkonwoche übersteht.

Das Hortipendium nennt Kälteschäden beim Transport im Winterhalbjahr ausdrücklich als Schadursache und rät, Jungpflanzen vor der Freilandpflanzung abzuhärten. Ein Topf, der im April aus dem gekühlten Laden direkt in eine 8-°C-Nacht kommt, hat beide Stressfaktoren auf einmal. Der sichere Weg: Topf kaufen, drinnen am hellen Fenster teilen, eine Woche anwachsen lassen – und erst zum Ortstermin dauerhaft raus.

Tipp: Wer den Topf schon im April kauft, behandelt ihn bis zum Ortstermin wie eine Anzucht: teilen, hell und warm bei 20 °C halten, an milden Tagen ab 15 °C stundenweise auf den Balkon zum Abhärten. Was Sie dabei ernten, ist Bonus – die eigentliche Saison beginnt am Auspflanztermin.

Basilikum-Sommer in Berlin, Hamburg und München: wie viele Wochen zwischen Pflanztermin und Herbstfrost bleiben

Der Pflanztermin ist nur die halbe Rechnung. Basilikum lebt bis zur ersten kalten Nacht, und die kommt im Freiland an manchen Orten so früh, dass ein später Termin die Saison fast auffrisst. Wir rechnen für dieselben zwölf Stationen zwei Fenster: für das Beet die Wochen zwischen Auspflanztermin und dem Tag, bis zu dem der erste Herbst-Bodenfrost in 9 von 10 Jahren noch nicht auftrat – und für den Balkon an der Hauswand die Wochen zwischen dem früheren Balkon-Termin (Luftfrost-90 % + 7 Tage) und dem entsprechenden Herbst-Luftfrost-Termin:

StationBeet: raus abBeet: Boden in 90 % der Jahre frostfrei bisBasilikum-Sommer BeetBalkon: raus abBalkon: Luft in 90 % der Jahre frostfrei bisBasilikum-Sommer Balkon
München-Stadt07.05.16.10.23 Wochen27.04.19.10.25 Wochen
Rostock-Warnemünde17.05.15.10.21 Wochen17.04.02.11.28 Wochen
Frankfurt/Main (Flughafen)25.05.09.10.19 Wochen11.05.17.10.22 Wochen
Stuttgart (Schnarrenberg)20.05.30.09.19 Wochen28.04.18.10.24 Wochen
Düsseldorf31.05.05.10.18 Wochen13.05.15.10.22 Wochen
Leipzig/Halle (Flughafen)30.05.30.09.17 Wochen01.05.12.10.23 Wochen
Köln/Bonn29.05.27.09.17 Wochen20.05.11.10.20 Wochen
Freiburg25.05.27.09.17 Wochen06.05.15.10.23 Wochen
Hamburg-Fuhlsbüttel10.06.17.09.14 Wochen13.05.08.10.21 Wochen
Hannover08.06.19.09.14 Wochen15.05.12.10.21 Wochen
Berlin-Tempelhof13.06.19.09.14 Wochen28.04.18.10.24 Wochen
Nürnberg-Netzstall24.06.25.08.8 Wochen29.05.19.09.16 Wochen
Deutschland, Median31.05.23.09.16 Wochen15.05.11.10.21 Wochen

Rechenweg: Beet-Fenster = Tage zwischen Auspflanztermin und 10-%-Termin des ersten Herbst-Bodenfrosts; Balkon-Fenster = Tage zwischen Luftfrost-90 % + 7 und 10-%-Termin des ersten Herbst-Luftfrosts; beide abgerundet auf volle Wochen. Das Balkon-Fenster ist eine Konvention und eine Obergrenze: Es setzt voraus, dass der Topf an der Hauswand steht und Sie ihn in Nächten unter 10 °C hereinholen – solche Nächte gibt es Wochen vor dem ersten Luftfrost. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung, Frühjahre 1991–2026 und Herbste 1991–2025.

Zwei Befunde springen heraus. Erstens ist Basilikum die Kultur, bei der der Balkon am meisten gewinnt: In Berlin-Tempelhof liegen zwischen Beet-Termin (13. Juni) und Balkon-Termin (28. April) 46 Tage, weil die Freifläche der Station bodennah extrem lange friert, die Luft in 2 m Höhe aber schon im April frostfrei ist. Ein Topf an der Hauswand in Kreuzberg hat dort zehn Wochen mehr Sommer als das Beet in Tempelhof.

Zweitens bleibt in Kaltluftlagen wie Nürnberg-Netzstall im Beet ein gesichertes Fenster von nur acht Wochen – und weil die erste Ernte vier Wochen nach der Pflanzung beginnt, bedeutet das dort vier Wochen Ernte. Basilikum gehört in solchen Lagen in den Topf.

Das Merkblatt der Bayerischen Gartenakademie nennt den Balkonkasten am Fenster und die Terrasse ausdrücklich als „sehr zu empfehlen“ – aus Sicht der Frostdaten ist das keine Geschmacksfrage, sondern die Verlängerung des Sommers um zwei bis zehn Wochen. Im Herbst holt derselbe Topf bei der ersten kalten Nacht wieder rein; wann das an Ihrem Ort ansteht, zeigt die Seite Kübelpflanzen einräumen: der Termin je Ort.

Warum Basilikum eine Woche später darf als Tomaten – und warum „nach den Eisheiligen“ nicht reicht

Tomaten, Gurken und Basilikum stehen auf derselben Liste frostempfindlicher Kulturen, aber die Schadschwelle liegt bei Basilikum am höchsten: Tomaten wachsen ab etwa 9–10 °C weiter, Gurken stocken unter 12 °C und nehmen unter 5 °C Schaden – Basilikum stellt laut Hortipendium bei 12 °C das Wachstum ein und nimmt schon unter 10 °C Kälteschäden, ganz ohne Frost. Für die Station Frankfurt/Main heißt das:

Kultur (Station Frankfurt/Main)Termin-RegelAuspflanzen abAussaat drinnen abSchadschwelle ohne Frost
TomatenBodenfrost-90 %18. Mai30. MärzStillstand unter etwa 9–10 °C
GurkenBodenfrost-90 % + 7 Tage25. Mai4. MaiStockung unter 12 °C, Schaden unter 5 °C
BasilikumBodenfrost-90 % + 7 Tage25. Mai20. AprilStillstand unter 12 °C, Schaden unter 10 °C

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung; Kulturdaten nach Hortipendium und Kiepenkerl. Basilikum bekommt also denselben Termin wie Gurken, aber die Woche Zuschlag wiegt schwerer: Zwischen dem 21. und 31. Mai gab es an einer mittleren Station noch in 14 % der Jahre mindestens eine Bodenfrostnacht, Anfang Juni in 6 % – und die frostfreien Nächte um 6 bis 8 °C, die Basilikum nach dem Hortipendium-Versuch bereits gefährden, sind ungezählt häufiger. Die Woche ist ein Konventionswert, keine Nachttemperatur-Statistik: Sie soll sicherstellen, dass nach dem Frostende auch die kalten Strahlungsnächte seltener werden.

Wer Tomaten und Basilikum – das klassische Paar – ins selbe Beet setzt, pflanzt deshalb in zwei Schritten: erst die Tomaten am Bodenfrost-Termin, eine Woche später das Basilikum dazwischen. Wie die Tomaten-Regel zustande kommt, steht auf der Seite Wann Tomaten ins Beet dürfen; den Paprika, der dieselbe Wärme braucht wie Basilikum, aber zehn Wochen Anzucht, behandelt Wann Paprika pflanzen; dieselbe Regel Bodenfrost-90 % + 7 Tage gilt für die ebenso wärmebedürftigen Zucchini – siehe Wann Zucchini pflanzen.

Achtung: „Nach den Eisheiligen“ beschreibt Luftfrost in 2 m Höhe. Ihr Basilikum steht aber in 5 bis 30 cm – und dort endet der Frost im Median erst 17 Tage später – gemeint ist der Median der Abstände je Station, nicht die Differenz der beiden Bundeswerte: Luftfrost bundesweit am 8. Mai zu 90 % vorbei, Bodenfrost am 24. Mai. An 361 von 406 DWD-Stationen ist der Boden am 16. Mai noch nicht zu 90 % frostfrei.

Die Eisheiligen selbst sind für Basilikum doppelt irreführend: Das Fenster 11.–15. Mai ist bodennah kein Ausreißer, sondern ein Punkt auf einer gleichmäßig fallenden Kurve (Anteil der Jahre mit Bodenfrost: 30 % vom 6. bis 10. Mai, 24 % vom 11. bis 15. Mai, 21 % vom 16. bis 20. Mai), und die Regel sagt nichts über die 12 °C, die Basilikum zum Wachsen braucht.

Warum der Mythos statistisch nicht trägt, rechnet die Seite Eisheilige: Frostrisiko je Region aus DWD-Daten vor; was Bodenfrost genau ist und wann er an Ihrem Ort endet, der Artikel Bodenfrost: wann er an Ihrem Ort vorbei ist.

Beet, Balkon an der Hauswand, Fensterbank: wo der Termin vom Stationswert abweicht

Der Bodenfrost-Termin ist die Freiland-Regel für das Beet in der Ebene. Basilikum wächst aber öfter im Topf als im Beet – und der Topf steht in einem anderen Klima:

StandortDauerhaft raus / pflanzenWoran sich der Termin orientiert
Beet, ebene LageBodenfrost-90 % + 7 TageStationstermin des Rechners; Nächte nicht mehr unter 10–12 °C
Hochbeet, Balkonkasten am Boden (ebenerdig)wie das Beet: Bodenfrost-90 % + 7 Tage, kein AbschlagDas Substrat erwärmt sich zwar schneller, ein belegter Abschlag ist das aber nicht; Vlies in kalten Nächten, ein Kasten lässt sich hereinholen
Topf an der Hauswand, Balkon ab 1. StockLuftfrost-90 % + 7 Tage – tagsüber schon ab 15 °CWand speichert Wärme, kein Bodenfrost in der Höhe; hereinholen, wenn unter 10 °C angesagt sind
Fensterbank drinnenganzjährig, aber ab Oktober zu dunkelLicht, nicht Temperatur: Sperli nennt Aussaat im Haus ganzjährig möglich; die LWG rät vom Überwintern ab, weil die Blätter bei Winterlicht wenig Aroma haben
Senke, Hangfuß, freie FlächeStationstermin + 5–10 Tage (Konventionswert)Kaltluftsee in klaren Nächten; hier eher 10 Tage

Für den Balkon ist der Luftfrost-Termin die passende Bezugsgröße, weil Bodenfrost in 5 cm Höhe über einer Wiese entsteht, nicht in einem Topf im dritten Stock. Im Median liegt der Luftfrost-90-%-Termin 17 Tage vor dem Bodenfrost-Termin – der Balkon ist also gut zwei Wochen früher dran, in Berlin-Tempelhof sechs.

Was der Balkon nicht aufhebt, ist die 10-°C-Grenze: Der Topf darf früher raus, weil Sie ihn reinholen können, nicht weil es dort wärmer wäre. Wie Sie Ihre Lage einordnen und wie viele Tage Zuschlag oder Abschlag sie verdient, erklärt der Artikel Mikroklima: warum Ihr Beet vom Stationstermin abweicht.

Zu früh gesät oder gepflanzt: Folgen und was jetzt hilft

Zu früh gesät ist der häufigste Fehler, weil viele Kalender „ab März“ empfehlen. Basilikum keimt bei 20–25 °C in einer Woche und braucht danach vor allem Licht – das im März am Fenster fehlt. Das Ergebnis sind lange, dünne Triebe mit kleinen Blättern, die nach dem Umzug ins Beet Wochen brauchen, um sich zu verzweigen. Abhilfe ist Timing: fünf Wochen vor dem Ortstermin säen, nicht früher; wer bereits überalterte Pflanzen hat, kürzt sie beim Pflanzen auf 2–3 Blattpaare ein, wie das LWG-Merkblatt für Handelstöpfe empfiehlt.

Zu früh gepflanzt zeigt sich innerhalb von Tagen: Blattpartien werden gräulich (Chlorose), Triebspitzen färben sich braun und sterben ab (Nekrose) – das Hortipendium beschreibt genau diese beiden Schadbilder für Kälte und merkt an, dass sie einem Sonnenbrand ähneln. Ein Kälteschaden ist nicht rückgängig zu machen, aber die Pflanze treibt aus den Blattachseln meist neu aus, wenn es warm wird. Kommt nach dem Pflanzen ein Kälteeinbruch, helfen drei Timing-Maßnahmen – ohne jedes Mittel, das nicht in unser Feld gehört:

  1. Topf hereinholen: Die einfachste Maßnahme, die nur Basilikum im Topf hat – bei angesagten Nächten unter 10 °C abends rein, morgens raus. Das Hortipendium nennt für Freilandkulturen ersatzweise Vlies, das „vorübergehend aufgelegt“ werden kann.
  2. Vlies oder Haube im Beet: Ein Vlies bringt in klaren Nächten wenige Grad – genug, um aus einer 7-°C-Nacht eine Nacht über der Schadgrenze zu machen, nicht genug für echten Frost. Was Vlies leistet und wo es versagt, steht im Artikel Was Vlies wirklich kann.
  3. Standort-Zuschlag ernst nehmen: In Senken, am Hangfuß und auf freier Fläche rechnen Sie 5–10 Tage auf den Stationstermin – die Nürnberger Zahlen oben zeigen, was solche Lagen kosten.

Tipp: Legen Sie sich zwei Kalendereinträge: den Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station (ab dann täglich die Nachtwerte prüfen, Topf tagsüber raus) und den Tag danach + 7 (pflanzen oder dauerhaft raus, wenn keine Nacht unter 10 °C in Sicht). Wer nur Töpfe hat, kann bei stabiler Wärme auch am 90-%-Termin selbst rausstellen – und holt bei Bedarf rein.

Für die konkrete Nacht gilt: Prognose ist Sache des Deutschen Wetterdienstes und der Wetter-Apps – unsere Termine sagen, wie oft es in 36 Jahren nach einem Datum noch kalt wurde, nicht, ob es dieses Jahr passiert.

Häufige Fragen

Wann Basilikum vorziehen?

Fünf Wochen vor dem Auspflanztermin Ihres Ortes, nicht im März – bundesweit im Median ab 26. April, in Frankfurt ab 20. April, in München-Stadt ab 2. April, in Hamburg erst ab 6. Mai. Basilikum ist Lichtkeimer: Samen nur andrücken, bei 20–25 °C keimen sie in 5–7 Tagen. Den Termin für Ihre Postleitzahl zeigt der Rechner oben.

Wann Basilikum raus auf den Balkon?

Raus darf der Topf ab Luftfrost-90 % Ihrer Station plus eine Woche – bundesweit im Median der 15. Mai, in Frankfurt der 11. Mai, in Berlin-Tempelhof schon Ende April. Bis zum Beet-Termin bleibt er ein Pendel-Topf: Er steht an der Hauswand, und Sie holen ihn herein, sobald Nächte unter 10 °C angesagt sind. Tagsüber darf er bei 15 °C schon Wochen vorher zum Abhärten raus.

Wie kalt verträgt Basilikum?

Keinen Frost und dauerhaft nichts unter 10 °C: Bei etwa 12 °C stellt Basilikum laut Hortipendium das Wachstum ein, unter 10 °C treten Kälteschäden auf, in einem dokumentierten Versuch reichten 7 °C für einen Totalschaden. Sichtbar wird das als gräuliche Blattpartien und braune Triebspitzen. Einzelne Nächte um 10 °C übersteht eine abgehärtete Pflanze, sie stockt aber.

Kann ich Basilikum vor den Eisheiligen pflanzen?

Ins Beet meist nein: An 361 von 406 DWD-Stationen ist der Boden am 16. Mai noch nicht zu 90 % frostfrei; Ausnahme sind Lagen wie München-Stadt (7. Mai). Auf dem Balkon ja, in Berlin oder Stuttgart ab Ende April, weil Sie den Topf hereinholen können. Die Stationsauswertung zeigt, wie oft es an den Eisheiligen wirklich friert.

Basilikum aus dem Supermarkt: wann raus und wie teilen?

Sofort nach dem Kauf teilen, dauerhaft raus erst ab Bodenfrost-90 % + 7 Tage (Balkon: Luftfrost-90 % + 7 Tage). Ein Handelstopf enthält 20–35 Pflanzen; die Bayerische Gartenakademie empfiehlt, jeweils 2–3 Pflanzen in neue Töpfe zu vereinzeln und auf 2–3 Blattpaare einzukürzen. Danach eine Woche hell und warm anwachsen lassen, tagsüber ab 15 °C abhärten.

Wann Basilikum ins Freiland säen?

Ab dem Auspflanztermin Ihrer Station, laut LWG-Merkblatt Mitte Mai bis Ende Juni – in Frankfurt also ab 25. Mai. Etwa 50 Korn je laufendem Meter bei 25 cm Reihenabstand, Samen nur andrücken. Bis zur Ernte vergehen nach Hortipendium rund 55 Tage, in Frankfurt also ab Mitte Juli; eine zweite Saat Ende Juni liefert bis in den September.

Fazit: Erst der Ort, dann der Kalender – und der Topf gewinnt

Basilikum ist die Kultur, bei der eine zu frühe Pflanzung am schnellsten bestraft wird: Kälteschäden beginnen unter 10 °C, und solche Nächte gibt es Mitte Mai an fast jedem Ort. Nehmen Sie den Bodenfrost-90-%-Termin Ihrer Station, legen Sie eine Woche drauf, säen Sie fünf Wochen davor – oder teilen Sie den Supermarkt-Topf und lassen ihn bis zum Termin drinnen anwachsen. Wer einen Balkon an der Hauswand hat, gewinnt mit dem Topf zwei bis zehn Wochen Sommer gegenüber dem Beet – vorausgesetzt, er kommt in kalten Nächten herein.

Wer Basilikum und Tomaten zusammen plant, pflanzt in zwei Schritten: erst die Tomaten am Bodenfrost-Termin, eine Woche später das Basilikum – warum Tomaten ohne Wärmezuschlag auskommen und wann ihre Aussaat beginnt, zeigt die Seite Wann Tomaten ins Beet dürfen.

Quellen

Wie wir arbeiten und rechnen: Über Frostkompass.